Hallo HV, manche werfen dir hier Midlife-Crisis vor. Midlife-Crisis kommt aber zustande genau in solchen Situationen wie deiner: wenn man in irgendeiner Weise ein fremdbestimmtes Leben führt. In deinem Falle könnte man sagen fremdbestimmt, weil du die Frau aus Pflichtgefühlen und vielleicht aus sozialem Druck geheiratet hast.
Ich vermute, da du beruflich sehr erfolgreich bist, hast du genug in deinem Leben zu tun gehabt + das Kind, sodass die 22 Jahre verflogen sind. Je älter man aber wird, desto bewusster wird es einem, dass das Leben endlich ist, dass du nur noch maximal <so viele> Jahre zu leben hast. Und dann fängt man an sein Leben zu hinterfragen.
Mit 26 (hehe) habe ich ein Buch gelesen, das ich dir empfehlen würde: Finding Meaning in the Second Half of Life: How to Finally, Really Grow Up by James Hollis.
Noch ein Punkt. Neulich haben Psychologen herausgefunden (wurden in einem Psycho-Journal publiziert), dass paare zusammen bleiben, wenn einer von den beiden der Meinung ist, der andere ist stark von ihm/ihr abhängig. Also, eine Frau, z.B., verlässt ihren Partner nicht, obwohl sie es tun würde, weil ihr Partner sehr an ihr hängt und sie ihn nicht verletzen möchte. So ziemlich meine Situation

Dabei ist mein Partner ein richtig guter Partner und Mensch und ich liebe ihn wie einen Familienmitglied. Nur wenn man sich fremdverliebt versteht man, dass man was ändern muss.
Also.
1. Lese das Buch Finding Meaning in the Second Half of Life: How to Finally, Really Grow Up by James Hollis.
2. Eventuell lese das Buch Emotionale Erpressung: Wenn andere mit Gefühlen drohen.
3. Partner nicht zu verletzen wollen ist der verbreitetste Grund, warum Frauen/Männer eine Beziehung nicht verändern. Sorry, das Leben tut weh. Man überlebt ziemlich alles, wenn die Psyche gesund ist.
4. Sei ehrlich mit dir selbst.
PS: Bin in einer Familie aufgewachsen, wo zwei Erwachsene sich nicht geliebt haben, sich aber trotzdem nicht scheiden liessen. Werde meinen Kindern das nicht antun.
