Zitat von Luk:Die TE hat ja bereits geschrieben, dass sie den Seitensprung verzeiht und ihm eine 2. Chance gibt unter der Bedingung, dass er nicht mehr lügt.
Er ist fremd gegangen. Offenbar hat er doch diesbezüglich gar nicht gelogen?
Zitat von Luk:Dass sie keinen bedingungslosen Neuanfang machen wollte
Was ist denn ein bedingungsloser Neuanfang?
Zitat von Luk:es ist doch legitim, dass man jemanden, der einen verarscht hat, dann mehr zu misstrauen.
Wer streitet das denn ab? Dann beendet man die Beziehung, wenn man mißtraut. Verzeihen macht nur dann auch nur den geringsten Sinn, wenn man davon überzeugt ist, daß sich das nicht wiederholen wird.
Wer führt eine Beziehung fort, wenn das Vertrauen nicht mehr da ist? Womit wir wieder bei den eigenen Anteilen sind.
Zitat von Luk:Verzeihen heißt nicht, dass man das Ereignis aus dem Gedächtnis löscht und so tut, als wäre nix gewesen.
Wer sagt denn, daß es so sein sollte? Ich habe bisher noch nichts derartiges gelesen. Verzeihen heißt aber ganz sicher nicht, dem Partner den Fehler ständig erneut auf's Brot zu schmieren und das eigene, destruktive Verhalten auch noch damit zu rechtfertigen.
Denn das macht den Partner zu einem Dauerschuldigen, der für immer Buße tun muß, für etwas, daß längst verziehen wurde. Den Verzeihenden macht es zu einem Souverän, der tun und lassen, vorwerfen, fordern und unterstellen kann, was immer ihm beliebt, schließlich ist der Partner ja selbst "Schuld", denn er ist fremd gegangen.
Etwas destruktiveres, gibt es nicht sehr oft innerhalb einer Partnerschaft, hier erhebt sich das "Opfer" zum "Täter" und macht seinen ehemaligen Peiniger seinerseits zu einem Opfer.
So läuft das aber nunmal nicht, denn verzeihen ist FREIWILLIG und niemand hat das Recht, den Fehler des Partners für seine eigenen Zwecke zu missbrauchen.
Nichts anderes ist es nämlich.
Dieses Geflecht wird sich immer weiter verschärfen und gegenseitig hochschaukeln. Einer ist immer in der "Bringschuld", der andere immer das leidende Elend und durch die Missetaten des Partners "unangreifbar".
Der "Schuldige" wird irgendwann mit Vermeidung reagieren, Ausreden, Lügen, etc. pp um die Macht des Partners zu minimieren, sich zu entziehen. Verschärft sein Partner seine Handlungen, wird er sich aus der Beziehung lösen.
Und genau DAS ist passiert. Was gibt es daran nicht zu verstehen?
Weder ist er böse, noch sie. Beide haben die Kiste vor den Baum gefahren, das ist Fakt und schon gar nicht, sind wir hier die "Bösen", weil wir nicht alles aus der persönlichen Schmerz-Sicht heraus betrachten, sondern mit einer gewissen Distanz und zum Teil auch Erfahrung auf dem Gebiet.
Ich kann mir kein anschaulicheres Beispiel vorstellen, als dieses hier. Was man halbherzig tut, ist zum Scheitern verurteilt, deutlicher ist es wohl kaum möglich und beide hatten hier gleichermaßen Anteile, ob einem das nun schmeckt, oder nicht, ist dabei total Bratwurst. So Leid es mir auch tut, denn ich weiß nur zu genau, wie sehr all das wehtut.
Zitat:Von daher verstehe ich dieses ewige Nachfragen von manchen Leuten hier nicht
Es ist kein Thema, andere Perspektiven nicht zu verstehen. Dennoch haben diese ihre Berechtigung und sollten daher auch respektiert werden können. Anderenfalls, wäre ein Forum wie dieses sinnentleert.
Gute Nacht!