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Liebeskummer Jobwechsel - Auszeit besser?

H
@Tempest

Hallo,
ich bin ja seit Jahren alleine gewesen. Ich kann mich daran einfach nicht ganz gewöhnen, ich bin so nicht ganz zufrieden mit meinem Leben. Es fühlt sich nicht "komplett" an, mir fehlt der Austausch und das Teilen mit einem Partner. Das kann auch keine gute Freundin wettmachen. Klar gibt es mal Zeiten, da ist es alleine auch schön. Aber die meiste Zeit für mich alleine zu sein ist nicht so toll. Ich bin ein sozialer Mensch, ich mag es umgeben zu sein von Menschen, die mich mögen. Ich liebe es mit ihnen alles zu teilen (Gedanken, Dinge, Momente..). Eine Beziehung ist natürlich viel intensiver als eine Freundschaft mit einer guten Freundin. Ich habe gute Freundinnen, es ist aber natürlich nicht das gleiche wie eine Beziehung zu einem Mann. Ich finde es zu zweit eben viel schöner als alleine. Und ich unternehme gerade auch echt viel um unter neue Leute zu kommen, meinen Hobbies nachzugehen, mal gemütlich vor der Couch zu chillen usw. Also da mache ich - glaube ich - einfach nichts falsch. Es ist dennoch dieser Wunsch da nach einer Partnerschaft.

Man sagt ja immer, dass man alleine gut klarkommen sollte bevor man eine Partnerschaft eingeht. Ich verstehe das nicht ganz. Ich komme ja prinzipiell ganz gut alleine klar, finde mich im Leben grundsätzlich (außer in dieser Phase gerade) gut zurecht. Ich mag es nur nicht alleine zu sein. Auch sagt man, man sollte "sich selbst lieben" bevor man in eine Partnerschaft geht. Das versteh ich auch nicht ganz. Wenn wir alle im tiefsten ehrlich zu uns selbst sind, gibt es doch immer irgendwo Dinge im Leben, mit denen wir unzufrieden mit uns selbst sind. Egal ob es kleine Sachen oder etwas größeres ist. Diese bedingungslose Selbstliebe von der viele heutzutage sprechen ist - in meinen Augen - eine Lebensaufgabe und keine, die man selbst zum Zeitpunkt X erreicht hat. Sonst wären wir ja keine Menschen und wären alle perfekt.

Und zum Thema Familie. Eine Familie gründen finde ich einfach schön. Es bedeutet für mich Zusammenhalt, Liebe und gemeinsam sein kleines Leben aufzubauen. Im Gegenzug bedeutet für mich Single zu sein sich voll und ganz auf die eigene Karriere / Hobbies zu fokussieren - ich habe eine gewisse Karriere gemacht und vor allem Karriere machen finde ich mittlerweile langweilig, reizt mich nicht und ich möchte meine Zeit am liebsten dafür aufwenden für meine eigene Familie da zu sein. Aber ja, das ist eben mein Wunsch, den man leider nicht selber einfach so bestimmen kann. Geduld ist nicht meine Stärke Smile

LG

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T
@Heartbroken88
Zitat von Heartbroken88:
Und zum Thema Familie. Eine Familie gründen finde ich einfach schön. Es bedeutet für mich Zusammenhalt, Liebe und gemeinsam sein kleines Leben aufzubauen. Im Gegenzug bedeutet für mich Single zu sein sich voll und ganz auf die eigene Karriere / Hobbies zu fokussieren - ich habe eine gewisse Karriere gemacht und vor allem Karriere machen finde ich mittlerweile langweilig, reizt mich nicht und ich möchte meine Zeit am liebsten dafür aufwenden für meine eigene Familie da zu sein. Aber ja, das ist eben mein Wunsch, den man leider nicht selber einfach so bestimmen kann. Geduld ist nicht meine Stärke

Danke für deine ausführliche Antwort.
Ja, es ist aber nicht nur Geduld, es ist letzlich das beidseitige Wunschdenken, das Familien bildet.
Manche Dinge ändern sich aber mit der Zeit. Jeder startet als Adler in eine Familie...

