Tobias7711
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ich melde mich nach über zwei Jahren nochmal, weil mich ein Thema einfach nicht loslässt. Ich habe damals schon einmal darüber geschrieben und eure Antworten haben mir rational geholfen – aber emotional hänge ich leider immer noch fest.
Ich versuche, das Ganze möglichst ehrlich zu schildern.
Ich (mittlerweile 38) habe auf einer mehrwöchigen Urlaubsreise eine Frau (heute 28) kennengelernt.
Ich hatte davor keine Beziehungserfahrung und generell wenig Kontakt zu Frauen. Umso mehr hat mich das alles überrascht.
Wir haben uns sehr gut verstanden, viel Zeit miteinander verbracht, viel gelacht. Sie hat mir viel Persönliches erzählt, mich als „Seelenverwandten“ bezeichnet und meinte oft, wie ähnlich wir uns sind. Wir hatten täglich Kontakt mit Guten-Morgen- und Gute-Nacht-Nachrichten.
Ich hatte zum ersten Mal in meinem Leben das Gefühl, wirklich gemocht zu werden und jemandem wichtig zu sein.
Sie hat mir aber auch gesagt, dass sie psychisch labil (Depression) ist und ihre letzte Beziehung toxisch war.
Mit der Zeit habe ich starke Gefühle entwickelt. Vor allem durch die Nähe – Umarmungen, Gespräche, ihre Art. Sie war auch generell eher flirtend.
Nach etwa zwei Wochen hat sie dann mit einem anderen Mann, den ich im Urlaub auch kennengelernt habe, einen Ausflug gemacht – ohne mir etwas zu sagen. In der Zeit ging es mir extrem schlecht. Ich konnte an nichts anderes denken und war erst erleichtert, als sie wieder da war. Da habe ich gemerkt, wie stark meine Gefühle schon sind.
Ich wollte mit ihr reden, habe es aber nicht geschafft, ihr meine Gefühle wirklich zu gestehen. Ich hatte Angst vor den Konsequenzen. Habe ihr dann einfach nur gesagt, dass ich sie sehr gerne mag und sie mir sehr wichtig ist.
Sie hat mir dann irgendwann gesagt, dass es für sie nur Freundschaft ist und sie Interesse an einem anderen Mann hat. Trotzdem haben wir einfach weitergemacht wie vorher.
Meine Gefühle wurden immer stärker. Teilweise konnte ich nicht essen, habe ständig an sie gedacht und sogar davon geträumt, dass sie etwas mit anderen hat.
Als sie ein geplantes Date abgesagt hat, hatte ich wieder Hoffnung. Danach wurde es zwischen uns noch intensiver: Sie war oft bei mir im Zimmer, lag bei mir im Bett, wir haben zusammen Filme geschaut. Es hat sich für mich einfach wie „mehr“ angefühlt. Sie meinte sogar, wir seien wie ein altes Ehepaar.
Als ich abreisen musste, schrieb sie mir, ich sei „wie ein Bruder“ für sie – was mich getroffen hat. Gleichzeitig hat sie geweint beim Abschied und mir danach geschrieben, dass sie mich vermisst. Sie wollte sogar, dass ich nochmal komme. Das habe ich gemacht.
An diesem Tag sind wir uns körperlich unter Alk. nähergekommen, haben rumgemacht und sind intim geworden. Sie war sich unsicher, ob es eine gute Idee ist, aber wir haben es trotzdem versucht. Für mich war es schön, aber auch irgendwie komisch. Trotzdem wollte ich diese Erfahrung mitnehmen.
Danach hat sich ihr Verhalten verändert. Sie hat sich immer weniger gemeldet und irgendwann gar nicht mehr. Ich habe extrem darunter gelitten – Schlafprobleme, kaum Konzentration, ständig Gedanken an sie.
Irgendwann musste sich sie kontaktieren. Da hat sie mir gesagt, dass sie nach mir mit einem anderen Mann geschlafen hat (mehrfach) und keine Beziehung mit mir möchte. Das hat mich ziemlich fertig gemacht.
Trotzdem gab es danach immer wieder Kontakt. Sie hat Treffen vorgeschlagen und wieder abgesagt, sich mal viel gemeldet und dann wieder gar nicht. Mein emotionaler Zustand hing komplett davon ab.
Rückblickend würde ich sagen: Es hatte schon fast etwas Suchtartiges.
Irgendwann hat sie mir erzählt, dass sie jetzt in einer Beziehung ist und richtig verliebt ist. Das hat mich wieder komplett runtergezogen.
Daraufhin habe ich ihr endlich meine Gefühle gestanden. Ihre Reaktion war ziemlich kühl: Sie meinte, wir sollten dann den Kontakt abbrechen.
Seitdem (ca. 1,5 Jahre) haben wir keinen Kontakt mehr. Sie hat mich auch irgendwann aus ihren Kontakten gelöscht und ich sie anschließend auch.
Trotzdem beschäftigt mich das alles bis heute. Vor allem die Anfangszeit danach war extrem – auch mit intensiven Träumen, die mich tagsüber noch belastet haben.
Es ist besser geworden, aber ich habe das Gefühl, dass ich keinen richtigen Abschluss gefunden habe.
Und jetzt meine ehrlichen Fragen an euch:
Habe ich mir das alles nur eingebildet und viel zu viel hineininterpretiert?
War ihr Verhalten aus eurer Sicht „normal“ oder eher problematisch?
Warum komme ich emotional nicht von ihr los, obwohl ich rational weiß, dass es keine Zukunft gab?
Macht es Sinn noch einmal den Urlaubsort aufzusuchen?
Und ganz ehrlich: Würdet ihr nochmal Kontakt aufnehmen, um einen Abschluss zu bekommen – oder ist das eine dumme Idee?
Ich wäre wirklich dankbar für ehrliche Meinungen – auch wenn sie hart ausfallen.
