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Liebe und Panik

M
@Margerite
Zitat:
Natürlich erfolgt die Partnerwahl unbewusst, aber das Unterbewusstsein führt uns schon zu den Männern hin und dockt da an, wo es etwas Verwandtes wittert.


Eine Anmerkung zum Verständnis der Begrifflichkeit.

Es ist möglicherweise nur ein sprachlicher Lapsus, sollten nicht aber die Begriffe Unterbewußsein/Unbewußtes analytisch präzise getrennt werden, sofern sie in der Tiefenpsychologie nicht das Gleiche bezeichnen?

Unterbewußtsein suggeriert einen Kellerraum unter dem Wohnzimmer, wo das Bewußtsein lebt, von dem aus eine Treppe in das Untergeschoß führt, als gäbe es eine räumlich geordnete Schichtung des Bewußseins. Bis in die moderne Kognitionspsychologie unserer Zeit sind die orthoxen Begriffe und die Einteilung der Bewußtseinssphären durch die Entdecker der Tiefenpsychologie, S.Freud und seinem Schüler C.G.Jung, beibehalten worden, weil wissenschaftlich über alle Entwicklungsphasen und neuen Forschungserkenntnisse über die menschlichen Verhaltensmotivationen immer wieder als plausible und evidente Einteilung bestätigt worden.

Freud unterschied ursprünglich dreigliederig zwischen bewußt, vorbewußt und unbewußt. Das Unbewußte, die verborgenen Prozesse und Konflikte in der Psyche, galt es, in den psychoanalytischen Sitzungen mit den Patienten offenzulegen.

Das Unterbewußsein hingegen, sofern es in den Originalschriften der Begründer der Psychoanalyse im Substantiv überhaupt erwähnt war, wurde eher als Synonym für das Vorbewußte verwendet. Folgen wir der Unterscheidung, handelt es sich beim Unterbewußsein gerade nicht um das Unbewußte sondern um ein Vorstadium desgleichen.

Mir ist als Leser von Grundlagenwerken der Psychologie noch nie der Ausdruck "das Unterbewußtsein" als zentrale Kategorie in den Büchern begegnet, es ist durchweg vom "Unbewußten" die Rede, in der therapeutischen Praxis die Vertauschug der Begriffe hingegen sehr oft, was mich jedesmal irritiert.

Das sei nur am Rande erwähnt

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M
@Klaudin
Zitat:
Naja, ich finde es legitim dass er da beruhigend und liebevoll drauf reagiert hat. Ich spreche sowas ja auch nicht täglich an und wenn dann sehr bedacht. Also ich würde meinen Partner auch niemals dafür verurteilen wenn er über seine Ängste spricht.


Du wärst sicherlich mit deinem Thread nicht im Trennungsschmerzen-Forum, wenn du deine panische Verlustangst nicht als Belastungsfaktor für die intakte Beziehung zu deinem Freund erkannt hättest. In deinen Äußerungen ist der Stachel der Verunsicherung zu erkennen, der dich vorsorglich beschäftigt - vorsorglich, weil dein Haupanliegen ausweislich der Erhalt der Beziehung ist.

Nach meinem Dafürhalten war es ein guter Schritt, deinem Freund ,,behutsam und dosiert" deine verborgenen Ängste anzuvertrauen. Bedenklich wäre das Entlastungsgespräch nur, wenn du ihm die Bürde der Auflösung deiner Ängste überantworten würdest und sei es bloß unbewußt. Es bleibt deine ureigenste Aufgabe, dich der eigeständigen Stärkung deines Selbswertgefühls zu widmen und den belastenden Teil der emotionalen Abhängigkeit aufzulösen, sprich, die anhängliche Umklammerung der dich fesselnden Bindung, die deine individuelle Entwicklung behindert.
Das Programm der Enfesselung aufzunehmen, wird vorausichtlich ein langwieriger Prozeß.

Einige geduldige Teinehmerinnnen gehen mit ihren teils analytischen Stellungnahmen in die psychologische Tiefe der Verästelungen deiner Problematik und betonen genau diese Aufgabenstellung.

Was mir im Verlauf der Eröterung in deiner Causa aufgefallen ist, ist dein Reflexionsvermögen und deine Urteilsfähigkeit in eigener Beziehungssache, bspw. bei der Interpretation der Triggerwirkung und den Kindheitstraumata am Anfang des Threads.

