Jullia
Mitglied
- Beiträge:
- 22
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 159
- Mitglied seit:
Es sind keine Juden, seine Familie ist muslimisch. Er allerdings hat sich davon schon vor Jahren abgewendet, er ist nicht religiös, nicht gläubig.
Bei seiner Familie sieht es anders aus, der größte Teil lebt streng religiös, bis auf wenige Ausnahmen.
Wir dachten eigentlich, dass es keine großen Probleme geben wird, wenn wir ihnen sagen, dass wir vorher heiraten werden, allerdings stellten sich seine Eltern dagegen, selbst dann, wenn wir jetzt heiraten, würden sie das Kind nicht akzeptieren, das hätten wir nicht gedacht. Das verstehe ich leider auch nicht so ganz, zuerst drehte sich alles um die Ehe, nun wären wir bereit gewesen, noch vor der Geburt zu heiraten, aber das ist auch nicht ok, weil das Kind eher gezeugt wurde.
Gegen mich haben sie angeblich nie etwas gehabt, ich weiß nicht, ob ich das noch glauben soll.
Ich weiß, dass seine Cousine mit einem deutschen Mann verheiratet ist, sie haben drei Kinder, aber auch bei ihnen war es so, dass diese erst während der Ehe "erlaubt" wurden.
Die Schwangerschaft war nicht geplant, ich habe 5 Jahre die Pille genommen, ich weiß bis heute nicht, wie das passieren konnte, wirklich nicht. Er dagegen hat nie zusätzlich verhütet. Wir wussten schon immer, dass ein Kind vor der Ehe nicht gut ausgehen würde, aber nun ist es passiert. Meine Absicht war es definitiv nicht, ich war zuerst genauso geschockt.
Dennoch steht für mich fest, dass es ich behalten möchte, wie gesagt, ich könnte dieses Kind nicht abtreiben, ich würde mein Leben lang daran leiden.
Ich bin auch der Meinung, dass wir es schaffen würden, eigentlich schätze ich unsere Liebe und Beziehung als stark genug ein, umso trauriger bin ich gerade, dass er Zweifel bekommt, wo auch er zuvor noch überzeugt war, dass wir es hinkriegen, sich sogar total freute.
Natürlich ist es schwierig für ihn, wäre ich er, dann würde es mir auch nicht besser gehen. Allerdings bin ich mir sicher, dass ich mich für uns entscheiden würde. Was er nun tun wird, das weiß ich nicht, ich kann nur hoffen, dass er sich für uns entscheidet, aber ich kann ihn nicht zwingen, nicht überreden, das werde und möchte ich auch nicht.
Im Moment kann ich ihn überhaupt nicht einschätzen, er redet nicht davon, dass er mich verlassen wird, ich habe ihn gestern noch darauf angesprochen, weil ich große Angst bekam, er fing sofort damit an, dass ich solche Fragen unterlassen soll, dass ich überhaupt nicht auf solche Gedanken kommen soll. Gleichzeitig fing er aber immer wieder damit an, das er nicht wüsste, was nun das Beste sei, das er nicht wüsste, was er tun soll.
Ich merke, dass er große Zweifel an dem Baby hat, würde ich nun sagen, dass ich es abtreibe, dann wäre er wahrscheinlich sofort einverstanden.
Mich gibt es nun aber nurnoch mit Baby, mich gibt es nicht ohne, meine Entscheidung steht fest, so sehr ich auch darunter leiden würde, wenn ich ihn deshalb verliere, also bleibt auch nicht mehr viel, eigentlich bleibt nurnoch die Entscheidung: Seine Familie oder wir!
Irgendwie fühle ich mich wahnsinnig schlecht, dass ich ihm dies zumute, ich weiß, dass seine Familie ihm viel bedeutet, ich weiß, wie wichtig sie für ihn ist.
Bloß wäre eine Abtreibung für mich nicht zumutbar, ich würde es mir nie verzeihen, ich weiß auch nicht, ob ich zu seiner Familie jemals wieder Kontakt haben könnte, mit großer Wahrscheinlichkeit nicht.
Den würde ich auch jetzt nicht mehr wollen, zu sehr bin ich enttäuscht und wütend darüber, was sie uns antun.
Zu seiner Familie hatte ich nie viel Kontakt, wir telefonierten mal gemeinsam, ich war bei Videoanrufen häufig mal dabei, man schrieb mal zusammen, das war es dann auch.
Er hatte zuvor täglich Kontakt zu ihnen, jeden Tag telefonierte er mit seinen Eltern, gesehen hat er diese allerdings seit 2 Jahren nicht mehr, sie sind bisher nicht ein einziges Mal nach Deutschland gekommen, er war zuletzt vor 2 Jahren in Israel und hatte sie für einen Monat besucht.
Meine Familie würde Gott sei Dank hinter uns stehen, sie freut sich bereits sehr doll.
Meine Eltern verstehen sich toll mit ihm, ich weiß, dass wir uns immer auf sie verlassen könnten, dass wir keinesfalls alleine und ohne Hilfe wären, aber das ist für ihn kein Trost, denn es ist nicht seine Familie, es wäre kein Ersatz. Er hat mir schon gesagt, dass er sich nun alleine fühlt.
Ich weiß es nicht, ich bin total durcheinander. Ich hoffe, dass er heute zu mir kommt, wir reden können, auch wenn ich ahne, dass es gerade gar keinen Sinn hat.
Ich habe Angst, dass es in Diskussionen ausarten wird, dass wieder die Fragen kommen werden, weshalb ich ihn nicht verstehen kann, weshalb ich mich nicht für später entscheiden kann. Ich habe das Gefühl, dass er meine Gefühle überhaupt nicht verstehen kann.
Ich habe auch Angst davor, dass er irgendwann noch mit Vorwürfen kommt, mir all die Schuld gibt, die ich mir eh schon vorwerfe.