Ich möchte zu dem Ganzen noch etwas ergänzen, auch weil ich mir diese Dinge selbst immer wieder vor Augen halten möchte. Vielleicht habt ihr dazu auch noch eine Meinung.
Letztes Jahr sind wir mit ihrem Sohn nach Kroatien gefahren. Da sie keinen Führerschein hat, bin ich die komplette Strecke hin und zurück selbst gefahren. Bereits auf der Hinfahrt, etwa auf halber Strecke, fing sie wieder damit an, über ihr Aussehen zu klagen. Dabei wusste sie selbst genau, dass sie attraktiv ist. Sie hatte über 2.000 Follower auf TikTok und erzählte mir regelmäßig von Männern, die ihr Aufmerksamkeit und Bestätigung schenkten.
Da ich diese Aussagen bereits seit Jahren hörte, reagierte ich irgendwann genervt und zog sie ein wenig damit auf. Als sie wieder anfing, sagte ich mit einem Grinsen sinngemäß: „Ja stimmt, du hast recht.“ Für sie war das jedoch ein riesiges Problem. Ab diesem Moment war der Urlaub eigentlich schon gelaufen. Es folgten stundenlange Diskussionen darüber, was für ein Unmensch und Monster ich sei, weil ich ihr angeblich nicht genug Bestätigung gebe und ihr nicht ständig sage, dass sie die schönste Frau der Welt sei.
Die Situation eskalierte so sehr, dass ich während der Autofahrt eine Panikattacke bekam und sie mehrfach bat, endlich damit aufzuhören. Insgesamt verloren wir etwa vier Stunden, weil sie dauerhaft schlechte Laune hatte und immer wieder Themen aus der Vergangenheit, meine Ex-Freundinnen oder andere Vorwürfe hervorholte.
Als wir schließlich ankamen, beruhigte sich die Lage für einige Tage. Jeden Morgen schaute sie mit ihrem Sohn ihre Serien, während ich das Auto für unsere Ausflüge belud und ständig hin und her lief. Dabei blickte ich irgendwann auf den Fernseher. In der Serie stritt sich eine Frau lautstark mit einem Mann. Ohne groß nachzudenken sagte ich: „Die ist aber sympathisch. Was will die eigentlich von dem?“
Ich sagte weder, dass die Frau hübsch noch schön sei. Trotzdem explodierte sie vor Wut. Sie schrie mich an, beleidigte mich und fragte, wie ich so jemanden sympathisch finden könne. Dann nahm sie sogar eine Bratpfanne in die Hand und wollte sie anheben.
Diesmal reagierte ich anders als sonst. Ich stellte mich direkt vor sie und sagte: „Dann schlag doch zu. Schlag doch. Diesmal werde ich mich wehren.“
Daraufhin legte sie die Pfanne wieder weg und sprach mehrere Tage kein Wort mehr mit mir. Später gab sie mir dennoch die komplette Schuld an der Situation und verlangte, dass ich mich bei ihr entschuldige.
Zwei Tage später war plötzlich alles wieder wie vorher. Sie war liebevoll, aufmerksam und verhielt sich, als wäre nichts passiert. Ich hatte einen Ausflug geplant und wir fuhren los. Während der Fahrt fragte sie mich aus Neugier, ob ich während unserer Streitphasen oder als ich Corona hatte, SB betrieben hätte. Ich antwortete ehrlich mit Ja.
Anschließend fragte sie, ob ich dabei ihre Bilder oder Videos benutzt hätte. Auch hier antwortete ich ehrlich: Ja, manchmal, aber nicht ausschließlich. Gelegentlich waren es auch Filme ab 18 Jahren, allerdings nur ein- oder zweimal.
Auch damit war die Situation sofort eskaliert. Es folgten lautes Anschreien, Beleidigungen und Trennungsdrohungen. Für sie war das bereits Fremdgehen. Wieder bekam ich eine Panikattacke und musste mehrfach mit dem Auto anhalten.