#32


A


Liebeskummer Jobwechsel - Auszeit besser?

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E
Zitat von Heartbroken88:
@Tempest Hallo, ich bin ja seit Jahren alleine gewesen. Ich kann mich daran einfach nicht ganz gewöhnen, ich bin so nicht ganz zufrieden mit meinem Leben. Es fühlt sich nicht "komplett" an,

@"erstmal alleine klar kommen": Solange du dein Komplett-Sein nur spürst innerhalb einer Partnerschaft, wirst du immer den anderen für dein Glück verantwortlich machen. Damit verrutscht die Augenhöhe zu deinen Ungunsten: Du wirst ein anlehnungsbedürftiges Kind, das bei Papi Kopfgetätschel sucht. Aber eben keine eigenständige, gestandene Frau, die ihrem Mann eine starke Partnerin ist - und eben auch wunderbar ohne ihn zurecht kommt.

In eurer Beziehung habt ihr euch viel zu oft gesehen, das war klebrig, ständiges Telefonieren: Das ist ungut und nicht gesund. Oft fühlen sich Männer dann auch eingeengt. Du fährst besser, wenn du lernst, mal einen Mann kommen zu lassen: Er ruft als erstes an, er fragt als erstes nach Treffen, er spricht als erstes von der Zukunft. Lass einen Mann führen und bleib du mal passiv. Warte ab, was dir ein Mann von alleine gibt und halte dich selbst aus.

@"sich selbst lieben sonst kannst du auch deinen Partner nicht lieben": Wenn du dich selbst liebst, sorgst du immer gut für dich selbst. Wenn es dir schlecht gehst, tröstest du dich selbst. Wenn du hungrig bist, sorgst du für Essen. Wenn du erschöpft bist, schenkst du dir selber Ruhe. Du erwartest nicht, dass dies ein anderer für dich tut.

Diese Art der Selbstliebe befreit deinen Partner von der Hybris, für dich verantwortlich zu sein. Wenn er dann gewisse Dinge nicht liefert, dann ist das gar nicht so wild, weil: Du hast dich selber lieb und übernimmst die Selbstfürsorge komplett eigenständig. Dein Partner ist damit auf Augenhöhe und kann dir ein Mann sein und kein Elternersatz.

Jetzt klarer?

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E
Zitat von Heartbroken88:
Und zum Thema Familie. Eine Familie gründen finde ich einfach schön. Es bedeutet für mich Zusammenhalt, Liebe und gemeinsam sein kleines Leben aufzubauen.

Du hast eine stark idealisierte Vorstellung von "Familie gründen". Eine Familie stemmen heißt eben leider im Alltag nicht nur Kuscheln, Blümchen und Liebe. Sondern bedeutet: Wenig Schlaf, viel Verantwortung, Einschränkungen, wenn Kind über der Kloschüssel kotzt und beide eigentlich zur Arbeit müssten, finanzielle Überlegungen, viel Erziehungsarbeit, Konflikte (Kita streikt, wer bleibt zuhause?), weniger Paarzeit, Helfen in der Schule, Tränen trocknen, Fulltimejob 24/7.

Familie gründen solltest du mit einem gestandenen Mann. Der weiß, was er will, der bereit ist, Verantwortung zu tragen, der sich wirklich Kinder wünscht, Konflikte aushält und austragen kann und absolut verlässlich ist.

Dazu musst du selbst aber erstmal in eine erwachsene Situation kommen. Wenn man Kinder hat, suchen die bei ihren Eltern und oft insbesondere bei der Mutter in den ersten Jahren massiv Anlehnung und Nähe. Wie willst du diese Sicherheit deinen Kindern vermitteln, wenn du selber noch die Kopftätschelei bei deinem Partner suchst?

