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Liebe und Panik

K
@Together66 du beruhigst mich gerade so sehr. Klar versuche ich mich weiterhin im Griff zu haben. Aber dass du mir sagst dass es auch mal okay ist zu zicken oder aufzuflippen, beruhigt mich hehe.

Ich denke auch er merkt mindestens unterschwellig dass ich auf jeden Fall nicht gehen werde und dass er für mich die absolute Nummer 1 ist. Und ich denke das gibt ihm vielleicht auch Sicherheit und Selbstbewusstsein? Er wird sich sicher fühlen. Wenn ich mehr Selbstbewußtsein hätte, würde er das bestimmt merken. Man hat dann ja ne ganz andere Energie.

Alles in einem hoffe ich einfach am Ende nicht enttäuschen oder enttäuscht zu werden. Niemand ist perfekt.. Sonst hätte er ja die richtige auch längst gefunden. Also vor mir weißte?

#46


A
Zitat von Klaudin:
du beruhigst mich gerade so sehr. Klar versuche ich mich weiterhin im Griff zu haben. Aber dass du mir sagst dass es auch mal okay ist zu zicken oder aufzuflippen, beruhigt mich hehe.

Hier hatte @Nur-ein-Mensch einen Mann gepostet, der einen Beitrag gemacht hat, der dir vielleicht helfen könnte.
Fand ich top.
https://www.youtube.com/shorts/vepeFCqC...ture=share

x 2 #47


A


Liebe und Panik

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K
@Arella Danke!

#48


M
Klaudin wird viel zu tun haben, wenn sie den Input des Tages sortieren und in der epischen Breite der Inhalte aufnehmen will. Irgendwann ist die Aufnahmekapazität gesättigt.

Verlustangst ist ein weitläufges Phänomen und offensichtlich kann jeder und jede eine einschlägige Erfahrung beitragen, war oder ist vielleicht selbst betroffen.

Deswegen möchte ich kurz ein Schlaglicht auf ein verwandtes Beziehungsthema lenken, der Bindungsangst oder treffender Bindungsunfähigkeit, das psychologische Gegenstück der Verlustangst.

Wenn eine Person, auf der Verhaltensebene, klammert wie eine Klette und eine andere verbindlicher Nähe ausweicht, belasten sie gleichermaßen das Verhältnis zum Partner. Die Bindungsangst von einer Geliebten während einer langjährigen On/Off-Liaison, dachte ich, als reifer Mensch händeln zu können. Wir konnten irgendwann sogar behutsam aber offen über die Problematik und unseren Umgang damit reden und ich versprach ihr, sie zukündtig mit meinem Beziehungsanspruch zu verschonen. Das hat sie beruhigt und sie hat mich zu Recht auf dasVersprechen festgenagelt, wenn ich dennoch unzufrieden mit dem Nähe/Distanz-Wandelungen war: ,,Du hast gesagt, du kannst das!?"

Es war allerdings naiv von mir zu glauben, daß ich die Belastung auf Dauer tragen kann und beendete irgendwann entnervt das Verhältnis. Diesen Ausgang eines offenen Gesprächs möchte ich als Risiko der Offenheit zu Bedenken geben.

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K
@Malatesta Ja das Nähe Verhältnis scheint zu passen. Wie gesagt habe ich mehrfach erwähnt dass ich super gerne bei ihm bin und aber seine Freiräume respektieren will. Und er sagt jedesmal dass er das schön so findet.

#50


K
Er redet ja auch viel von Zukunft und Zusammenziehen. Und wir beide sind uns einig dass man trotzdem nicht 24/7 dann aufeinander hängen muss.

#51


K
The only thing is dass ich mich durch seine Nähe reguliere. Und damit meine ich nicht die ganze Zeit zusammen zu sitzen. Sondern Kleinigkeiten. Wenn man zusammen wohnt dann läuft man sich ja zumindest hier und da über den Weg. Und dadurch kriegt mein Nervensystem zwischendurch kurz die Bestätigung "Okay es ist alles gut".
Bin ich aber Nächte zu Hause, dann ist das SO viel Raum für Kopfkino und Gedanken. Und ich reflektiere mich kaputt, das ist ja dann schon nicht mehr gesund oder hilfreich.

