Siglo-XX
Gast
Tolle Communitiy, ich konnte schon so einiges an interessanten Beiträgen lesen.
Natürlich hat mich das Thema Liebeskummer und speziell die Hoffnung, meine Ex zurückzubekommen, hier hergeführt.
Kurz zur Geschichte dieser sehr komplizierten Beziehung:
Im Frühjahr 2017 lernte ich sie kennen. Ich hatte gerade eine zwölfjährige Beziehung beendet, ohne Wunden und Verletzungen, einfach auseinandergelebt. Wir beide sind heute gute Freunde.
Sie, I., ist eine Borderlinerin mit Sozialphobie. Es lief sehr schleppend an, nur langsam konnten wir zusammen Essen gehen, Konzerte und Galerien besuchen und in Clubs tanzen, ohne dass sie gleich in Panik verfiel.
Sie verließ ihren Partner und zog mit Kind in meine Stadt.
Dennoch gab es immer wieder Situationen, die nicht aushaltbar waren. Extreme Stimmungsschwankungen von einer Minute auf die andere, völliges Versteinern, Abweisungen, führten zu Konflikten und Crashs.
So kam es mehrfach zu Trennungen. Dennoch blieb sie mir verfallen. Ich war alles für sie, ihr ganzes Leben richtete sie nach mir aus. So geliebt zu werden ist natürlich wunderschön. Dennoch wollte ich diese Selbstaufgabe nie. Langsam aber wurde sie immer sicherer. Ich kann sicher zu Recht behaupten, ihr die Tür in ein neues Leben geöffnet zu haben. Heute tut sie vieles alleine, was früher nie denkbar schien. Was natürlich auch mit ihrer Therapie zu tun hat.
Dann kam im Herbst jener Abend mit Essengehen und Kino, der alles beendete. Sie war ganz schlecht drauf, sprach kaum ein Wort und ich bat sie dann, einfach alleine ins Kino zu gehen. Der Fehler meines Lebens.
In der Zeit der nachfolgenden Stille zwischen uns entschied sie, dass es mit mir nie funktionieren kann. Sie meinte, ich wäre zu stark, mit mir würde es nur immer wieder zu Konflikten kommen. Ich war der einzige übrigens, der sich Ihre Stimmungen nie hat einfach so gefallen lassen. Das kannte sie nicht. Sie braucht jemanden, der weich ist. Und sie fand ihn schnell.
Wir trafen uns zufällig in einem Club und dort erfuhr ich das. Dennoch verbrachte sie den ganzen Abend mit mir, ihr Neuer ist dann natürlich gegangen. Ich bin immer noch der wichtigste Mensch in ihrem Leben und die schönste Erfahrung, die sie je machen durfte. Das sagte und schrieb sie mir. Auch kürzlich erst. Und dass ihr an meiner Freundschaft sehr viel liegt.
Nach einer Weile war ich drüber weg, dachte ich zumindest. Ich hatte mich neu verliebt. Bis letzten Mittwoch. Da waren I. und ich verabredet zum Badminton und Sauna. Der zweite große Fehler. Denn ich erfuhr, wie weit die beiden als Paar schon sind. Er hat ihre Familie kennengelernt, alle mögen ihn, sie planen viel.
An diesem Tag ist in mir etwas zerbrochen. Ich bin seitdem nicht mehr ich selbst. An nichts anderes kann ich noch denken. Ich schrieb ihr auch, was mit mir passiert ist an jenem Tag. Sie hatte ja selbst Angst, dass alles zurückkommt bei ihr, aber es lief genau umgekehrt.
Ich würde alles tun um sie zurückzubekommen. Was auch daran liegt, dass sie mir sagte, er sei lange nicht so wie ich. Vielleicht ist es genau das, was mich nicht abschließen lässt, denn irgendwie generiert es Hoffnung.
Am Sonntag schrieb ich ihr eine Mail zu einem Konzert am Vortag, eine Antwort kam nicht. Ich werde auch nichts mehr schreiben, sondern mich rarmachen. Ich ahne, dass dieser Mittwoch der Tag war, an dem sie mit mir abgeschlossen hat.
Ich habe ja auch jemanden gefunden, in die ich sehr verknallt war. Das ist jetzt komplett weg. Ob ich das weiterlaufen lassen kann, weiß ich nicht. Sie (K.) hätte jemanden verdient, den sie ganz für sich hat.
Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll. Wenn ich I. nicht haben kann, will ich sie wenigstens vergessen. Aber die Sehnsucht nach ihr wird mit jedem Tag größer.
Kennt das jemand? Wie habt ihr das verarbeitet?
Nächsten Freitag ist sie auf einer Party und ich würde gern hingehen. Sicher werde ich sie beide dort zusammen sehen und es wird riesig wehtun. Aber könnte das zu einem Abschluss führen und mir endlich die Hoffnung nehmen?