Hoffe, meine "strengen" Worte kommen voller Herz und Kraft bei dir an, sind sie doch sehr unterstützend gemeint.

💕

x 3 #34


H
@BlueWoman45

Hallo,
es ist gar nicht so einfach das alles rüberzubringen. In mir ist es so: ich komme klar alleine, finde es aber schöner zu zweit. Ich versteh (noch) nicht was daran falsch ist. Ich bin auch eine starke Frau, habe aber natürlich auch meine schwachen Momente in denen es schön ist sich an einen Partner zu lehnen. Finde daran nichts falsch.

Ich finde, dass es kein "zu viel treffen" gibt, wenn es beide so wollen. Die Treffen haben sich so intensiv ergeben, mal hat er geschrieben, dass er sich treffen will. Mal ich. Und: bei den Telefonaten hat er mich immer angerufen zwinkern ich eher weniger. Also das mit dem oft telefonieren ging vor allem von ihm aus. Und ich fand es super schön! Hat für mich gepasst. Ich habe ihn auch offen gefragt, ob er findet, dass ich an ihm klebe oder "einenge". Er ist da super ehrlich.. hab ihn 1-2 mal gefragt und er meinte nein.

Selbstliebe: ich sorge ja für mich. ich geh meinen Bedürfnissen nach und achte auf mich. Und wie gesagt, in paar "schlechteren" Momenten ist es eben schön, wenn auch der Partner für einen dasein kann. Finde das nicht verwerflich, wenn man sich eine gegenseitige Stütze ist in einem Austausch auf Augenhöhe?

Oder reden wir jetzt aneinander vorbei? Smile

x 1 #35


E
Fakt ist: Er hat dich 2x eiskalt abgeschossen.
Mehr muss man eigentlich nicht wissen, um sich klar zu machen, dass dieser Mann sicherlich kein Traumtyp ist.

x 1 #36


bifi07
Zitat von Heartbroken88:
Und die Frage ist: idealisiert man am Anfang nicht immer, wenn man verliebt ist?

Ich glaube, da gibt es schon Unterschiede.

Ich hatte mich damals auch verliebt, aber sehr schnell gemerkt, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Daher hatte ich nach 8 Wochen die Reißleine gezogen...GsD, wie sich dann herausstellte.

x 1 #37


bifi07
Ich finde auch, dass man eher mit sich zufrieden sein sollte, als sich unbedingt zu lieben. Ich definiere Liebe auch eher als etwas, dass ich dem Partner, meinem Kind oder meinen Eltern entgegen bringe. Mir ist es auch wichtig, stolz auf mich, ohne dabei überheblich, zu sein. Ich kann mich auch trösten und für mich sorgen, ohne das ich mir sage, dass ich mich liebe.
Ich hab auch meine Macken und leider etwas zu viel auf der Hüfte Mr. Green

Damit will ich sagen, dass ich die TE gut verstehen kann, dass sie an Aussagen über "Selbstliebe" zweifelt.

#38


H
@bifi07

Hey,
ja, das Wort Selbst"liebe" ist irgendwie zu viel für mich. Ich bin schon einen ziemlich langen Weg gegangen, immer wieder mit Höhen und Tiefen. Eine Partnerschaft aber nicht einzugehen, weil meine "Selbstliebe" noch bisschen wachsen darf, finde ich irgendwie skuril. Vollkommene Selbstakzeptanz ist gerade in der heutigen wettbewerbsorientierten, recht unmenschlichen, und Selbstoptimierungs-Wahn geprägten Welt/Gesellschaft meiner Meinung nach fast schon eine Lebensaufgabe. Das Leben stellt einem auch immer wieder Steine in den Weg, die man braucht um persönlich zu wachsen und zu lernen. Da kann mir keiner sagen, dass "Selbstliebe" an Tag X erreicht ist. Wenn jeder so super toll mit Situationen und sich selbst klarkommen könnte, gäbe es dieses Forum hier nicht Smile Der Austausch mit Partner kann ja auch neue Perspektiven bringen und man kann lernen. Auch wenn mein Ex mich manchmal nicht gut behandelt hat, hat er mir gewisse Sachen aufgezeigt und ich habe viel dazugelernt für mich.