#52


DieSeherin
Zitat von Klaudin:
Bin ich aber Nächte zu Hause, dann ist das SO viel Raum für Kopfkino und Gedanken. Und ich reflektiere mich kaputt, das ist ja dann schon nicht mehr gesund oder hilfreich.

du kannst daran arbeiten, das ganze in positive gedanken zu steuern... langsam, aber es geht. immer wenn du dann "schnappatmung" bekommst, denkst du daran, dass du ihn ja nur so vermisst, weil das letzte treffen so wundervoll war, erinnerst dich dann daran und lenkst deine gedanken auf die vorfreude. dass kann man genau so lernen, wie autogenes training.

#53


Plague
Zitat von Klaudin:
Wenn man zusammen wohnt dann läuft man sich ja zumindest hier und da über den Weg. Und dadurch kriegt mein Nervensystem zwischendurch kurz die Bestätigung "Okay es ist alles gut".

Wenn das mal kein Trugschluss ist.
Hier kann man tausendfach nachlesen, dass man morgens noch in der gemeinsamen Wohnung oder dem Haus aneinander vorbeigelaufen ist und am Abend hat sich Partner/in getrennt.

Zitat von Klaudin:
Bin ich aber Nächte zu Hause, dann ist das SO viel Raum für Kopfkino und Gedanken. Und ich reflektiere mich kaputt, das ist ja dann schon nicht mehr gesund oder hilfreich.

Das ist definitiv deine Baustelle aufgrund deiner eigenen Traumata und negativen Bindungserfahrungen.
Diese Unsicherheiten einem Partner aufzubürden, in dem man ihn bittet gefälligst darauf Rücksicht zu nehmen, ist schon gefährlich genug.

#54


M
Zitat von Seteca:
Aber ich wähle doch nicht bewusst einen dissozialen Partner? Ich hoffe doch auf eine wertschätzende und glückliche Zukunft. Wie kann man einen anderen Weg wählen, wenn ich doch gar nicht weiß wie sich dieser neue Partner in 1-2-3 Jahren verhalten wird?

Natürlich erfolgt die Partnerwahl unbewusst, aber das Unterbewusstsein führt uns schon zu den Männern hin und dockt da an, wo es etwas Verwandtes wittert. Da ist einer, der hat Ähnlichkeiten mit dem Vater und so suggeriert Dir da Unterbewusstsein Interesse. Es sucht etwas Verwandtes. Und wenn der Vater schon destruktiv war, dann sucht man sich oft etwas Ähnliches. Dass es dann nicht funktioniert, ist dem Unterbewusstsein wiederum egal, es folgt inneren Mustern.

Daher landen manche Frauen ja immer wieder bei defizitären Männern, auch wenn zunächst alles glänzte und schillerte.

Mein Psychotherapeut sagte mir damals, die Seele leidet unter Dingen, die nie aufgelöst wurden und die werden dann im Unterbewusstsein begraben. Aber jeder weiß, dass das eine mächtige Instanz im Menschen ist. Und dann schickt und die Seele in eine ähnliche Beziehung, weil sie uns damit sagen will. Bitte schau da mal hin, da ist was, was schmerzt. Bitte kümmere Dich mal darum, ich kann mich nicht aus eigener Kraft heilen, ich brauche Dich dazu, Dein Bewusstsein.

