@nick1:
Alles, was ich jetzt schreibe ist meine Sicht, die ich durch das, was du geschrieben hast, erlangt habe.
Du schreibst in deinem Eingangspost, dass du körperliche Symptome hast, die psychische oder psychosomatische Gründe haben, die durch die "Taten" deiner Frau hervorgerufen wurden. Du hast Rückschläge (Flashbacks).
Andererseits schreibst du aber, dass ihr das Ganze aufgearbeitet habt, dass ihr eine harmonische Ehe führt, dass die Familie so ist, wie ihr euch sie gewünscht habt, dass der S. gut ist, usw.
Den Widerspruch merkst du, ja?
Zitat von Nick1:Wir leben harmonisch mit einander, lieben einander, respektieren einander, nur unter uns aber auch nach außen.
IHR habt das Ganze aufgearbeitet und führt eine harmonische Ehe.
DIR geht es aber so schlecht, dass du sogar körperlich darunter leidest.
Zitat von Nick1:Dennoch holt es mich immer wieder ein.
Zitat von Nick1:Der Teil ist direkt in trockenen Tüchern.
Den Teil von MIR, ja, der ist es, den es für mich noch zu bewältigen gilt..!
Die beiden Teile gehören aber zwingend zusammen. Das Eine geht nicht ohne das andere. Und umgekehrt.
Für mich hört sich das so an, dass unter der "Harmonie-Oberfläche" etwas gärt, was ganz und gar nicht gut ist.
Ich glaube, dass du das alles mitnichten vollkommen aufgearbeitet hast (ein Jahr ist auch relativ kurz).
Ob deine Frau jetzt wirklich fremdgegangen ist oder "nur" virtuell, ist glaube ich nicht so ausschlaggebend.
Du bist da einfach noch nicht drüber weg.
Der schwierige Spagat zwischen Verzeihen (Akzeptieren, Tolerieren) und dem Vergessen.
Ich glaube das Wichtigste ist, dass du dich mal ganz tief in dir drinnen fragst, ob du glaubst, dass du es irgendwann wirklich schaffst mit dem allen wirklich leben zu können. Ohne Rückschläge, ohne Kopfkino, ohne Flashbacks. Lass mal alle "äußeren Faktoren" wie Familie, Nachwuchs etc. weg und betrachte euch beide mal nur als Paar. Und frage dich dann, ob du das alles rein auf der Paarebene schaffen kannst.
Vergessen wirst du es nie, allerhöchstens in eine "hintere Reihe" schieben. Verzeihen ist schon sehr schwer, hilft aber auch nicht wirklich, wenn du damit nicht irgendwann mal wirklich abschließen kannst.
Zitat von Nick1:Kann ich überhaupt ein für alle mal einen Deckel auf die Geschichte packen, ohne dass alle paar Monate wieder etwas emotional durch bricht?
Wenn eure Harmonie, wie ich das annehme, eine Art Verdrängung ist, dann wird dich das alles immer weiter (oder wieder) einholen, und du wirst wirklich irgendwann psychisch
und körperlich krank. Verdrängung bricht irgendwann ganz übel auf.
Zitat von Nick1:Wir haben damals alles aufgearbeitet.
Wirklich?
Ich kann dir nur den Ratschlag geben, dass du, immer dann, wenn dich die Vergangenheit einholt, mit deiner Frau sprichst. Nicht mit Vorwürfen, sondern auf Augenhöhe. Dass du ihr sagst, wie es dir geht, wie du dich da gerade fühlst. Du kannst ruhig Schwäche zeigen. Wem gegenüber als dem Ehepartner soll man sich denn sonst öffnen können. Und wenn deine Frau verständnisvoll ist, dann wird sie dich in deinem Schmerz und deinem Leiden unterstützen. Das ist vielleicht ein langer Weg, aber ich glaube er kann sich lohnen.
Allemal besser als dauerhaft krank zu werden. Psychisch und körperlich.
Nochmal: Alles meine Meinung.