Christin30
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Ich weiß nicht, ob ich hier an der richtigen Stelle bin. Wenn nicht, dann bitte ich um Entschuldigung. Es geht um folgende Situation:
Ich habe mich vor ca. 7 Monaten von meinem Exverlobten getrennt. Wir waren 9 Jahre zusammen, hatten eine sehr, sehr intensive Beziehung, haben wirklich ALLES zusammen erlebt und aus dieser Beziehung geht auch ein 2jähriger Sohn hervor. Wir hatten in diesen Jahren auch schon mal die ein oder andere Auszeit. Das Problem ist dass ich vermutlich Borderlinerin bin und - bedingt durch die damit einhergehenden Symptome - im Grunde keine Beziehung auf Dauer führen kann. Ich vertraue niemandem, bin extremst eifersüchtig, schwanke bei meinen Partnern dauernd zwischen Idealisierung und Entwertung, mal hasse ich meinen Partner, mal liebe ich ihn, habe panische Angst vor dem Verlassenwerden, vor dem Alleine sein, habe Angst vor Nähe, aber auch Angst vor Distanz, usw. Schlimme Sache. Daher hatte ich auch schon einen ordentlichen "Verschleiß" an Partnern, da die meisten diese Situation nicht lange ertragen haben.
Nun ist es so, dass mein Ex wohl an dieser Trennung komplett zerbricht. Dies wurde auch dadurch extrem verschlimmert, dass ich 8 Tage nach der Trennung schon einen Neuen hatte. Mein Ex hat dies natürlich mitbekommen und hat mich dann sehr übel beschimpft. Wie ich ihn denn nur so schnell ersetzen könne, dass er sich nun immer vorstellen muss, wie ich mit meinem Neuen Sex habe, mit ihm nun bald zusammen Weihnachten feier, wie ich mit ihm nun meine neue Familie gründe, usw. Anfangs konnte ich sein Gejammer ja noch verstehen. Aber es sind mittlerweile 7 Monate seit der Trennung vergangen und ich denke, man sollte nach so einer langen Trennungszeit dann doch schon so gefestigt sein dass man damit langsam mal klar kommen und der Realität ins Augen sehen sollte, auch wenn es vielleicht nicht einfach ist.
Aber bei meinem Ex ist es offensichtlich anders. Meinen Sohn sieht er alle zwei Wochenenden. Natürlich begegnet mein Ex mir dann auch persönlich, wenn er den Kleinen abholt. Und er sagte mir dann sehr oft, dass er wohl jedes Mal aufs Neue daran zerbricht, mich immer wieder sehen zu "müssen", auch wenn es nur ein paar Sek. sind. Da habe ich erwidert: "Pass auf. Entweder Du packst das, mir immer wieder unter die Augen zu treten, oder Du siehst halt Deinen Sohn nicht mehr. Dein Ding!" Mag sein, dass das etwas harsch von mir war, aber es geht nun mal nicht anders. Ich werde meinen Sohn wohl kaum sagen können, dass er alleine vor die Türen gehen und auf seinen Vater warten soll, nur damit dieser mich nicht sehen muss. Ziemlicher Kindergarten, finde ich.
Nun zum Eigentlichen. Ich habe gestern, spät Abends gegen 23:30 Uhr eine SMS von meinem Ex bekommen. Er hat total wirr geschrieben. Das Einzige, was ich daraus so entschlüsseln konnte, war, dass er wohl einen kompletten Nervenzusammenbruch und sich total ins Koma gesoffen hätte, weil er die Situation der Trennung einfach nicht mehr erträgt. Er hat darum gebeten, mir einen Krankenwagen zu rufen. Warum er das nicht selbst erledigt oder einen Nachbarn oder Freund gebeten hat, keine Ahnung. Erst sagte ich ihm: "Wenn Du meinst, Dich halb to zu saufen, ist das Dein Problem. Guck, wie Du klar kommst!" Als er mich dann aber mehrfach unter Tränen und mit hörbaren Atembeschwerden (er atmete ganz schnell und unregelmäßig, war kaum zu verstehen, klang schon recht heftig) darum gebeten hatte, einen Krankenwagen zu rufen, habe ich es dann letztendlich getan.
Mein Ex liegt jetzt seit gestern Abend im Krankenhaus. Diagnose: Alk., Nervenzusammenbruch, und vermutlich Broken-Heart-Syndrom, was immer das auch genau sein soll. Zumindest hat mein Ex mir das so geschrieben. Hat wohl eine Beruhigungsspritze bekommen und ich denke, dass er heute irgendwann entlassen wird, keine Ahnung.
