Zitat von Salamander:Muss ja nun nicht alles gleichzeitig auftreten.
Aber selbst wenn: auch für das Töpfchen findet sich ein Deckelchen.
Gibt auch genügend Töpfe die keinen Deckel finden, dafür andere gleich mehrere.
Zitat:Was ich schlimm finde, ist, dass solchen Menschen dann pauschal ihre Männlichkeit oder Weiblichkeit abgesprochen wird bzw. es da dann über Wertungen zu "mehr" männlich oder weiblich kommt.
Das Konzept von mehr männlich oder weiblich wird dann als das evolutionär und/oder gesellschaftlich integere dargestellt.
Na ja, es gibt ja auch Eigenschaften, die eindeutig mit männlich und weiblich identifiziert werden. Das macht sich sogar die Werbung seit Jahren zu Nutze und das selbst ohne "Oha, die Hausfrau steht am Herd". Wer das nicht sehen will, ist entweder naiv oder vermutlich blind. Sorry...
Zitat:Das Rösslein, von dem herunter da geurteilt wird, ist m.E. ziemlich hoch und damit weit weg vom Boden der Tatsachen:
Auch in Norwegen, dem neuen Mekka der Genderkritiker, ist die Scheidungsrate genauso hoch wie in Deutschland.
In Spanien liegt sie gar bei über 60% und das, obwohl Mann den feurigen Südländer doch ein so traditionelles Rollenverständnis nachsagt.
Moment Mal. Das ist ja auch ne Momentaufnahme, die man so erstmal gar nicht bewerten kann. In Spanien z.B. ist die Emanzipation und das was einige so nennen schön im vollen Gange. Deshalb greift da dein klassisches Verständnisbild gar nicht, weil das im Moment aus der Mode ist. Ist ja auch klar. Spanien will weltoffener sein und sich vom rustikalen Katholizismus der Großeltern befreien. Das passiert immer überall mal, war ja bei uns nicht anders. Zumal ich das Rollenverständnis zumindest aus eigener Erfahrung bei den Südländern gar nicht mehr sehe. Wie viele Männer da auf emotionale Erpressung gehen wollten in meinem Bekanntenkreis allein, ist wahrhaft lächerlich und die Frauen sind, ob dieser unmännlichen Taktik natürlich sofort von dannen gezogen. Emotionale Erpressung obliegt nämlich eindeutig den Frauen und das zeigt sich immer wieder an Müttern, die nämlich seit Ewigkeiten mit dem schlechten Gewissen spielen, weil sie's selbst auch öfter haben. Deshalb kennen sie sich viel besser aus. Frauen haben nach der Umfrage in Dunham sogar nach ONS öfter ein schlechtes Gewissen als Männer. Allerdings ergab ja Anfang 2000 eine Hamburger Studie mal, dass mit steigendem Alter die Frauen eher dazu neigen fremdzugehen und sich anderweitig umzuschauen. Ich würde das dann mit der Portion Ego erklären, die sich mit dem steigenden Alter eben bemerkbar macht. Ist ja auch normal. Man hat sein Leben in gewissen Zügen gelebt und meint nun, dass das Leben einem etwas schuldet und deshalb... peng. Den Satz: "Ich hab lange genug für andere gelebt" hab ich so oft gehört, dass er mir zu den Ohren rausquillt. Totaler Blödsinn. Sollen sie einfach zugeben, dass sie da kackenegoistisch sind oder eben vorher zu dämlich waren ihre Grenzen zu setzen, alles Andere ist abwälzen der eigenen Unzulänglichkeit auf den Partner.
Zitat:Für mich zieht sich da der zugegebenermaßen nicht über Studien belegte Schluss, dass biologisch rollengemäßes Verhalten oder die , wie Urmel schrieb "grundlegenden Anziehungsattribute" weder ein Garant für dauerhafte Anziehung, noch für eine beständige Beziehung, noch für ein erfülltes S. Leben sind.
Es macht es vielleicht leichter, den Partner zu verstehen, wenn man sich gelegentlich vergegenwärtigt, dass sich Kommunikationsstrukturen durchaus unterscheiden können. Aber darüber hinaus: welchen Wert sollte diese "Erkenntnis" dann haben?