Daß du die Hilfestellung hier augenscheinlich als Vorsorgemaßnahme verstehst, die Beziehung vor der Zersetzung durch deine Verlustangst zu bewahren, zeugt bereits von Verantwortung und ich hoffe, du packst es.

x 1 #62


A


Liebe und Panik

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M
Zitat von Malatesta:
und ich hoffe, du packst es.

Das würde ich Klaudin auch wünschen, dass sie negative Erfahrungen durch eine positive überschreiben kann.

Was mir noch aufstösst, ist das Gefälle in der Beziehung. Klaudin ist ihr stärkster Kritiker, ihren Freund aber hebt sie bildlich gesprochen auf den Thronsessel. Damit begibt sie sich in die Rolle der Schwächeren, die Verständnis braucht und beruhigt werden muss, damit sie sich sicher fühlt. Man muss sehr aufpassen, dass eine Beziehung einigermaßen im Gleichgewicht ist und sich nicht in eine Oben-Unten-Position verschiebt.

Was Plague sagte, hat seine Berechtigung.
Ein Partner ist ein Partner und kein Therapeut und ist nicht dafür zuständig, Defizite einer Partnerin zu heilen.
Denn sonst entsteht auch leicht eine Beziehung in Abhängigkeit. Er der Starke und "Normale", sie die Schwache mit ihren Blessuren, die zu einer Art Betreuungsfall wird.
So kann eine Beziehung nicht funktionieren.

Und der Partner ist keine emotionale Tankstelle, der dafür in die Pflicht genommen wird, beständig und immer wieder seine Liebe und sein Verständnis zu beweisen, damit der leere Tank an Zuversicht wieder aufgefüllt wird.

Gleichwohl kann man es ihm sagen und mit ihm darüber reden, aber man muss im Auge behalten, dass es die eigenen Blessuren sind, die man selbst angehen muss. Und man kann lernen, die Gefühle zu regulieren und sich selbst zu beruhigen. Eine Abwesenheit des Partners ist keine Katastrophe, sondern es ist normal, denn er ist nicht für eine Rund-um-Betreuung zuständig.

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DieSeherin
Zitat von Margerite:
Und der Partner ist keine emotionale Tankstelle, der dafür in die Pflicht genommen wird, beständig und immer wieder seine Liebe und sein Verständnis zu beweisen, damit der leere Tank an Zuversicht wieder aufgefüllt wird.


hmmm...ich finde, solange sich das in partnerschaften die waage hält, ist es doch toll, wenn beide einander "tankstellen" oder "ladegeräte" sind 😊

x 1 #64


M
Zitat von DieSeherin:
ich finde, solange sich das in partnerschaften die waage hält, ist es doch toll, wenn beide einander "tankstellen" oder "ladegeräte" sind


Natürlich, dafür sind Beziehungen ja auch da. Man sollte sich wohl miteinander fühlen, miteinander reden können und eine Beziehung sollte etwas sein, was beiden gut tut. Beide sollten davon profitieren. Dann ist ein Gleichgewicht da.

Wenn ich mich aber als Betreuungsfall hinstelle, dem geholfen werden muss und die wirksame Hilfe besteht nur darin, dass ich ständig meine emotionale Zufuhr an Gut-zu-reden, Verständnis und Versicherung brauche, befinde ich mich in der Situation eines Missbrauchs. Ohne Dich und Deine Liebe bin ich nichts, also gib sie mir, beteuere, dass Du bei mir bleibst, weil ich die Frau Deiner Träume bin, der Du immer treu sein wirst.
Der Partner wird dann bildlich gesprochen in die Pflicht als emotionale Tankstelle genommen. Und irgendwann spürt er es und die Beziehung kippt allmählich.

Ein bedürftiger Partner gefällt vielleicht Jemanden mit einem Helferyndrom, das auch nicht gesund ist. Aber Jemand, der in sich ruht und sein Leben gut auf die Reihe bringt, verliert das Interesse. Ständig muss ich liefern, damit sie zufrieden und beruhigt ist und genug ist es nie.
Damit verschwindet jede Attraktion und das Beziehungsende ist bereits vorprogrammiert.

x 1 #65


K
Dankeschön für eure Worte!
Ich denke auch reden ist gut, zumindest fühlte sich das echt gut an. Aber dosiert und behutsam. Mir ist natürlich bewusst dass ich nicht jeden Tag sagen kann Ach Schatz ich hab Angst, beruhige mich. Aber in Maßen tut das echt gut, so wie jetzt einmal. Und er sagt auch dass er es toll findet dass ich das erzähle, weil ihm das auch hilft mich zu verstehen.

