Zitat: Gleichzeitig erlebe ich, dass Kinder vor allem dann stabil bleiben, wenn die Erwachsenen innerlich klar, emotional erreichbar und in sich stimmig sind, unabhängig davon, ob sie zusammenleben oder getrennt.
Die differenzierten Betrachtungen von QueenA zum Kindeswohl sind überaus einsichtig, beschreiben ein Erziehungsideal.
Es geht demnach darum, als Elternteil wahrhaftig zu sein und das sensible Gespür der Kinder für Unstimmigkeiten im Verhältnis der Eltern untereinander zu berücksichtigen. Das feinfühlige Sensorium der Kinder ernst genommen, verlangt es Einfühlsamkeit, den empfindsamen Kinderseelen unangenehme Wahrheiten schonend beizubringen, bevor die Leugnung einer Zerrüttung destruktiv wirksam ist und das Eltern/Kind-Vertrauen nachhaltig beeinträchtigt. Die Abwägung zwischen Schonung und Zumutung liegt in der Verantwortung der Eltern und in diesem Fall hauptsächlich beim Vater.
Seine Handlungsmöglichkeiten sind im Spannungsfeld zwischen seinen eigenen Bedürfnissen, der Verantwortung für das Seelenheil der Kinder und im Umgag mit dem wankelmütigen, unberechenbaren Verhalten der Mutter arg eingeschränkt. Ihre sprunghaften Stimmungsschwankungen sind wahrscheinlich eine ständige Quelle von emotionaler Verunsicherung im Familienleben (gewesen), ganz gleich wie geschickt, besonnen und schützend der Mann ihre Launen und Eskapaden auszugleichen vermag bzw. bis dato vermochte.
Die Rolle der Mutter ist im Spannungsfeld der Motive und Handlungen in der Erörterung bisher unterbelichtet geblieben. Sollte bei ihr tatsächlich eine ausgewachsene Borderline-Störung vorliegen (Wenn 8 von 10 Kriterien für eine erste diagnostische Anschätzung erfüllt sind, kann davon ausgegangen werden!), kann im vorliegenden Fall schlechterdings der Anspruch von idealerweise einsichtigen Eltern eingelöst werden, die das Beste für ihre Kinder auch im Trennungskonflikt wollen.
Borderliner walten unbewußt tyrannisch, das plötzliche Umkippen von Nähe in Distanz, von Zuwendung in Ablehnung, ist auch für den mental stabilsten Partner nur schwer zu händeln und eine Extrembelastung. Und nun stelle man sich die Verwirrung von unbedarften Kindern vor, die schutzlos der Launenhaftigkeit der Mutter ausgesetzt sind?
Der Vater wird ernsthaft über die Frage des Sorgerechts nachdenken müssen, wenn er die Verantwortung für das Wohlbefinden seiner Kinder dauerhaft tragen will, wovon aufgrund seiner bisherigen glaubwürdigen Bekenntnisse auszugehen ist, trotz nachrangig widersprüchlicher Aussagen, die in die ungewisse Zukunft spekulieren.
Er sollte sich professionellen Beistand suchen, wäre mein gutgemeinter Rat.