Ganz einfach: Es wird deutlich stressfreier. Wenn man als Mann erstmal verstanden hat, dass nicht jede Emotion der Frau jeden Tag irgendwas bedeutet (gar einen inneren Häuserbrand) und man dann cooler an die Sache heran geht und es auch mal auf sich beruhen lassen kann, dann lebt es sich ungenierter. Wie häufig sehe ich die Twens im Moment rumrennen, die glauben sie müssten ihrer Dame alles zu jedem Zeitpunkt Recht machen. Und die sind dann schneller abgesägt als sie "Ich li..." sagen können, weil... na ja, langweilig. Der Fehler liegt eben darin, dass man versucht hat den Jungens über Jahre hinweg einzubläuen, dass sie in ihrem männlichen Selbst die totalen Troglodyten seien, während die Frau per se weiter entwickelt wäre und jeglicher Anklang an evolutionäre Stationen sind halt unerwünscht. Guck Dir mal die ganzen Talkshows der 90er Jahre an. Da wird das so eindeutig klar, wo diese Debatte irgendwann hingeführt hat. Es kommt ja auch nicht von ungefähr, dass Frauen mittlerweile gegen Feminismus schießen, weil sie einfach merken, dass da ne ganze Stange komplett falsch gelaufen ist. Man hatte Hardlinerinnen an der Spitze, denen es nie um Gleichberechtigung sondern um "Wiedergutmachung" und ne Form von Rache ging. Das funzt so eben nicht.
Zitat:Gern kann ich als Frau akzeptieren, dass ich halt mal emotional überreagiere oder was weiß ich was da dann noch alles zugehört, um "richtig" weiblich zu sein.
Tust Du sicherlich nicht immer, aber Frauen haben aufgrund ihrer Hormone nunmal eher die Neigung dazu. Das hat ja auch weder Mann noch Frau erfunden. Hat sich keiner von uns ausgesucht. Wurde alles zufallsmäßig verteilt.
Zitat:Dann suche ich mir einen Fels in der Brandung, mach volles Lametta, wenn der nach 18 Stunden Überstunden heim kommt, weil er ja ein "richtiger" Kerl ist und voll in die Familie investiert, koche was Schönes, hüpfe noch ne Runde über die Matratze und lebe glücklich bis an mein Ende.
So wie all die Ladies und Gentlemen vom Mittelalter bis in die urGroßelterngeneration?
Weil sie nichts anderes kannten und nichts anderes erwarteten. Weil sie sich wohlfühlten an ihrem Feuer in ihrer Höhle?
Platon lässt grüßen.
Ich glaube die Polemik ist hier Fehl am Platz, aber gut... Wie Du Deinen Lebensabend verbringen willst, weißt nur Du. Vielleicht ist es bei Dir ja auch so, dass Du alles allein geschaukelt bekommst, eben keinen Kerl haben willst und Dir dann von Deiner selbstgekauften Villa mit einem Weißwein den Strand ansiehst oder so.
In einem Punkt stimmen wir aber doch überein: Ein Mann, der keinen Plan hat, was er im Leben so machen will und das über nen längeren Zeitraum, den wirst auch Du den nicht attraktiv finden, sondern eher als Lappen einstufen, oder? Und wenn die Antwort hier "Ja" ist, dann lies die Beiträge nochmal. Es geht einfach darum, dass man als Mann seinen Weg geht und ein Ziel hat. Und wenn man das ausstrahlt, dann finden sich meist auch Frauen, weil Frauen nämlich riechen, wann ein Mann eben Mann ist. Und das finden sie dann attraktiv. Ich verstehe auch nicht, was so falsch an den Aussagen sein soll? Frauen mögen keine Lappen. Frauen mögen es nicht, NIE ne Grenze gesetzt zu bekommen... weil das auch auf nen Lappen hindeutet, da sie dann den Respekt verlieren. Frauen mögen es aber auch sich weiblich zu fühlen, weil ein "Du bist heiß" einfach besser kommt als ein "Schatz, ich respektiere es, wie Du heute Deine Sachen ausgewählt hast". Ich glaube, wenn ich jeder Frau den letzten Satz gesagt hätte, die ich je gekannt hätte, wäre die Antwort immer die gleiche gewesen: Erst Lachen und dann "Hast Du gesoffen?"