Zitat von Lillilli:Wenn dir die Therapie geholfen hat, dann würde ich anraten wieder eine Therapie zu starten, eventuell bei einer anderen Person.
Mit dem Gedanken habe ich mich bereits befasst, allerdings habe ich mich vorerst dagegen entschieden. Ich denke, in meiner derzeitigen Situation kann ich mir nur selbst behelfen. Mir gelingt es momentan nicht, den Schalter im Kopf dauerhaft umzulegen, um endgültig abschließen zu können.
Zitat von Melias:Nimm den Druck raus @Nik92 Du hast keinen Zeitplan, indem du verarbeitet haben musst.
Du magst Recht besitzen, doch selbst in der Trennungsverarbeitung spüre ich einen gewissen Leistungsdruck, den ausschließlich ich zu verantworten habe. Gemäß meiner mentalen Programmierung, Leistung gegen Liebe einzutauschen. Von außen betrachtet der Gipfel der Perversion, wie ich meine.
Zitat von Melias:Und ich würde noch die Akzeptanz hinzunehmen, dass es kein Szenario gegeben hätte, indem es geklappt hat. Akzeptanz dass du bist, wer du bist. Akzeptanz dass du gekränkt und verletzt wurdest.
Ich bin mir mittlerweile relativ sicher, dass die Angelegenheit von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen war. Selbst heute, mit all der Erfahrung und dem Wissen, könnte ich wohl nicht die Anforderungen meiner Kurzzeitbeziehung an einen für sie geeigneten Mann erfüllen. Dafür bräuchte ich vermutlich noch etwa acht bis zehn Jahre. Dessen bin ich mir durchaus bewusst.
Hilfreich ist zudem kaum, persönlich, nicht hingegen in beruflicher Hinsicht, einen geringen Selbstwert zu besitzen, auch wenn dieser über die vergangenen Jahre allmählich gestiegen ist. Sich selbst nicht als Mensch, Mann und Person akzeptieren zu können, ist ungemein belastend. Gescheitert, gekränkt und verletzt worden zu sein, umso mehr. Die Erkenntnis ist vorhanden, nicht jedoch die Lösung, der Ausweg aus der Misere.
Zitat von Melias:Aufgrund der krassen Diskrepanz des Erfolgs im Beruf und in der "Liebe" würde ich auch auf ein sehr verletztes Ego tippen? Auch hier darfst du akzeptieren, dass es ist, wie es ist.
Sicherlich, ich verliere nicht gerne in Angelegenheiten, die mir etwas bedeuten, und die Erkenntnis, eine Niederlage erlitten zu haben und gescheitert zu sein, hat mein Ego sehr beschädigt.
Zitat von Melias:So banal es klingen mag, glaube ich dennoch, dass dir das "what if" noch mit am meisten im Wege steht. Mangels Kontrolle und mangels anderer Alternativen verbleibt daher nur die Situation, wie sie war und ist anzunehmen.
Das denke ich ebenfalls. Ich analysiere noch heute einzelne Begebenheiten während meiner Kurzzeitbeziehung. An manchen Tagen mehr, an manchen weniger. Ein riesiges Problem, wie ich meine. Alternativlos bin ich jedoch nicht. "Beziehungsangebote" liegen mir durchaus vor, allerdings bin ich an den Frauen nicht als Mann interessiert. Eine Beziehung mit einer Frau einzugehen, für die ich nichts aufrichtig empfinde, ist für mich keine Option.
Zitat von Bücherfreundin:Zum Loslassen ist mir auch noch ein Gedanke gekommen. Kann es sein, dass du dich auch deshalb nicht vollständig von deiner Kurzzeitbeziehung lösen kannst, weil sie dir für die Zukunft als eine Art "Mahnmal" dienen soll?
Meine Kurzzeitbeziehung verkörpert sowohl die positiven Eigenschaften, nach der ich Zeit meines Lebens "gesucht" habe, als auch die schmerzhaften Erinnerungen, eiskalt abserviert worden zu sein. Ich glaube, sie stellt in vielerlei Hinsicht ein Mahnmal für mich dar. In das Loch, in welches ich gefallen bin und aus welchem ich mich noch immer nicht befreien konnte, möchte ich nie wieder treten.