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Fremdgehen nach 27 Jahren

J
@Taja1976
Das sind ja wirklich krasse Parallelen…genauso war es auch…totale Wesensveränderung, auch seine Mama mit der er noch das Gespräch gesucht hat, erkennt ihn nicht wieder.
Ich hab ihn ebenfalls angefleht und hatte Donnerstag tatsächlich noch daran geglaubt man bekommt das irgendwie hin, mit räumlicher Trennung, Therapie…
Mein Sohn (24 J.) fragte mich gestern, ob ich ihn zurücknehmen würde wenn er vor der Tür stehen würde. Ich musste ehrlich sagen…Kopf sagt klar nein…Herz sagt leider keine Ahnung.
Wie ist es bei dir?

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Femira
Zitat von Taja1976:
mir noch eine lange WhatsApp geschrieben mit den Worten: Ich liebe Dich bedingungslos, du bist alles für Mich, mein Leben. Am 22. Oktober kam Wr aus der Reha völlig wesensverändert und am 29.oktober hat Er sich von mir getrennt

von-worten-taten-und-der-vergaenglichkeit-t4414.html

Ich höre es so.oft und bei mir war es auch so. Einen Tag bin ich die Traumfrau und er kann sein Glück kaum fassen, im nächsten Moment bricht er einen Streit von Zaun und ich erfahre eine Weile später, dass er eine Neue hat.
Bei.mir ist es aber schon lang her.
Worte sind wirklich wie Schnittblumen: schön, aber in dem Moment, in dem man sich drüber freut, bereits tot.

x 4 #17


A


Fremdgehen nach 27 Jahren

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J
@Worrior
Die Frage stelle ich mir auch. Scheint ja desöfteren vorzukommen.

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J
@Akelei76
Danke für deine Antwort, nein er hat sich noch gar nicht geäußert…Donnerstag und Freitag war es nur ein Gestammel…ein ständiges Tut mir leid, auch meiner Tochter gegenüber die ihre ganze Wut und Trauer verbal an ihm ausgelassen hat. Er stand nur da und hat nichts gesagt. Gestern kam eine Nachricht, er möchte demnächst ein Gespräch um alles weitere zu klären. Sehr kalt und einfach nicht der Mann den ich glaubte zu kennen.

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T
@JoLu Ich will kämpfen! auch wenn es nur so geht das Ich in der Warteschleife bin. Ich hoffe das Er irgendwann bemerkt was Er angerichtet hat. Aber Ich weiß natürlich nicht was die Zeit bringen wird? Vielleicht sehe ich das in einem Jahr ganz anders.

#20


J
Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass es im neuen Jahr nur noch bergauf geht. Ich hätte auch gerade so gern eine Kristallkugel in der man sehen kann, wie es in einem Jahr aussieht. Oder jemanden der einen an die Hand nimmt und jeden Tag die richtige Richtung weißt…

x 1 #21


Usambara
@JoLu
@warrior
Reha ist wie Urlaub. Man hat sich um nichts anderes zu kümmern als um sich selbst. Der ganze Alltagsballast, Ehepartner, Arbeit sind weit weg und viele andere Menschen sorgen sich damit man eine schöne Zeit haben kann. Man muss seinen Plan abarbeiten und hat sonst keine Verpflichtungen. Natürlich hat man viel Zeit und lernt zwangsläufig viele neue Leute kennen.
Das fängt beim Essen an. Da trifft man sich drei mal am Tag mit bis zu 8 Leuten. Zwischen und nach den Therapien viel Freizeit. Ist man Raucher, verbringt man viel Zeit mit anderen Rauchern in der Raucherecke. Hier findet auch die eigentliche psychologische "Therapie" statt. Man erzählt sich viel, die Leute hören zu, man findet gleichgesinnte. Dann kommt am Abend oder am WE die eine oder andere Unternehmung dazu. Man lebt wieder und hat natürlich auch ne Menge Zeit um über alles nachzudenken. Das eine findet zum anderen und dann passiert was eben passiert.

