Hallo Andy,
es tut mir arg leid, wie es Dir geht, und ich nehm Dich jetzt einfach mal in den Arm!
Wie ReCharge schon geschrieben hat: heul Dich mal richtig aus, tage- und nächtelang durch.....
Auch wenn Du meinst, es in diesen Momenten vor Schmerzen nicht aushalten zu können - es hilft wirklich!
Ich habe 4 Tage+Nächte nur geheult, geschluchzt, mich gekrümmt vor Schmerzen.
Nicht geduscht und nichts gegessen.
Es kam ALLES raus, habe mich gefühlt wie ein Kind, das zurückgelassen wurde.
Am 5.Tag ging es mir zwar nicht besser....aber: ich wollte das nicht mehr. Irgendwas in mir hat sich plötzlich dagegen gesträubt, unterzugehen und mich aufzugeben.
Und dann habe ich mich völlig vergammelt vor den PC gesetzt und in dieses Forum gefunden.
Das war meine Rettung!
Und DEINE ist es AUCH!
Aus Erfahrung kann ich Dir sagen: befolge die Ratschläge, auch wenn Du denkst, nicht dazu in der Lage zu sein!
Du bist es!
Alles was Punto schreibt ist sehr gut - halte Dich daran!
Man und auch ManN ist überhaupt zu viel mehr in der Lage, als manN denkt.
Es bringt Dir nichts, wenn Du in jedem zweiten Satz schreibst
"irgendwie müsste ich das" und
"irgendwie müsste ich jenes".....
Streich` das
"irgendwie" komplett, und mach aus dem
"müsste" ein
MUSS!
Denn nur so kommst Du da jetzt raus: Du MUSST die Sachen angehen, ob Du willst oder nicht ist dabei uninteressant.
Es muss einfach getan werden!
Je länger Du noch damit wartest, desto schwieriger wird es.
Dass Deine Freunde momentan keine Zeit oder wat weiß ich haben, spielt keine Rolle.
Die Zeit, die Du damit verbringst, Dich in der Vergangenheit zu suhlen, solltest Du besser damit verbringen, neue Bekanntschaften zu knüpfen.
Muss ja nicht gleich ne Singlebörse und "eroddisch" sein (hallo Punto - ich finds klasse

), aber z.B. meinestadt.de oder auch facebook.
Gerade bei meinestadt.de gibt es immer Leute, die ebenfalls neue Bekanntschaften suchen; zum Ausgehen, zum Sporteln, zum Reden, usw. - und vielleicht sogar in einer ähnlichen Situation sind.
Das gibt Dir das Gefühl zurück, Dein Leben zumindest ein Stück weit wieder
selbst kontrollieren und steuern zu können.
So wie jetzt.....bleibst Du eine Marionette Deiner Gefühle.
Das hört sich hart an, entspricht aber leider der Wahrheit.
Ich hab mich auch gezwungen, all das zu tun.
Und kann gar nicht sagen, wie sehr mir das geholfen hat. Alleine die Erfahrung zu machen, dass es
mein Leben ist und
ich alleine Einfluss darauf habe, wie es sich gestaltet....ein unbeschreibliches Gefühl.
Was die Trauer anbetrifft: ja, es ist furchtbar schmerzhaft, an was alles man sich wieder erinnert.
Jeder Schritt aus dem Haus ist mit gemeinsamen Erinnerungen verknüpft, und jedesmal hast Du das Gefühl, dass Dir ein Messer in Dein Herz gerammt wird.
Und kannst sofort wieder losheulen.
Deswegen mein Vorschlag: nimm Dir
eine bestimmte Stunde am Tag,
in der Du trauerst.
Und zwar richtig und tief. Schau Dir Bilder von euch an, heule wie ein Schlosshund, leg eure gemeinsame Musik auf und träume vor Dich hin, schreib auf, was Du ihr noch unbedingt sagen und unbedingt wissen wolltest (aber bloß nicht abschicken, gelle?!) -
und nach 1 Stunde ist Schluß!
Danach bist DU wieder dran.
Versuche bitte, Dir wirklich konsequent jeden Tag diese Trauerstunde einzuräumen. Am besten immer um die gleiche Uhrzeit, und nicht, wenn Dir "gerade danach ist".
Denn dann wird wieder ein ganzer Tag daraus!
Damit erreichst Du, dass Deine Gedanken, Gefühle und Energien nicht den ganzen Tag durch die Trauer blockiert sind.
Sondern Du weißt: "ich hab meine Trauerstunde, in der ich mich komplett gehen und fallen lassen darf".
Dieses Wissen beruhigt auch tagsüber.
Was Deine Fragen angehen: Warum? Weshalb? Wieso ich? Wie kann das sein? Wie konnte sie sich so verändern und plötzlich entlieben? Vor 4 Wochen war doch noch alles in Ordnung...?
Damit kommst Du nicht weiter!
Im Gegenteil - Du drehst Dich im Kreis!
Es soll ja Menschen geben, die denken, dies sei auch eine adäquate Art der Fortbewegung....ist es aber nicht.
Du willst Antworten von IHR, und diese wirst Du momentan nicht bekommen.
Kann sein, dass sie es noch nicht mal selber beantworten kann...aber darüber zu spekulieren ist müßig und führt zu nichts.
Gut möglich, dass Du zu einem späteren Zeitpunkt Antworten bekommst; auch, dass ein "normales" Gespräch möglich ist - JETZT auf alle Fälle nicht!
Wie hier schon geschrieben wurde: alle Geschichten ähneln sich.
Die "plötzliche" Art des Schlußmachens, die Feigheit, die Gefühle der Verlassenen.
Das ist nicht traurig, sondern schafft Gemeinsamkeit. Und daraus lässt sich Kraft ziehen.
Denn: so alleine wie man meint zu sein, ist man selbst im tiefsten Loch nicht.
Jedes Gefühl wurde /vor uns/ schon einmal gelebt.
Und jedes Gefühl wird auch /nach uns/ wieder gelebt werden.
"Verstehen" kann man das ganze nicht.
Genausowenig wie man verstehen und erklären kann, wieso man sich "plötzlich" in jemanden verliebt.
Vielleicht erkennt man irgendwann mal, nach der gröbsten Trauerarbeit, dass es eben doch Signale gab.
Hinweise. Kleine Veränderungen des Partners. Eine andere Mimik. Veränderte Sprache und ungewohnte Reaktionen.
Nur: wie soll man das wahrnehmen wenn und während man liebt?
Liebe macht meiner Meinung nach zwar nicht unbedingt blind, aber sie verklärt.
Und Vielem messen wir keine Bedeutung bei, weil wir es nicht
wollen.
Alles unbewusst, ist kein gesteuerter Vorgang.
Andi, ich drück Dich nochmal - und morgen möchte ich definitiv was anderes von Dir lesen als die letzten Tage.
Alles Liebe für Dich!