Ich habe mal gelesen, dass in der grauen Vorzeit eine Beziehung ungefähr vier Jahre andauerte. Woher der Autor das wissen will, weiß ich nicht. Bei einer Freundin von mit stimmte es, sie hatte Männer immer vier Jahre lang, ehe sie langweilig wurden und der schnöde Alltag einkehrte.
Diese vier Jahre sollen damit zusammen hängen, dass ein potentielles Kind dann so weit ist, dass es selbst laufen kann.
Vielleicht ist was dran. Vielleicht waren unsere Urahnen promiskuöser als wir uns das heute vorstellen können.
Und etwas von den Genen steckt ja noch in uns.
Aber es verträgt sich nicht mit den heutigen Moralvorstellungen, denn die gehen ja von "lebenslänglich" aus. Trotzdem sollte man, ehe man eine Affäre eingeht, auch mal an die Dritte im Bunde denken. Wenn schon der Mann nicht denkt, dann sollte die Frau wenigstens das Hirn einschalten.
Warum geht man Affären ein? Ganz einfach, der neue potentielle Partner ist attraktiv, sxy und neu. Eine Affäre kann ein eingefahrenes Leben auch wunderbar beleben, ehe die Probleme auftreten. Denn was mal als Abwechslung und Bereicherung gedacht war, kann sich schnell zu einem Flächenbrand entwickeln, denn dann möchte man ihn "haben" und sich den Siegerlorbeerkranz aufsetzen. Ha, ich bin die Bessere, ich habe das Rennen gemacht, er hat sich für mich entschieden. Das ist tolles Futter fürs eigene Ego, ein Riesenschub, weil man sich endlich mal wieder attraktiv und begehrt fühlt. Wenn die Hormone Tange tanzen, ist allerdings das Hirn ausgeschaltet und man übersieht großzügig, dass Mann ja schon eine Frau hat. Man glaubt tatsächlich, er würde sich trennen und wechseln, ehe dann die Ernüchterung kommt.
Hinzu kommt natürlich die Illusion, dass das Neue jetzt die lang erwartete Liebe fürs Leben ist, die einem so lange verwehrt blieb. Man bildet sich ein, man hat ein Anrecht auf das Glück und dass man sich das jetzt nehmen darf.
Und alles andere wird einfach übersehen und ausgeblendet.
Ich habe mal ein Buch gelesen, wo es auch um eine Affäre ging. Die Ehefrau wusste irgendwann, wer die Frau war. Eines Tages geht sie dorthin, klingelt und sagt zu der ahnungslosen AF: Ich wollte nur mal sehen, welche Art Frau Sie sind, dass Sie mit meinem Mann ins Bett gehen.
Die AF war tief beschämt und ich glaube, dass damit die Affäre zu Ende war.
Ganz einfach, wenn eine Affäre droht und einen reizt, dann sollte man die EM kennenlernen und alles sieht anders aus. Wenn die EF ein Gesicht hat und als Person wahrgenommen wird, dann setzt auch mal das Hirn ein und es könnte sein, dass man dann tief beschämt ist über das, was man angerichtet hat oder anrichten wollte.
Ich glaube sogar, dass dann so was wie weibliche Solidarität einsetzen kann und mandie EF nicht schädigen möchte, weil sie einem leid tut. Bei mir war es so. Als ich sie als reale Person sah und kennenlernte, tat sie mir leid. Ein Wunder geschah, denn da war keine Häme zwischen uns und auch kein Hauen und Stechen, kein Konkurrenzgedanke, sondern eher Solidarität. Wir gingen dann mal essen und erzählten uns alles und dann mussten wir sogar lachen, was da alles ans Tageslicht kam an Lug und Trug von seiner Seite. Ganz ehrlich, auf einmal tat uns beiden der völlig überforderte Mann leid, der sich durchlavierte und es jeder Recht machen wollte.
Es kam glücklicherweise zu einem guten Ende, denn ich hatte meine Aufgabe als Katalysator wirklich gut erfüllt , wenn auch ungewollt.
Das Schlimme an Affären ist immer, dass die Partner des Affärenpartners praktisch nicht vorhanden sind. Sie sind zwar lästigerweise da, aber da man sie nicht kennt, geht man darüber hinweg.
Begonie