Matti83
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ich muss erstmal los werden, dass ich doch erstaunt darüber bin, wieviele Menschen hier aktiv sind. Das alleine hat mir jetzt schon geholfen.
Aber jetzt zu meiner Situation:
Ich bin 37 Jahre alt, meine Frau 33. Wir sind 2009 zusammen gekommen, haben 2012 uns ein Haus gebaut und 2016 geheiratet. Wir haben uns wirklich ein tolles Leben aufgebaut. Kinder wollten wir nie, sind dafür gerne und viel gereist. Eigentlich waren wir immer sehr glücklich und haben uns nur sehr sehr selten gestritten.
Doch eigentlich gab es bei uns immer 2 Probleme. Sie hat mir selten Zärtlichkeiten gegeben. Ich meine Sowas wie beim Vorbeigehen mir einen Kuss zu geben, mich mal zu kraulen etc. So war sie halt nie. All das habe ich immer bei ihr gemacht. Dafür hatte sie das Problem mit dem Sex bei mir. Ich habe Spaß daran, so ist das nicht. Ich bin aber eher derjenige, der verführt werden möchte (ich weiß, das ist eher selten bei einem Mann). Sie hat allerdings die Bedürfnisse, einen, ich möchte es mal Gigolo-Leidenschafts-Mann zu haben. Das war ich aber nie und ich kann es ihr auch einfach nicht geben.
Nun ja, wir hatten über diese Probleme bereits mehrfach gesprochen, 3 Jahre inzwischen. Es hatte sich dann auch immer ein paar Wochen geändert, bevor wir beide wieder in den alten Trott zurück sind. Für mich ist Sex halt auch nicht das Wichtigste in einer Beziehung. Für sie allerdings schon.
Naja, nun gab es 2x die Situation, dass sie unter Alk. letztes und dieses Jahr ein wenig heftig mit Bekannten geflirtet hat, in meinem Beisein. Was ich auch Stück weit verstehen kann, sie sucht sich die Bestätigung, die ich ihr nicht geben kann. Das führte letztlich am vergangen Samstag zu einem Streit und am Sonntag hatte sie mir gesagt, dass sie das Alles nicht mehr so wolle. Inzwischen sucht sie sich eine Wohnung. Da es aber aktuell ja nicht so einfach ist, eine zufinden, wohnt sie aktuell noch in unserem Haus und das auch sicherlich noch für ein paar Wochen. Also groß auf Abstand gehen, ist gerade nicht möglich. Wir sind auch nicht im Streit und reden relativ "normal", so gut es halt geht.
Ich liebe sie noch immer, dass ist mir vorallem jetzt wieder bewußt geworden. Ich würde auch zu einem Therapeuten gehen, um leidenschaftlicher zu werden. Dafür ist es aber wohl zu spät.
Sie sagte mir, in dem Augenblick, als sie die Trennung aussprach, war es für sie, als wenn sie aus einem Käfig ausgebrochen wäre und sie mich zwar liebt, aber nicht mehr verliebt sei. Nicht mehr verliebt zu sein, ist nach 11 Jahren ja auch völlig normal. Das man diese Schmetterlinge im Bauch nicht mehr hat usw.
Mir ging es den Sonntag richtig beschi. Auch gestern zu arbeiten war kaum möglich. Dann war ich erst bei meinen Eltern, um denen die "Neuigkeit" mitzuteilen. Die waren sehr geschockt. Sie können es nicht glauben, dass nur Sex dazu führen kann, sich zu trennen und redeten mir auch ein wenig Hoffnung ein, indem sie sagten, warte erstmal ab wenn sie alleine wohnt und vielleicht dann merkt, dass Sex nicht Alles ist.
Danach war ich noch bei meinen Schwiegereltern. Die wussten das schon seit Sonntag und waren ebenfalls sehr geschockt. Sie sagten zu mir, ich solle doch erstmal meine zu liebe Art ablegen, weil meine Frau auch jemanden braucht, der sie in die Schranken weißt.
Was merkwürdig war, nachdem ich bei meinen Schwiegereltern war, ging es mir deutlich besser. Eventuell weil sie mir sagten, dass ich egal wie, bei denen immer willkommen bin. Vielleicht gaben sie mir einfach das Gefühl: "du wirst zwar die wichtigste Person verlieren, aber Alle drum herum bleiben dir." Und somit natürlich auch immer ein Teil meiner Frau. Ich weiß es nicht.
Heute morgen geht es mir zumindest wieder deutlich schlechter, zwar nicht so wie gestern, aber halt sehr schlecht.
Ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll. Obwohl ich es eigentlich nicht will, habe ich ein wenig Hoffnung auf das, was meine Eltern mir sagten (mit der räumlichen Distanz). Aber eigentlich will ich diese Hoffnung nicht haben, weil ich Angst habe, dass ich somit meinen Schmerz nur noch in die Länge ziehe anstatt nach ihrem Auszug einen Schlussstrich zu ziehen. Aber ich kann und will meine Frau nicht verlieren. Ich fühle mich wirklich so, wie es hier im Blog schon beschrieben wurde. Was soll ich tun?