Und wenn die Seele merkt, dass wir ihr mehr Raum geben und dass wir uns erinnern, schlechte Erfahrungen aber auch relativieren können, dann gibt sie Ruhe und der Preis dafür ist meistens auch innere Ruhe. Nur weil Mama mich damals oft geschimpft hat, weil sie mich in die Ecke schickte, bloß weil ich die doofe Vase runtergeschmissen habe, muss ich meine Traurigkeit und innere Einsamkeit nicht ewig mit mir rumschleppen. Ich kann sie bemerken, aber mir dann auch sagen, ich bin nicht mehr das kleine Mädchen von damals, das sich ratlos und traurig und übergangen fühlte. Ich bin jetzt erwachsen und kann diese Gefühle identifizieren und mir sagen, ich fühle mich jetzt so, weil ich das übernommen habe, aber ich muss mich nicht davon überrollen lassen.
Nur weil sie mich damals oft geschimpft haben und mir das Gefühl gaben, dass ich nicht gut genug war, so stimmt das einfach nicht. Es war damals nicht richtig und es ist heute nicht richtig, ich war immer gut genug. Und heute habe ich die Freiheit daran auch glauben zu dürfen. Als Kind fühlst Du nur und Du kannst mit den Gefühlen oft nicht umgehen, aber als Erwachsener kann ich feststellen, was ich empfinde, es aber auch regulieren.

Bloß weil Sven am Donnerstag ins Sportstudio gehen will und dann oft genug mit irgendwelchen Jungs noch ein Bierchen trinkt, muss ich doch keine Angst haben um ihn. Im Gegenteil, er freut sich und das wirkt sich dann auch positiv auf mich aus, wenn er fröhlich wieder heimkommt.
Diese Defizite, die wir uns tragen, gehen deswegen meist nicht weg, aber wer sie erkennt und richtig einordnet, der kann anders damit umgehen. Ein Abend allein ist kein Weltuntergang, sondern kann auch ein Gewinn sein. Und ein andermal treffe ich mich mit Sandra und Luisa zum Pizzaessen und habe viel Spaß und da sind die Männer eben daheim oder machen mal was anderes.

Das Risiko, dass der Partner sich im Lauf der Zeit ändert, vielleicht auch andere Verhaltensweisen zeigt, liegt in der Natur der Sache. Er wird das vielleicht auch bei der Partnerin merken und sich sagen, sie war auch schon mal fröhlicher und lockerer drauf. Außerdem ist ein neuer Partner immer ein Risikofaktor. Man weiß ja vorher nie, worauf man sich einlässt. Wenn man aber merkt, dass er mich fatal an eine vergangene und gescheiterete Beziehung erinnert, sollte man genau hinsehen. Es könnte sein, dass man in die Wiederholung geschickt wurde, weil man sich nie um sich selbst gekümmert hat, nur immer um andere, bevorzugt um Partner.

Ich habe gestern im Radio ein interessantes Gespräch gehört, in dem es genau um diese Thematik ging. Die Frau erzählte, dass sie Tochter einer depressiven Mutter war und wuchs obendrein ohne Vater auf. Und wenn die Mutter wieder in einer despressiven Phase steckte, konnte sie oft nicht aufstehen und die Rollen vertauschten sich auf ungesunde Art und Weise. Das kleine Mädchen versuchte, der Mama einen Haferbrei ans Bett zu bringen, damit es Mama wieder besser ging, weil Helfen in der Natur des Menschen liegt - normalerweise. Das kleine Kind wurde also in eine Rolle gedrängt, der es nicht gewachsen war, denn es sollte umgekehrt sein, dass die Mutter für das Kind da ist und ihm Geborgenheit und Verlässlichkeit vermittelt. Das nennt man Parentifizierung, wenn ein Kind eine Rolle ausführen muss, die es überfordert und der es nicht gewachsen ist. So was wirkt nach..

Ihre Mutter war eine schöne Frau mit Charisma, aber leider schlug die Depression immer wieder zu. Das Kind kam dann auch mal in Obhut der Oma oder einer Tante und wuchs zeitweise auch in Pflegefamilien auf. Da fehlt es dann an der inneren Heimat, wenn ein Kind aufgrund der Umstände rumgeschoben wird und sich oft genug überflüssig fühlt.

