Zitat von paulaner:Ja, bitte (auch wenn ich nicht angesprochen war)
Danke für "Whataboutism". Kannte ich nicht. Sehr interessant (in Bezug auf meine Frau)

Die Studie heißt: "Sex differences in effective fronto-limbic connectivity during negative emotion processing"
In der Studie wurde erkannt, dass negative Emotionen und auch Angst von Frauen schlichtweg stärker wahrgenommen werden. "Schuld" ist per se eine negativ konnotierte Emotion, weil sie sozialisiert negativ ist.
"Du hast Schuld!" ist keine wirklich positive Aussage. Es heißt natürlich nicht, dass Männer nicht auch absolut darunter leiden können, aber Frauen nehmen es an sich einfach schlimmer wahr. Und da ist die Reaktion des Ausweichens ja gar nicht so abwegig. Natürlich versuchen Männer das auch, sind meist nur viel schlechter darin - außer natürlich sie sind bereits psychisch krank oder gar nicht mehr fähig Schuld wahrzunehmen. Das gilt dann für beide Geschlechter.
Whataboutism ist ein absolut gängiges Thema, auch um von der eigenen Schuld abzulenken.
Ein schönes Beispiel bei einer Bekannten:
Sie gräbt in einem Stapel von Sachen rum. Dabei fällt eine Festplatte herunter und geht kaputt. Sie hat eindeutig unvorsichtig daran gezogen, sodass die Platte herunter gefallen ist. Ihr Kommentar: "Ja, wenn's hier aufgeräumt wäre, dann wäre das nicht passiert". Ich: "Nein, es wäre nicht passiert, wärst Du vorsichtiger gewesen." Dann stürmt sie aus dem Raum. Konnte es eben nicht ertragen, weil es ihr peinlich war. Mein Bekannter hat sich danach totgelacht, weil das ne uralte Kackplatte war. Dann war alles wieder gut. Aber ich hab ihr das dann auch nochmal gesagt: "Warum ist es denn so schwer einfach zuzugeben - Oha, hab ich was runtergeschmissen..." Tja, darauf wusste sie keine Antwort, muss erstmal darüber nachdenken. Na immerhin...