Ich arbeite eh an mir. Genau, sonst wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen dass was im Ungleichgewicht ist. Aber es ist natürlich auch ein Prozess. Und klar wird man bestärkt wenn man merkt der andere bleibt halt echt. So nach und nach. Ich denke man wird ruhiger durch positive Erfahrungen. Ich scheine nicht alles schlecht zu machen, sonst würde er seine Zukunft nicht mit mir planen. Ich bin wirklich sehr loyal, liebevoll und auch mal witzig. Aber ich erkenne die Spuren auf meiner Seele. Und ich habe gemerkt die ganz zu verstecken geht nicht, dann ertrinke ich gefühlt.

#66


DieSeherin
Zitat von Klaudin:
sonst wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen dass was im Ungleichgewicht ist.

du hast irgendwo erzählt, dass du auch immer für ihn da bist... was hat er denn für "schwachpunkte", bei denen er dich braucht?

x 1 #67


M
@Margerite
Zitat:
Gleichwohl kann man es ihm sagen und mit ihm darüber reden, aber man muss im Auge behalten, dass es die eigenen Blessuren sind, die man selbst angehen muss. Und man kann lernen, die Gefühle zu regulieren und sich selbst zu beruhigen. Eine Abwesenheit des Partners ist keine Katastrophe, sondern es ist normal, denn er ist nicht für eine Rund-um-Betreuung zuständig.


Gerne würde ich deine Stellungnahme, die sich liest wie ein vorgezogenes Fazit, ergänzen, jedoch stimme ich weitesgehend mit deiner Sicht überein. Es ist auch deiner geduldigen Beschäftigung mit Klaudin zu verdanken, daß ich wieder etwas gelernt habe.

Allerdings sehe ich die Idealsierung und Überhöhung des Freundes, seine Bedürfnismotive in der Beziehung unterbelichtet und unklar dargestellt, daß sich nicht beurteilen läßt, welche Rolle er in dem Abhängigkeits-Komplex spielt.

Mehr als ihr jetzt die Daumen zu drücken, fiele mir deswegen inhaltlich nicht mehr ein.

x 1 #68


K
@DieSeherin
Alltägliches, nichts gravierendes. Also nichts besonderes in dem Sinne.

x 1 #69


K
@Malatesta Ja wie gesagt, ich habe geredet und das dosiert. Und nicht täglich und ständig. Klar weiss er dass er für mich super wichtig ist. Aber im Gegenzug sagt er auch immer dass er super happy ist. Deswegen hoffe ich auch das Beste.

#70


K
@Margerite Ich muss sagen dass es mir auch Angst macht bedürftig zu wirken. Ich denke ich mache das alles gar nicht so verkehrt aber wenn ich sowas lese hab ich schon irgendwie Sorge.

#71


M
Zitat von Klaudin:
aber wenn ich sowas lese hab ich schon irgendwie Sorge.

Es ist schon ein wenig als Warnung gedacht. Sorge musst Du jetzt nicht haben. Dein Partner kennt Deine Fallstricke und hat Verständnis gezeigt. Das ist durchaus positiv.
Aber Du darfst ihn auch nicht überstrapazieren. Er weiß Bescheid, der Rest liegt bei Dir.

Für Verlustängste besteht doch überhaupt kein Anlass. Aber auch Du musst deinen Part leisten und mehr in die Eigenverantwortung gehen.

Du bist nicht mehr die kleine Klaudin, die von den Eltern abhängig war und in der Einsamkeitsgefühle massive Ängste hervorgerufen haben, weil es ein Kind als lebensbedrohlich empfindet, wenn es Angst haben muss, dass es verlassen wird. Es spürt, dass es in der Welt allein kaum bestehen kann.
Das ist dann ein Trauma das entsteht und das kann einen den Rest des Lebens verfolgen und massiv beeinträchtigen.