Nun habe ich zwei große gefühlsmäßige Extremen, die ich überhaupt nicht geordnet bekomme. Auf der einen Seite ist es wirklich richtige Wut, Hass gegenüber meinem Ex, dass er gestern so gehandelt hat. Auf der anderen Seite hat es mich wirklich richtig tief getroffen, dass er so extrem leidet. Mir war das vorher gar nicht so richtig bewusst. Durch diese extremen Schwankungen meiner Gefühle ergeben sich nun zwei Situationen für mich.
Situation 1
Da ich davon ausgehe, dass mein Ex psychisch erstmal gar nicht mehr in der Lage ist, sich sorgevoll um unseren Sohn zu kümmern, würde ich es lieber erstmal vermeiden, dass er ihn zu Gesicht bekommt, bis er sich wieder im Griff hat.
Gibt es da irgendwelche Möglichkeiten, ihm diesen Umgang in dieser Zeit zu verwehren? Evtl. übers Jugendamt? Ich würde dem JA gegenüber das dann so argumentieren, dass mein Ex sich wohl halb tot gesoffen hätte und dass dies in der Zukunft wohl auch nicht auszuschließen ist, dass dies nochmal passiert und dass ich nicht möchte, dass mein Sohn in solch einem Umfeld vorerst verkehrt.
Mein Ex sagte mir zwar, dass das eine Ausnahmesituation war und er meinen Sohn weiterhin sehen möchte und sich auch weiterhin gut um ihm kümmern wird, aber ich vertraue ihm seit der Geschichte gestern absolut nicht mehr. Bis dahin lief alles immer problemlos. Er war zur Übergabe immer pünktlich, es gab keinerlei Anzeichen dafür, dass mein Sohn irgendwie unter meinem Ex leidet (im Gegenteil), etc. Aber wer garantiert mir nun, dass sich das jetzt nicht ändern wird? Ich möchte meinen Sohn einfach nur vor schützen.
Situation 2
Irgendwie habe ich seit der Geschichte gestern gemerkt, dass mein Ex mir wohl absolut noch nicht egal ist. Nach der Trennung habe ich mich wirklich frei gefühlt, und hatte dann ja auch direkt einen Neuen. Ist zwar nicht wirklich was Ernstes mit ihm, aber er lenkt mich halt gut ab und ich bin nicht alleine.
Aber seit gestern bekomme ich das Bild nicht mehr aus dem Kopf, wie extrem mein Ex leidet und wie er dort gestern zu Hause gelegen haben muss, wie er nun im Krankenhaus liegt und auch seine Worte von damals (s.o.) gehen mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf. Er will mich absolut nicht mehr sehen, sagte er, da ihm das einfach zu weh tun würde. Deswegen bin ich auch nicht ins KH gefahren, obwohl ich ihn sehr gerne besucht hätte. Der komplette Kontakt lief über SMS und Anrufe. Er sagte mir dann auch, dass die Übergabe meines Sohnes in Zukunft irgendwie anders laufen muss. Er will mich einfach nicht mehr sehen. Nur wüsste ich nicht, wie das anders gehen sollte?
Zusammengefasst bin ich einfach nur total verwirrt. Ich weiß und merke, dass mein Ex mir absolut nicht egal ist und da auch noch sehr viele Gefühle sind. Aber ich verdränge diese sehr stark und halte seit der Trennung auch absolute Kontaktsperre zu meinem Ex ein, es sei denn, es geht um meinen Sohn. Aber diese Kontaktsperre fällt mir zunehmend schwerer. Ich weiß aber einfach, dass, wenn ich ihm jetzt schreiben oder ihn anrufen würde und versuchen würde, mit ihm normal zu reden, dass er mich direkt wieder anbetteln würde, zurück zu kommen. Das würde nicht gut enden. Ehrlich gesagt verstehe ich aber auch nicht so ganz, dass mein Ex nach 7 Monaten Trennung immer noch so extrem leidet. Ist das nicht schon krankhaft, was meint ihr?
Ich habe seitdem auch sehr große Angst davor, dass mein Ex sich was antun könnte. Ich traue ihm das durchaus zu, so wie ich ihn gestern erlebt habe.
Keine Ahnung. Sorry, wenn ich etwas wirr geschrieben haben sollte, aber ich weiß absolut nicht, was ich nun machen soll. Könnt ihr mir da irgendwie helfen, was ihr an meiner Stelle machen würdet? Wäre lieb von Euch.
Liebe Grüße
Eure Christin