Karili
Gast
Da bin ich komplett bei dir. Dieser Punkt war auch der erste, der mir auffiel und an dem es mir ziemlich eiskalt wurde. Aus meiner eigenen Geschichte weiß ich, wie schnell man von einem Partner in einen Krisenmodus gesteuert werden kann. Es war für mich im Nachhinein wichtig mir noch einmal klar zu machen, dass es seine Krise war und gar nicht meine. Ohne seinen Ballast wäre mein Leben mit ihm ohne eine Krise gewesen.
Ich beobachte auch, dass wir Partnerschaft oft als Schicksalsgemeinschaft verstehen und denken, dass ein guter Partner mit einem durch dick und dünn geht. Ich bin allerdings jetzt an dem Punkt, an dem ich das anders sehe. Manchmal ist Unterstützung auch einfach darauf hinzuweisen, dass die Baustelle des einen, nicht die eigene Baustelle ist. Und dass der Krisenmodus des anderen, keine Rechtfertigung für unangebrachtes Verhalten ist. Wenn ich mich schlecht fühle, muss ich meine Gefühle trotzdem weiter regulieren können. Dafür bin ich ja erwachsen. Natürlich gibt es Situationen, in denen man über das Ziel hinausschießt. Da erwarte ich aber zeitnahe Einsicht und eine ernst gemeinte Entschuldigung. Danach ebenfalls eine Verhaltensänderung.
Wenn Snowflake und ihr Freund gerade feststellen, dass er sich auf Grund von Stress nicht gut im Griff hat und sie runtermacht, dann wäre jetzt der Zeitpunkt zu erkennen, dass hier Narben an der Beziehung geschaffen werden, die eventuell nie mehr heilen können. Da würde ich ihn fragen ob er das möchte. Wenn nicht, muss er sich eine Lösung einfallen lassen, die beide entlastet. Ihr geht es objektiv ohne seine Baustelle ja erst einmal besser. Und das darf sie in der Beziehung einfordern. Dieses Gaslighting geht für mich übrigens nie. Und das würde ich im Auge behalten, denn das ist kein Verhaltensfehler, sondern ein tatsächlicher Charakterfehler.