Du bist jetzt nicht mehr die kleine Klaudin, die schutzlos ausgeliefert ist. Du bist selbstständig und in der Lage Dein Leben ohne elterliche Betreuung und Fürsorge zu führen. Das allein sollte Dir ja schon eine gewisse Sicherheit geben. Dein Partner ist für das Trauma nicht zuständig und er kann es auch nicht beseitigen. Es wird auch nicht von heute auf morgen vergehen, aber ich traue Dir zu, dass Du lernst, Dich besser im Griff zu haben. Du kannst lernen, die Gefühle die Du mal hattest, zu regulieren und zu besänftigen. Notfalls mit therapeutischer Hilfe und einer Traumatherapie.

Und Verlustängste brauchst Du nur zu haben, wenn es dafür einen Anlass gibt, aber doch nicht jetzt. Auch Du darfst glücklich und unbeschwert sein. Gönne es Dir doch, dass es Dir jetzt gut geht!

x 1 #72


K
@Margerite
Ich hab jetzt einmal die Bestätigung dafür erhalten von ihm dass alles gut ist bei uns & ich möchte da jetzt anknüpfen und wieder ruhiger werden. Weißt du, ich bin auch nicht immer so unsicher wie jetzt. Meistens kommt das davon wenn ich alles 5x analysiere und dann komme ich in so einen Kreislauf. Ich will ihn auch nicht immer viel höher ansehen als mich selber . Ich bin bisschen enttäuscht weil ich auf einem ganz guten Weg war meine ich. Und dann knickt es wieder so ein. Aber sagt man nicht immer wer heilt erhält auch mal Rückschläge?

Ja das stimmt mit der Kindheit. Man ist nun erwachsen. Ich muss und will so sehr lernen endlich zu vertrauen. Ich mein wenn ich mal was verbockt hab oder so dann sagt er mir es schon und man redet drüber und umgekehrt auch. Ich bin auf jeden Fall bereit dafür weiterhin an mir zu arbeiten, auch wenn jetzt mal der Rückwärtsgang drin war.

#73


K
Hallo Leute,
Ich bin gerade dabei gesündere Muster aufzubauen, damit ich wieder mehr in Schwung komme. Eure Worte haben mir doch sehr geholfen. Ich will mich ja nicht um 200 Grad drehen, aber will mehr Wohlbefinden etc.

Ich habe jetzt einige Tage frei. Wir sind nie bei mir, sondern immer bei ihm. Haben auch gesagt dass wir irgendwann hier zusammen einziehen wollen. Aber noch habe ich ja meinen Haushalt und meinen Wohnort. Und ich muss da natürlich auch mal putzen, meine Post regeln, meine Familie besuchen.. Und deshalb fragte ich was er davon hält wenn ich mal 2 Tage nach Hause gehe um meine Sachen zu erledigen. Und er sagte dass ich immer zu ihm kommen kann, egal wann! Habe ihm gesagt dass ich immer so einen Hauch von Organisation brauche & deshalb dann nach 2 Tagen wiederkomme. Und normalerweise hätte ich direkt gesagt okay ich bleibe jetzt durchweg bei dir. Und deshalb war es komisch zu sagen bin 2 Tage nicht hier. Aber ich denke mir dann dass ich halt wirklich in aller Seelenruhe meine Sachen erledigen will, dann vielleicht mal an meinem Lieblings See spazieren etc, Familie besuchen...Und dann habe ich alles erledigt und kann voll munter zurück zu ihm fahren. Das wird mir ja auch gut tun. Vor allem werde ich mal versuchen nicht 24/7 über uns nachzudenken sondern mir aktiv was gutes zu zun.

Nur wie gesagt ist es ganz ganz ungewohnt Quasi Nähe zu verschieben, freiwillig! Das hätte ich nie getan. Aber da ist ja wirklich dieser Punkt in mir der motiviert dazu ist solange man den eigenen Haushalt nunmal noch hat dort Sachen zu erledigen. Wohnt man dann endgültig zusammen fällt das ja eh weg.

Ist das jetzt ein Grund irgendwie ein bisschen stolz zu sein?

#74


K
Ich glaub das ist für die Übergangsphase von zusammenleben & noch seine eigene Wohnung haben ganz legitim geregelt ?

#75


A


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