Bei einer psychosomatischen Reha ist es nochmal eine andere Hausmummer weil man sich hier noch mehr öffnet, brisante Themen besprochen werden und deren Bewältigungsmöglichkeiten. Die Wirkung ist manchmal wie nach einem Motivationsseminar. Man ist gut drauf, denkt man kann jetzt alles, schmeißt alles hin und fängt neu an.
Am Anfang nach der Reha wirken halt noch die Hormone und die Erinnerung an die unbeschwerte Zeit sowie der Reiz des Neuen nach.
Der Partner der verlassen wird, muss Knall auf Fall mit der bitteren Realität klar kommen weil der andere seine Fantasien, Träumereien und vermeintlich verpasste Chancen ausleben will.

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Femira
Zitat von JoLu:
Gestern kam eine Nachricht, er möchte demnächst ein Gespräch um alles weitere zu klären

Okay. Darauf musst du dich vorbereiten. Wir können dir ein bisschen helfen, aber das Beste ist ein Anwalt, der dich unterstützt.

Magst du hier deine Eckdaten aufschreiben? Wie alt sind die Kinder? Bist du berufstätig? Habt ihr eine Immobilie? Grundbuch? Miete? Wer steht im Vertrag? Usw.

x 2 #23


T
@JoLu Danke, ich bin Dir schon ein paar Wochen voraus. Ich wünsche Dir viel Kraft und das Du an Dich glaubst. Bleibt Stark.Du bist nicht schuld.

#24


Blümchen75
@Usambara
Du hast es mal wieder auf den Punkt gebracht.
Besser hätte ich es auch nicht beschreiben können.

Ich habe selbst diese Erfahrung gemacht in meiner Reha und dort die Trennung von meinem Mann entschieden.
Man ist mit sich selbst und seinem Leben konfrontiert und mit dem nötigen Abstand sieht man alles klarer

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Sonnenschein85
Das tut mir sehr Leid. Vor allem das es so plötzlich kam und er dich vor vollendete Tatsachen gestellt hat. Ich kann mir vorstellen wie du dich fühlst. Ich sende dir mal eine liebe Umarmung. 🍀

Suche dir Trost bei deinen engsten Vertrauten, schreib alles auf oder tausche dich hier weiter aus, vielleicht hilft dir das etwas beim verarbeiten.

