Hallo,
ich möchte mich zunächst nochmals für die zahlreichen Beiträge in meiner Abwesenheit bedanken. Dies bedeutet mir viel!
Wie bereits geschrieben, war es mein Ziel, auf jeden Beitrag hier einzeln einzugehen. Leider sind nun aber so viele dazugekommen, dass ich es nicht schaffen werde, so viele Inhalte zu zitieren. Zumal sich manche Beiträge auch im Subtext ähneln und ich mich wiederholen würde. Ich habe alles gelesen, auch mehrmals, und gebe nun meinen Folgebeitrag als Zusammenfassung wieder.
Zunächst möchte ich wirklich nochmal betonen, dass ich KEIN unsicherer Mann bin nach außen hin. Ich wurde auch noch nie von einer Frau verlassen, hatte in meinem Leben viele Frauen, kurze sowie lange Beziehungen. Hatte auch schon Frauen an meiner Seite, von denen wohl die meisten Männer träumen. Mir liegt es fern, mich selbst als hübsch oder gutaussehend zu beschreiben. Es ist mir auch unangenehm, das von Frauen zu hören. Es schmeichelt mir natürlich, aber es fühlt sich für mich nicht gut an. Trotzdem bekomme ich es häufig zu hören, auch wie gesagt von Frauen, die im Allgemeinen wohl als sehr attraktiv wahrgenommen werden.
Um letzte Zweifel zu beseitigen, möchte ich erwähnen, dass mich meine Freundin häufiger als "Ihren Fels" bezeichnet. Sie schätzt gerade das an mir.
Genug mit Selbstbeweihräucherung...
Ich sage das hier nicht, um mich in ein gutes Licht zu rücken, sondern lediglich deswegen, da ich mit dem Vorurteil aufräumen möchte, dass ich ein unsicheres Männlein wäre, welches nach Bedürftigkeit schreit. Mein Innenleben verberge ich schon immer und das in einem perfekten Maß, in dem noch nie eine Frau auch nur ansatzweise mein Innenleben bemerkt hätte. Ich treffe Entscheidungen, bin eine Führungskraft, und ich habe sehr früh gelernt, dass Druck sowie Bedürftigkeit ein absoluter Abturner für Frauen sind. Ich weiß natürlich auch, dass Frauen mehr launenhaft geprägt sind und in erster Linie ihren Gefühlen treu sind...
Ja, ich habe als Kind wohl nicht wirklich gelernt, wie man mit Ablehnung umgehen kann, ohne zutiefst verletzt zu werden. Meine Strategie daher ist: einfrieren, überlegen, keine Gefühle zeigen, Status halten, runterschlucken. Ende!
Dadurch entsteht für mich vielleicht ein innerer Konflikt.
Als sie schrieb:
Die Feier wird ewig dauern, komm gut nach Hause, träum von mir. Wusste ich, dies ist ihr Endpunkt. Es hat mich im Magen getroffen. Mein erster Impuls war, wie hier auch geschrieben, zu schreiben: "Alles klar, hab einen schönen Abend." Ich habe dann aber 45 Minuten überlegt, wie ich noch eine letzte Option offenlasse, falls sie das nur geschrieben hat, um mich nicht warten lassen zu wollen. Ich hatte meinen Sohn ja bereits untergebracht und diese Gelegenheit kommt erst wieder in 2 Wochen.
Daher schrieb ich, dass sie Bescheid geben soll, falls sie sich bis 23:30 losreißen kann. Das war zu diesem Zeitpunkt ja noch knapp 2 Stunden später. Ich bin der Meinung, dass meine Antwort gut war, keinen Druck gemacht hat. Die gesamte Planung war ja ohnehin von mir so angelegt, dass wir es spontan an diesem Abend entscheiden. Auch ich halte mir gerne Optionen offen.
Der Punkt, den ich nicht verstanden habe, ist, dass sie diese letzte Nachricht von mir gelesen hat. Ich wusste natürlich auch, dass ich an diesem Punkt auf keinen Fall mehr nachlegen darf.
Wo entstand für mich nun die Ambivalenz, welche ich hier im Forum versucht hatte aufzuklären:
Ihre Aussage: "Die Feier wird ewig dauern" war eine Lüge. Eine Art Notlüge, um nach Hause gehen zu können. Sie wusste ja zu diesem Zeitpunkt bereits, dass sie nicht mehr bleiben und nach Hause gehen wollte, da sie müde war. Als meine Nachricht kam, wusste sie auch nicht, was sie darauf noch schreiben sollte. Am nächsten Morgen schrieb sie dann, dass sie nicht bis zum Schluss blieb, sondern bereits um 23 Uhr im Bett war.
Hätte sie mir geschrieben: "Schatz, ich bin so müde, ich wäre heute keine gute Gastgeberin, kann die Augen nicht mehr offen halten, bin bereits im Bett, schlaf gut"... hätte es mich getroffen und ich hätte vielleicht auch gesagt: "Schade, beim nächsten Mal melde dich früher, dann könnten wir jetzt zusammen einschlafen, da ich auch müde bin..." Ich wäre aber nicht so enttäuscht gewesen. Stattdessen wählte sie die Variante zu schreiben, dass die Feier länger dauern würde, nur um nach Hause zu gehen, um dann am nächsten Tag zu schreiben, dass sie müde war, obwohl es noch bis 23:30 die Option gegeben hätte, mich zu sehen.
Hier muss ich auch anführen, dass sie um 23:30 auf WhatsApp noch kurz online war. Ich unterstelle ihr da nichts, aber es hinterließ eben ein komisches Gefühl bei mir.
Sie wollte mich an dem Abend nicht sehen und hat das für mich nicht klar kommuniziert, um mich nicht zu verletzen. Daher schrieb sie, die Feier dauert länger. Ich lege viel wert auf Klarheit und für mich passte das Verhalten nicht zusammen. Für viele hier schon und somit ist es sicherlich ein Fehler von mir, sofort auf mangelnde Gefühle ihrerseits zu plädieren.
Ich verstehe, dass man auch fühlen und lieben kann, aber vielleicht einfach seine Ruhe will... trotzdem war es für mich verletzend, da ich mich zurückgewiesen gefühlt habe. Ich hatte plötzlich wieder das Gefühl, dass ich es von meinen Eltern kannte... ich fühlte mich abgelehnt, mir wurde schlecht, der Hunger war plötzlich weg, Schlaflosigkeit. Das Gefühl musste sich erst bei mir abbauen...
...wir schreiben und reden aktuell auch ganz normal. Sie teilte mir gerade gestern wieder mit, wie viel sie für mich fühlt, wie toll sie mich findet und sich eine Zukunft mit mir vorstellt. Alles gut eigentlich...
...Leider hänge ich mich aber an solchen Dingen wie am Donnerstag auf. Ich schaffe es nicht, dass solche Worte von ihr, wie gestern, dazu führen, dass ich mich sicher fühle. Diese Sicherheit fühle ich erst, wenn mir eine Frau egal wird. Dann kann ich nicht mehr verletzt werden. Leider ist es dann aber auch aus...Daher arbeite ich instinktiv immer zu dem Punkt hin, an dem mir eine Frau egal wird. Daran muss ich arbeiten... es tat gut, mit euch darüber zu reden.
Nochmal danke für die Antworten und ich weiß, dass ich für viele mit diesem Thema ein Fass aufgemacht habe. Danke aber an alle, die trotzdem hilfreiche Worte und vor allem Verständnis aufbringen konnten. Hier gibt es sehr viele einfühlsame Menschen. Das tat richtig gut zu spüren.
Einen schönen dritten Advent