Zitat von 6rama9:Jetzt kommen wir dem (deinem?) Problem schon näher. Für dich ist Eifersucht also ein abgrundtief schlimmes Gefühl. Dabei ist Eifersucht Teil des natürlichen Gefühlskosmos und tritt selbst bei Kleinkindern auf. Man wird übrigens nicht mehr oder weniger eifersüchtig wenn man in ein Handy schaut und man ist auch nicht wie du es beschreibst ein emotional verstörter Krüppel wenn man in normalem Durchshcnittsmaß eifersüchtig ist:
"Normales Durchschnittsmaß"... bevor wir dazu kommen, gut, ich beiß mal an. Wann sind wir denn in einem Durchschnittsmaß? Was ist normal an Eifersucht und was nicht?
Zitat:Es ist mir übrigens neu, dass man Gefühle wie Eifersucht abschalten kann. Vielleicht kannst du uns erklären wie bei dir diese Gefühlsabschlatung funktioniert. Das wäre für alle Foristen hier sehr interessant. In einem Trennungsforum würden sich sicherlich mindestens 80% der Foristen wünschen einen Teil ihrer Gefühle gegenüber Ex-Partner abschalten zu können. Also wie lautet die Zauberformel?
"Abschalten" kann man Gefühle nicht. Erkennen, warum und wann Gefühle auftreten kann man sehr wohl, ABER das ist ein Prozess und auch ein sehr langwieriger. Daher mache ich den meisten Foris auch keinen Vorwurf, wenn es um die Dinge per se geht, d.h. wenn sie betrügen, wenn sie spionieren, wenn sie handeln wie sie handeln. Zum Einen - sagst Du ja selbst - entscheidet erstmal jeder selbst. Manchmal ist man sich seiner Entscheidungen aber auch gar nicht bewusst.
Schlimm wird es, wenn man zur Selbstreflektion halt gar nicht mehr fähig ist und dann solche Sachen aufkommen, dass irgendwie jeder Ex-Partner/jede Ex-Partnerin ein Narzisst, ein Psychopath, Soziopath oder Satan persönlich ist. Das ist meist so fernab der Realität, dass es weh tut. Den eigenen Anteil muss man - auch wenn man sich als Opfer (sagen wir Geschädigte/r) sieht - immer ausloten.
Bei Eifersucht ist das nichts Anderes. Eifersucht ist ein Gefühl, dass entsteht, sobald man glaubt man genüge dem Gegenüber nicht mehr. Das ist eine unfassbar egoistische Eigenschaft, die das eigene Selbst wichtiger sieht als Andere. Und das muss einem klar sein. Das heißt nicht, dass das nie passieren darf oder kann, ABER man muss sich dabei im Klaren sein, woher das rührt --> mangelnder Selbstwert, auch wenn er nur situationsbedingt auftritt, d.h. wiederum man muss nicht chronisch eifersüchtig sein, das kann auch nur in einer gewissen Situation auftreten. Es ist übrigens ein Irrglaube wie @thinkerbell annimmt, der Partner sei einem EGAL, sobald man nicht eifersüchtig wird. Das ist ganz und gar nicht so. Das ist nämlich eine unfassbare Kompetenz dem Partner/der Partnerin klarmachen zu können, dass man ihn/sie so respektiert wie er/sie ist. Das ist auch keine Utopie, weil ich das witzigerweise in meiner Beziehung ja auch lebe. Und ich bin da in keiner Weise eifersüchtig, worauf auch? Jeder ist nur Mensch, niemand ist perfekt, egal wie toll er/sie in erster Linie anmutet. Ein Partner/eine Partnerin wird dann wichtig, wenn sie für jemanden emotional etwas bedeutet und das tut sie nicht dadurch, dass sie in einem selbst Negativemotionen hervor rufen kann. Das ist derselbe Stuss, den sich Leute über Jahre hinweg einreden: "Wahre Freunde sieht man nur, wenn es einem richtig schlecht geht". Nein, es kann auch "wahre Freunde" geben, die mit Dir in guten Zeiten richtig viel Spaß haben. Diese Weltanschauung von "Mir tut es weh, deshalb ist es wichtig" oder "Es ist nur Freund, wer mir hilft, wenn es mir besch*ssen geht" ist eine depressive und egozentrische. Die kann man schon vertreten, man muss dann aber wissen, woher der Wind eben weht. Und wenn ich aus Eifersucht eine Grenze überschreite wie die persönliche Privatsphäre des/der Freundes/Freundin, dann sollte ich mal mit mir selbst in Gericht gehen und gucken, wieviel da wirklich gesund ist. Die Basis dort ist schon Misstrauen an sich.
Es ist dazu ein Irrglaube seitens @thinkerbell , man müsse alle negativen Emotionen "abtöten". Dem ist nicht so, aber man sollte sich im Klaren sein, welche Prozesse hintergründig ablaufen. Wenn Du der Ansicht bist, thinkerbell, dass sich Beziehungen in einem großen Punkt von negativen Emotionen ernähren und das tust Du, zumindest erklärst Du in Deinen Statement, man sei emotionslos, wenn man nicht eifersüchtig oder sonst wie negativ auf den Partner/die Partnerin reagiert oder buddha-ähnlich (was ist das mit Dir und Buddha? Wütend, dass es Leute gibt, die sich unter Kontrolle haben?), dann zeigt das doch nur wie arg verletztlich Du in dem Bereich eigentlich bist. Und da ist es nicht unüblich, dass das innere Kind in Dir nur nach nicht erhaltener Liebe schreit.
Also nochmal: Abschalten geht nicht, aber runterfahren, vermindern geht sehr wohl und zwar auf ein Maß, das auch für einen Selbst viel gesünder ist.