x 1 #26


Rheinländer
Liebe @JoLu

Es ist gut spürbar, wie unfassbar sich das alles für dich anfühlt, gerade weil ihr so viel gemeinsam getragen und überstanden habt. Nach all den Jahren, den Krankheiten, den Rehas und den existenziellen Situationen ist das, was jetzt passiert, nicht einfach nur ein Fremdgehen, sondern ein Bruch mit eurer gesamten gemeinsamen Geschichte. Dass er selbst keine Erklärungen hat, von einem „Blitz“ spricht und sich gleichzeitig so kalt und fremd verhält, ist für dich kaum zu begreifen, und das zu Recht. Viele erleben nach schweren Erkrankungen oder Reha-Aufenthalten eine massive innere Krise, eine Art Identitätsbruch, der zu einer völligen Wesensveränderung führen kann. Das erklärt sein Verhalten nicht und macht es nicht weniger verletzend, aber es kann helfen, dir klarzumachen, dass diese Entwicklung nicht durch dich verursacht wurde. Dass selbst seine Mutter ihn nicht wiedererkennt, bestätigt, dass hier gerade etwas Grundlegendes aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Deine Zerrissenheit zwischen Kopf und Herz ist nach 27 gemeinsamen Jahren vollkommen normal. Man kann Gefühle nicht einfach abstellen, selbst dann nicht, wenn das Vertrauen schwer beschädigt wurde. Du musst diese Frage, ob du ihn zurücknehmen würdest oder nicht, im Moment weder für deine Kinder noch für dich beantworten. Ebenso ist es völlig in Ordnung, dass du aktuell gar nicht in der Lage bist, ein klärendes Gespräch zu führen. Dafür braucht es innere Stabilität, und die darfst du dir erst wieder Stück für Stück zurückholen.
Wenn es in nächster Zeit dennoch zu einem Gespräch mit ihm kommt, könnte es hilfreich sein, dieses Gespräch vor allem zum Zuhören zu nutzen. Lass ihn darlegen, wie er sich die nächsten Schritte vorstellt, was seine Wünsche sind und wie er glaubt, dass es weitergehen soll. Versuche, wenn es irgendwie geht, nicht zu diskutieren, nichts zuzusagen und nichts zu entscheiden, sondern die Dinge erst einmal aufzunehmen und dir später für dich aufzuschreiben. Es geht nicht darum, jetzt Lösungen zu finden, sondern darum, Informationen zu sammeln und wieder ein klein wenig Orientierung zu gewinnen.
Unabhängig davon halte ich es für sehr wichtig, dass du dir zeitnah einen Termin für eine Erstberatung bei einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Familienrecht organisierst, idealerweise in der Zeit zwischen den Feiertagen. Diese Beratung kostet in der Regel etwa 200 bis 250 Euro und bedeutet ausdrücklich keine Scheidungseinreichung. Sie dient allein dazu, dir einen Überblick zu verschaffen, was rechtlich gilt, welche Rechte und Pflichten du hast und was dir zusteht. Gerade in einer Situation, in der so vieles unklar ist und du dich verunsichert fühlst, kann dieses Wissen sehr stabilisierend sein. Du kannst dann das, was dein Nochmann äußert oder sich vorstellt, mit dem abgleichen, was Recht und Gesetz tatsächlich vorsehen, bevor du irgendeiner Regelung zustimmst.
Versuche in dieser Zeit vor allem, gut für dich und deine Kinder zu sorgen und dich nicht zu überfordern. Du musst jetzt nicht wissen, wie dein Leben weitergeht, und du musst keine endgültigen Entscheidungen treffen. Es reicht, dass du dich durch diese Tage trägst, einen Schritt nach dem anderen. Du bist mit diesem Erleben nicht allein, auch wenn es sich im Moment so anfühlt.

Fühl dich bitte gedrückt.

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J

Plague
Zitat von Worrior:
Was wird den Leuten in der Reha da nur immer eingeimpft?

Gar nichts - zumal es nicht mal eine psychosomatische, sondern eine orthopädische war.
Die Krux liegt meiner Ansicht nach eher in den Umständen, entsprechend weit entfernt von zu Hause, dem gewohnten Umfeld und den gewohnten Belastungen zu sein, auch mal (gezwungenerweise) mehr Zeit für sich zu haben und um sich herum eine Menge Leute, die einen ja so gut verstehen, well man aus ganz ähnlichen Gründen dort ist.

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Igelfisch
Zitat von Worrior:
Was wird den Leuten in der Reha da nur immer eingeimpft?


Da wird einem nichts eingeimpft. Usambara hat es ganz gut zusammen gefasst. In der Reha ist man mit vielen Menschen, denen es "ähnlich" geht, eng zusammen. Man fasst schneller Vertrauen durch Verständnis und da kann es auch sein, dass sich Menschen nahe kommen. In Rehas ist das knüpfen von Liebesbeziehungen oder s.e...x...u.e.l.len Kontakten untersagt/nicht erwünscht weil es die Heilung gefährden kann. Aber es kommt halt trotzdem immer wieder vor. Dort öffnen sich Menschen, zeigen Verletzlichkeit und finden ganz anderen Zugang zueinander als in der "realen Welt". Aber irgendwann kommen diese Menschen auch wieder in der Realität an. Meistens landen sie ganz hart weil sie, statt sich um ihre Therapie zu kümmern, sich lieber um den/die Geliebte/n gekümmert haben.

Ganz viel Kraft an die TE. 🌻

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A


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