Seit meiner Trennung von meiner Kurzzeitbeziehung ist nun ein Jahr vergangen. Mittlerweile bin ich wesentlich positiver gestimmt als noch vor 12 Monaten. Ich besaß zudem ausreichend Gelegenheit, die Vergangenheit und mein Verhalten zu reflektieren, sodass ich die Ergebnisse meiner Überlegungen nutzen konnte, um diese in die Entwicklung meiner Persönlichkeit einfließen lassen zu können.
Unverändert sind hingegen die Bemühungen jener vergebenen Frau, welche sich nach einer der vergangenen Afterworkpartys auf dem Rückweg ins Parkhaus bei mir einhaken wollte. Ich muss gestehen, dass mich das intensive Werben um meine Person auf eine gewisse Weise berührt, doch konnte ich mich der Versuchung bisher erfolgreich widersetzen... .
Zitat von E-Claire:Du aber auch: Du bewertest Deine Interessen als "höherwertig". Das ist etwas anderes als Interessen schlicht nicht zu teilen.
Zitat von E-Claire:Die völlig legitimen Interessen anderer Leute aber als wenig habenswert hinzustellen, deutet immer auf Entwertung und damit eigene Überhöhung hin. Häufig geht es an der Stelle um Selbstwert und das verdecken der eigenen Angst nicht zu genügen.
Sicher, der Eindruck mag entstehen, allerdings bin ich mir durchaus bewusst, dass das geringe Interesse ausschließlich durch mich selbst begründet ist. Mir ist wichtig, zu betonen, dass ich den Wert meiner Mitmenschen mitnichten reduzieren möchte. Im Alltag äußere ich mich diesbezüglich auch nicht abwertend. Dennoch kann ich mich den Empfindungen nicht verwehren, dass mich die Interessen anderer Menschen wenig bis selten interessieren.
Zitat von E-Claire:Ich fand außerdem die Bezeichnung "schockverliebt" ganz spannend. Das spricht für eine gewisse Bindungsambivalenz, vor allem wenn es die einzige Art von Verlieben ist, die Du kennst. Dein empfundener Wunsch nach Bindung ist riesengroß, Deine Fähigkeit sich auf (alle) sozialen Bindungen im allgemeinen einlassen zu können, eher ausbaufähig.
Dem kann ich nicht widersprechen.
Zitat von E-Claire:Du nennst es Langweile, die Du anderen gegenüber empfindest, ich wäre geneigt zu denken, daß das schon ein "mehr" ist als nur Langeweile, ein sich nicht einlassen können.
Wie würdest du meine beschriebene "Langweile" denn stattdessen bezeichnen?
Zitat von Scheol:Warum hast du bis heute im Alter von 31 Jahren nur 2 bis 3 kurze Beziehungen führen können? Und warum hast du soviel kurze körperliche Erfahrungen ?
Zum einen, da ich mich selten verliebe. Zum anderen habe ich sicherlich zu wenig unternommen, um etwas an meinen Umständen, für mich interessante Frauen kennenzulernen, zu ändern. Von dieser Problematik bin ich bis heute noch betroffen. Die letzten sechs Jahre habe ich mich schließlich auf meine Karriere konzentriert. Meine Bedürfnisse als Mann habe ich zwischenzeitlich mit einem Abenteuer nach dem anderen gestillt.
Zitat von Scheol:auf einer Skala von 1 bis 10 , wobei 1 leicht ist und 10 der Maximale Zustand , wie waren diese Trennung für dich gewesen ?
Diese Frage ist aus der Retroperspektive schwierig zu beantworten. Ich denke, meine Kurzzeitbeziehung, die letzte, war nach derzeitigen Maßstäben eine 9,5 von 10 auf der Trennungsschmerzskala. Die anderen beiden eher eine 7,0.
Zitat von Scheol:sie taucht ab mit der Aussage ist ja nichts.
Diese Art und Wiese schädigt ein Selbstwert total. Der Hinterbliebene hat nichts mit was er arbeiten kann , wo er sagen kann , das und das wurde mir vorgeworfen oder das und das habe ich negatives getan. Man steht verlassen ohne Grund da.
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Zitat von Perlboot:@Nik92 Sehr gebildet und eloquent, aber mit wenig Sozialkompetenz im Zwischenmenschlichen, u.a. weil viele Menschen deinen "Ansprüchen" nicht genügen. Kann meine Einschätzung stimmen?
Die Sozialkompetenz im Zwischenmenschlichen würde ich mir selbst als Führungspersönlichkeit nicht in diesem Maße absprechen. Sicher besitze auch ich als Mensch, und insbesondere als Mann, persönliche Ansprüche, welche mitunter, in gewisser Hinsicht, auch etwas überhöht sein mögen, dennoch denke ich nicht, dass ich im Schnitt zu viel von meinem Umfeld verlange. Schließlich verzeihe ich meinen Mitmenschen in der Regel mehr als mir selbst.
Zitat von Perlboot:Dass deine Ex dich "zu gut" fand, kann damit zu tun haben, dass du nicht wie ein Partner wirktest, der diverse Lebenslagen souverän angeht, sondern eher wie ein Nerd.
Grundsätzlich gelte ich als Problemlöser und weniger als Nerd. Damals habe ich meine eigenen Bedürfnisse temporär zurückgestellt, um meine Ex-Freundin in ihrer Trennungssituation zu unterstützen. Dementsprechend habe ich mich selbst wohl zu sehr vernachlässigt. Mit meiner heutigen Erfahrung würde ich jedoch anders handeln - mir zuliebe.