Shedia3
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Das ist ja mal ein toller Thread! Ich habe dieses Forum zwar auch in erster Linie genutzt, um mich über Männer und meinen fehlenden Erfolg mit ihnen auszuheulen. Und natürlich leide auch ich unter meiner vermeindlich fehlenden Attraktivität. Aber in letzter Zeit frage ich mich häufiger, ob meine Speckröllchen angesichts der vielen gesellschaftlichen Mammutaufgaben nicht ein Luxusproblem sind. Ich meine, wir haben den Klimawandel, das Flüchtlingsproblem, Krieg, Armut und Hunger in der Welt und wir, mich eingeschlossen, verbringen hier Stunden und Tage um irgendwelchen blöden Kerlen nach zu jammern. Ist schon irgendwie krank, oder?
Also ich bewundere viele Frauen, unabhängig von ihrem Aussehen. U.A. Angela Merkel, auch wenn ihre Politik zu wünschen übrig lässt. Außerdem natürlich die Lebenswerke von Alice Schwarzer oder Mutter Theresa. Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können und die dennoch viel für Menschen getan haben. Ich bewundere die Sängerin Adele und die Schauspielerin Melissa McCarthy, weil sie trotz oder wegen ihrer Figur erfolgreich sind. Und natürlich die göttliche Marianne Sägebrecht oder auch Joy Flemming.
Ganz besonders bewundere ich aber die Frauen der jungen Generation, weil sie so selbstverständlich sowohl Familie und Kinder als auch ihren Beruf wuppen. Ich wurde ja noch im Geist der 50er Jahre erzogen und durfte zwar eine Ausbildung machen, wenn auch nicht die die ich eigentlich gewollt hätte, danach war aber klar, was von mir erwartet wurde: ein Hausfrauendasein! Erst als die Kinder groß waren, habe ich mich mühsam zurück in die Arbeitswelt gekämpft und übe heute einen Beruf aus, den ich zwar sehr liebe, der aber weit unter meinem Ausbildungsniveau und auch meinen Fähigkeiten liegt. Egal, immerhin arbeite ich. Meine ältere Schwester hat das nicht geschafft.
Ich habe jetzt z.B. eine sehr junge Chefin, die sich von den Männern nicht die Butter vom Brot nehmen lässt und einfach IHR Leben lebt. Ihr Freund muss sich ganz selbstverständlich ihren Bedürfnissen anpassen und wundersamer Weise klappt das hervorragend. Ich bewundere ihre Lebensfreude und ihre Energie. Sie hantiert mit Technik genauso selbstverständlich, wie mit Hammer und Werkzeug und das finde ich echt toll. Ich bin da noch ganz anders sozialisiert und habe gelernt mich unter zu ordnen und anzupassen. Ich stand z.B. hilflos gestern vor einer Soundanlage und musste einen Mann zu Hilfe holen, um sie zu verkabeln. Ein Armutszeugnis!
Ja, in den letzten 2 bis 3 Jahrzehnten hat sich eine Menge nochmal zum Wohl der Frauen verändert. Im Moment scheint mir diese Entwicklung aber wieder ein wenig rückläufig zu sein. Da machen mir die ganz jungen Frauen Mut, dass sich das Rad der Geschichte nicht zurück drehen lassen wird. Und ganz ehrlich, um die vielen Herausforderungen der Zukunft zu meistern, brauchen wir viele junge, kluge und ehrgeizige Frauen. Frauen, die sich nicht zu schade sind, auch mit frisch lackierten Nägeln einen Hammer in die Hand zu nehmen. Und Frauen, die sich nicht scheuen, ihre Gefühle zu zeigen, wenn sie traurig sind. Ich denke davon können die Männer noch viel lernen. Hoffentlich tun sie das....!
LG Shedia
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