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Vor wenigen Monaten hat sich ein langer Verdacht bestätigt: Mein Mann hat jahrelang im großen Stil Steuern hinterzogen. Er hat es erst nach langem Hin und Her zugegeben. ich möchte die Story nur am Rande erzählen. Stand heute ist, dass er nun seit einigen Wochen von einem Rechtsanwalt betreut wird und mit einer hohen Strafe (auch bei "nur" Geldstrafe reden wir von einem hohen fünfstelligen Betrag, aber eher von Bewährung, hoffentlich nicht von Haft.
Neben dem Ärger darüber (wir haben drei Schulkinder), bin ich wütend über die jahrelangen Lügen. ich habe das immer wieder angesprochen, hatte Vorahnungen, immer wieder gefragt, wo er war, wurde belogen etc pp.
Zu allem Übel gehen mir seine Elter nun auch noch auf die Nerven, die der Ansicht sind, ich hätte ihn nicht gut genug "betreut" über die Jahre und ich hätte das kontrollieren müssen, dass er seine Steuererklärung richtig macht. Jeden Tag schreibt mir seine Mutter, wie der aktuelle Stand ist, was der Anwalt gesagt hat, ob schon das Fianzamt was gemeldet hat und so weiter und wenn ich mal nicht gleich antworte, wird Terror gemacht. Dazwischen nervt sie mich mit Fragen, ob er sich Schuhe zum Geburtstag wünscht und welche Hosengröße er gerade trägt und ihm wird wieder alles in den Hintern geschoben. Schuld an seinen Straftaten sehen sie eher bei mir, dabei bin ich extrem gewissenhaft und ordentlich und hab im Leben noch keine Falschangaben bei der Steuer gemacht und für mich ist ein Strafzettel schon die Höhe an Ordnungswirdkeit, bei der ich mich unwohl fühle.
Nebenbei versucht er nun seit eingen Wochen das irgendwie wieder gut zu machen, aber es kommt bei mir einfach nicht mehr an. Teure Restaurantreservierung werden gebucht, wenn ich aber ablehne, weil ich nicht finde, dass er gerade 1. Grund zu feiern und 2. Geld übrig hat, verdonnert er mich dann dazu, die Hälfte der Rechnung zu bezahlen (Stornogebühr von 179 Euro für ein von ihm reservierten 8-Gänge-Menü, das ich nie wollte). Alles, was er gerade, ist wieder Geld rauswerfen, sich wichtig machen, so tun als gehöre er zur Oberschicht, als dürfe er sich was gönnen.
Ich habe solch eine Anbeigung gegen ihn, gegen diese Straftaten, diese jahrelangen Lügen, auch diese Wut auf sein Getue, dass er seiner Familie das alles antut, dass es uns jetzt so geht, dass er sicherlich bestraft wird, dass er sich selbst anzeigen musste. Ich sehe einfach keinen Ausweg mehr und möchte von ihm seit Wochen nicht mehr angefasst werden. Ihn zu küssen ist für mich undenkbar, auch alles andere, ich mag nicht mehr.
Nun denke ich seit geraumer Zeit über eine Trennung nach, aber fürchte mich vor den juristischen Konsequenzen. Sicherlich wird er aus Rache behaupten, ich hätte seine Straftaten gedeckt, dabei hat er mich ja genauso belogen. Ich bin eh schon froh, wenn ich nicht haften muss für alles und er nicht ins Gefängnis muss er seinen Job verliert. Als wäre eine Trennung nicht eh schon hart genug, ist mein Gefühl derzeit, dass es für mich wohl wirklich sehr teuer werden würde, denn diese Schulden wird er niemals bezahlen können und seine Eltern werden behaupten, ich hätte das verursacht.
Wir arbeiten beide beim selben Arbeitgebre. Wenn das rauskommt oder er weg ist, wird das alles auf mich zurückfallen. Derzeit habe ich zwei Bewerbungen offen, leider noch ohne Rückmeldung, weil ich als erstes Mal eigenständig sein wollte und einen "eigenen" Arbeitsplatz wollte, wo er nicht ist.
Im Moment überiwegt die Angst, dass es das war, dass das nicht mehr zu kitten ist und ich noch dazu einen Haufen Probleme haben werde.
