Zitat von unbel Leberwurst:Meine Frau und ich pflegen offenen Umgang mit unseren Handys.
Finde da das übermässige Betonen eines Persönlichkeitsrechtes etwas merkwürdig, denn ein Problem ist das doch gar nicht, wenn man vor dem Partner nichts zu verheimlichen hat.
Im vorliegenden Fall würde sich die Freundin doch sehr offensichtlich weigern, das Handy rauszugeben und den Kontakt verharmlosen. Und dann?
Vielleicht habe ich mich etwas umständlich bzw. unklar ausgedrückt.
Wenn man sich freiwillig auf einen offenen Umgang mit den Handys verständig bzw. lebt, bräuchte man doch gar nicht die Herausgabe der Nachrichten fordern. Natürlich wäre dann eine Verweigerung sehr ernst zu nehmen. Das ist dann aber auch eine auffällige Verhaltensänderung und die kann man ansprechen. Es besteht aber aus meiner Sicht weiterhin kein Herausgabeanspruch.
In den vorliegenden Fall hat der TE aber das Handy seiner Partnerin gehackt und sich ohne Wissen seiner Partnerin die Nachrichten zugänglich gemacht. Für mich ist das ein absoluter Vertrauensbruch. Selbst bei einem Verdacht gilt für mich weiterhin so etwas wie ein Briefgeheimnis. Und entweder mein Partner kommt von sich aus auf die Idee mir zu zeigen, dass die Nachrichten harmlos sind oder beruhigt mich auf andere Weise. Schafft er das nicht, ist es fast schon egal, ob und was genau der heimlich treibt, denn dann gibt es ein ganz anderes Problem in der Beziehung. Und das ist doch der eigentlich Knackpunkt. Es gilt doch das zu thematisieren und nicht alles dranzusetzten, um an den Inhalt der Nachrichten zu kommen um darüber die Gewissheit zu erlangen, was man doch eigentlich schon längst weiss und zwar: hier stimmt was mit uns beiden nicht.
Und genau an dem Punkt stehen meiner Meinung nach der TE und seine Partnerin. Hier gibt es offensichtlich auf beiden Seiten ein massives Kommunikation- und Vertrauensproblem, was möglicherweise schon in einem Betrug geendet ist oder vielleicht auch nicht. Das ist sicher Ansichtssache.
Alles was ich zu dem Thema beitragen wollte war, dass die fünf Punkte des TE nicht das eigentliche Problem behandeln bzw. das Problem adäquat behandeln und zu einer Lösung führen. Die würde für mich eben anderes aussehen, als sich über das Handy meines Mannes herzumachen und heimlich hinter ihm herzuschnüffeln, um Gewissheit zu erlangen. Und welche Gewissheit ist denn dann eigentlich gewonnen? Die das betrogen wurde oder die, das in der Beziehung was nicht stimmt? Zweiteres war ja schon vorher irgendwie klar oder warum sonst kommt auf die Idee, das Handy zu hacken?
Im übrigen könnte ich nicht mit einem Partner zusammen sein, der mir nur dann das notwendige Vertrauen schenkt, wenn ich mich von Anfang an absolut gläsern mache. Wenn das frei zugängliche Handy Bedingung wäre. Entweder das Vertrauen ist da oder nicht. Aber mein Handy und dessen Inhalt ist primär genau das:
mein Handy. Und das Handy, meines Partners ist seins. So war das bisher in allen meinem Beziehungen, ich kenne das nicht anders so und werde das auch weiterhin so halten. Mein Mann muss nicht alles wissen, was ich mit meinen Freuden schreibe. Und umgekehrt will ich das auch nicht wissen. So ein bisschen Privatsphäre erhalte ich mir dann doch gern noch, auch wenn ich in einer Beziehung bin. Und genau um die geht es. Da erwarte ich, dass mein Partner die respektiert und das selbst dann noch wenn er ein Vertrauensproblem hat. Ob berechtigt oder nicht, das hat primär erst einmal er und wie gesagt: reden hilft. Schnüffeln sicher nicht.
Zitat von MICBOT:Dann würde jeder, und ich glaube wirklich fast jeder, kontrollieren ob da was dran ist, oder?
Ich nicht.