Malatesta
Gast
Zitat:Natürlich erfolgt die Partnerwahl unbewusst, aber das Unterbewusstsein führt uns schon zu den Männern hin und dockt da an, wo es etwas Verwandtes wittert.
Eine Anmerkung zum Verständnis der Begrifflichkeit.
Es ist möglicherweise nur ein sprachlicher Lapsus, sollten nicht aber die Begriffe Unterbewußsein/Unbewußtes analytisch präzise getrennt werden, sofern sie in der Tiefenpsychologie nicht das Gleiche bezeichnen?
Unterbewußtsein suggeriert einen Kellerraum unter dem Wohnzimmer, wo das Bewußtsein lebt, von dem aus eine Treppe in das Untergeschoß führt, als gäbe es eine räumlich geordnete Schichtung des Bewußseins. Bis in die moderne Kognitionspsychologie unserer Zeit sind die orthoxen Begriffe und die Einteilung der Bewußtseinssphären durch die Entdecker der Tiefenpsychologie, S.Freud und seinem Schüler C.G.Jung, beibehalten worden, weil wissenschaftlich über alle Entwicklungsphasen und neuen Forschungserkenntnisse über die menschlichen Verhaltensmotivationen immer wieder als plausible und evidente Einteilung bestätigt worden.
Freud unterschied ursprünglich dreigliederig zwischen bewußt, vorbewußt und unbewußt. Das Unbewußte, die verborgenen Prozesse und Konflikte in der Psyche, galt es, in den psychoanalytischen Sitzungen mit den Patienten offenzulegen.
Das Unterbewußsein hingegen, sofern es in den Originalschriften der Begründer der Psychoanalyse im Substantiv überhaupt erwähnt war, wurde eher als Synonym für das Vorbewußte verwendet. Folgen wir der Unterscheidung, handelt es sich beim Unterbewußsein gerade nicht um das Unbewußte sondern um ein Vorstadium desgleichen.
Mir ist als Leser von Grundlagenwerken der Psychologie noch nie der Ausdruck "das Unterbewußtsein" als zentrale Kategorie in den Büchern begegnet, es ist durchweg vom "Unbewußten" die Rede, in der therapeutischen Praxis die Vertauschug der Begriffe hingegen sehr oft, was mich jedesmal irritiert.
Das sei nur am Rande erwähnt