LG

#39


L
Zitat von Heartbroken88:
Vollkommene Selbstakzeptanz

Um das geht es doch gar nicht. NICHTS ist vollkommen. zwinkern

Aber in einer Beziehung zu sein, die nicht wertschätzend und liebevoll ist, um nicht allein zu sein und auf Biegen und Brechen irgendwo vermeintlich anzukommen, ist meiner Meinung nach Selbstverletzung.

#40


H
@Lumba

Hey,
ja das sehe ich jetzt schon. Ich hab's in der Beziehung ja auch wahrgenommen und ihn darauf angesprochen, dass er nicht respektvoll und nicht wertschätzend mit mir umgeht. Man hat da aber einen vernebelten Blick, da er ja nicht nur negative Eigenschaften hat. Ich weiß ja jetzt schon, dass er der Falsche für mich war.

#41


L
Zitat von Heartbroken88:
Ich weiß ja jetzt schon, dass er der Falsche für mich war.

Und ich glaube, es wird jeder der Falsche sein wenn Du Deine Baustellen nicht angehst. Und das ist NICHT komplette Selbstakzepetanz.

Das ist das wahrnehmen des eigenen Wertes, ein sich wohlfühlen mit Dich selbst, ein Empfinden des Wertseins aus sich selbst heraus.

Kein Partner oder Familie der Welt kann das Loch das wohl in Dir trägst füllen. Da kann ich Dir Brief und Siegel drauf geben.

x 2 #42


H
Hey Leute,
ich merke einfach, dass ich totale Stimmungsschwankungen habe. Ist das normal nach einer Trennung?
Mal seh ich alles "neutraler" und es ist ok so wie es ist. Dann bin ich wieder traurig. Dann wieder wütend. Gefolgt von sehr genervt und gereizt.. Traurig

#43


bifi07
Zitat von Heartbroken88:
Ist das normal nach einer Trennung?

Ja, weil du (noch) nicht weißt, wie du mit dieser Situation umgehen sollst knuddeln

x 1 #44


H
Hallo liebe Community,

ich habe mir gerade einen Podcast angehört von Stephanie Stahl. "Liebeskummer - wie schaffe ich es da raus?". Ging für mich sehr unter die Haut, weil es meine tiefen, inneren Themen angesprochen hat.

Thema Selbstwert und Glaubenssatz "ich bin nicht gut genug" hat mein Ex dauernd, von Anfang an, bei mir getriggert. Mein Ex war distanziert, ein kühler Typ - ich fand seine autonome Art sehr anziehend. Ich habe mich an ihm abgearbeitet, um ihm zu gefallen. Habe echt so viel für ihn gekämpft. Würde ich nie wieder für einen Typen machen, der mir nur einen Krümmel zurückgibt. Das hat dann echt wenig mit Liebe zu tun. War wohl alles sehr idealisiert.

Ist gerade alles etwas viel für mich. Denn es bringt mich - wiedermal - zu meinem Kernthema im Leben zurück. Mein geringer, schwankender Selbstwert. Ich weiß langsam nicht mehr was ich mit dem Thema anfangen soll. Es will da irgendwie nicht "klick" machen, obwohl ich sehr sehr viel dafür schon in der Vergangenheit gemacht habe (längere Therapie, Bücher, mit Freunden gesprochen, mit Familie gesprochen, Podcasts gehört, YouTube Videos geschaut...).

Ich dachte ich wäre da schon weiter mit dem Thema Selbstwert. Aber die Beziehung zu meinem Ex hat mir gezeigt, dass ich da noch viel Luft nach oben habe irgendwie. Das ist sehr enttäuschend gerade und frustriert mich sehr.

Ich weiß nicht was ich da noch machen kann.. Was denkt ihr?

#45


A


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