Die Frau wurde in jungen Jahren obendreni Alk., denn sie hatte gemerkt, dass sie damit ihre Stimmungen positiv beeeinflussen konnte. Sie fühlte sich lockerer und beschwingter und so wurde der Akohol zur Sucht, ehe man es merkt. Alk. als Gefühlsregulator ist eine gefährliche Sache. Sie hatte im Lauf ihres Lebens 5 Entzüge und scheint jetzt clean zu sein. Aber einmal Alk., bleibt man auch Alk., denn die Rückfallgefahr ist extrem hoch.

Heute geht es ihr viel besser, sie hat viel über sich nachgedacht, vieles erkannt und ist auch beruflich erfolgreich. Aber sie sagte auch, altbekannte Gefühle erkennt sie, wenn sie aufkommen. Aber sie hat einen Weg gefunden, sich zu regulieren und sagt sich heute: Damals konntest Du das nicht, aber als erwachsene Frau kannst Du damit umgehen, anstatt Dich davon überrollen zu lassen.

Die Frau heißt Franziska Hohmann und hat auch ein Buch über ihre Erfahrungen veröffentlicht, das vielleicht lesenswert wäre.

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Plague
Zitat von Margerite:
Natürlich erfolgt die Partnerwahl unbewusst, aber das Unterbewusstsein führt uns schon zu den Männern hin und dockt da an, wo es etwas Verwandtes wittert.

Sinngemäß nach Alice Miller:
Partnerwahl ist kein Zufall. Wir suchen uns immer das, was wir schon kennen, auch im Negativen.
Solange wir das Traume nicht erkannt haben, sind wir gezwungen, es immer zu wiederholen.

Zitat von Margerite:
Diese Defizite, die wir uns tragen, gehen deswegen meist nicht weg, aber wer sie erkennt und richtig einordnet, der kann anders damit umgehen.

Frei nach Sarah Kuttner:
Ich habe gelernt, neuen Situationen alte Gefühle zuzuordnen.

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M
Zitat von Plague:
artnerwahl ist kein Zufall. Wir suchen uns immer das, was wir schon kennen, auch im Negativen.
Solange wir das Traume nicht erkannt haben, sind wir gezwungen, es immer zu wiederholen.

Genau das sagte mir der Therapeut. So gesehen ist die Wiederholung, auch wenn sie schmerzt und weh tut, eine gute Sache. Sie ist ein Indikator und eine Aufforderung, dass wir uns dem stellen sollten, damit es uns irgendwann besser geht. So gesehen ist eine Wiederholung eine Chance und kein Grund zum Jammern und zur Selbstgeißelung (ich wusste es ja, es ist wie immer, ich bin es einfach nicht wert usw.)

Wie soll man denn anderen etwas wert sein, wenn man den Mitmenschen zeigt, dass man nichts wert ist? Unbewusst teilen sich innere Einstellungen mit, auch wenn man das nicht mitteilen will.

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K
Hab ihn behutsam und dosiert auf meine Problematik angesprochen. Dass ich Angst davor hab Fehler zu machen und Angst vor Verlust habe. Und er hat super beruhigend auf mich eingeredet.

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Plague
Zitat von Klaudin:
Und er hat super beruhigend auf mich eingeredet.

1. Der Partner ist kein Therapeut - absolut tödliche Rollenkonfusion.
2. Irgendwann kommt der Punkt, an dem er sich bewusst wird, dass es ein Tanz auf rohen Eiern werden könnte.

#59


K
@Plague Naja, ich finde es legitim dass er da beruhigend und liebevoll drauf reagiert hat. Ich spreche sowas ja auch nicht täglich an und wenn dann sehr bedacht. Also ich würde meinen Partner auch niemals dafür verurteilen wenn er über seine Ängste spricht.
Er muss auch nicht auf Eierschalen laufen. Also ich wüsste nicht wieso. Man kann ja Dinge auch einfach respektvoll miteinander besprechen.
Für mich war es heute definitiv die richtige Entscheidung zu reden.

#60


A


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