Nur zwei Tage später fand sie einen alten Instagram-Account von mir, auf dem weder Bilder noch sonstige Inhalte vorhanden waren. Sofort konfrontierte sie mich damit und war überzeugt, dass ich dort mit anderen Frauen schreiben würde. Den restlichen Tag und die gesamte Rückfahrt verbrachte ich damit, mich zu rechtfertigen und ihr zu beweisen, dass das nicht stimmte.
Währenddessen sagte sie immer wieder, dass ich sie nicht lieben würde. Ein Satz ist mir besonders im Gedächtnis geblieben: Sie meinte, sie bereue manchmal, mich nie richtig manipuliert zu haben, so wie angeblich meine Ex-Freundin damals.
Das Thema Aussehen zog sich durch unsere gesamte Beziehung. Fast täglich hörte ich, wie schlecht es ihr gehe. Sie klagte über Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Müdigkeit oder andere Beschwerden. Gleichzeitig war ihr Aussehen und ihre Attraktivität etwas, das nicht nur mich, sondern praktisch jeden beeindruckte.
Trotzdem begann nahezu jeder Tag mit Aussagen wie: „Ich sehe schrecklich aus“, „Ich habe kaum geschlafen“, „Mir geht es schlecht“ oder ähnlichen Beschwerden. Das war nicht nur gelegentlich so, sondern wirklich täglich – morgens nach dem Aufstehen, wenn ich sie abholte oder einfach im normalen Alltag.
Anfangs versuchte ich immer, sie aufzubauen und ihr gut zuzureden. Irgendwann fragte ich mich jedoch, was das Ganze eigentlich soll. Deshalb reagierte ich gelegentlich ironisch und bestätigte ihr mit einem Lächeln Aussagen wie: „Ja, du hast recht.“ Nicht weil ich das ernst meinte, sondern weil ich diesen ständigen Druck, ihr immer wieder dieselbe Bestätigung geben zu müssen, irgendwann nicht mehr aushielt.
Wenn es um ihre gesundheitlichen Beschwerden ging, bot ich ihr regelmäßig konkrete Hilfe an. Ich schlug vor, ins Krankenhaus zu fahren, einen Arzt aufzusuchen, Medikamente zu besorgen oder in die Apotheke zu gehen. Ihre Antwort war fast immer dieselbe: Ich sei kalt und gefühllos. Sie sagte, was sie eigentlich brauche, sei, dass ihr geliebter Mensch sie streichelt, in den Arm nimmt und ihr Nähe gibt. Dann würden die Schmerzen verschwinden.
An einen Streit erinnere ich mich besonders deutlich. Aus dem Nichts begann sie, sämtliche meiner Ex-Freundinnen als hässlich zu beleidigen. Das ging stundenlang. Sie wollte wissen, warum ich überhaupt jemals mit solchen „hässlichen Frauen“ zusammen gewesen sei.
Ich bat sie mehrfach, damit aufzuhören und Menschen generell nicht aufgrund ihres Aussehens abzuwerten. Doch sie machte immer weiter. Schließlich verteidigte ich mich und sagte: „Wenn ich mit ihnen zusammen war, dann waren sie für mich offensichtlich nicht hässlich.“
Auch diese Antwort war für sie falsch. Ihre Wut kannte keine Grenzen. Sie kam mir immer näher, und ich hatte das Gefühl, sie könnte gleich zuschlagen. Deshalb sagte ich irgendwann: „Versuch es doch. Dann wirst du sehen, was passiert.“
Der Streit zog sich über Stunden. Eigentlich hätte ich schlafen müssen, doch sie verlangte ständig weitere Antworten, beleidigte mich mit den schlimmsten Worten und akzeptierte nicht, dass ich mich weigerte, alle meine Ex-Partnerinnen als hässlich zu bezeichnen.
So ging es Monat für Monat weiter. In ihrer Sichtweise waren praktisch alle Frauen, die ich kannte, „Schlampen“. Dasselbe galt teilweise sogar für meine Schwester. Sie erwartete nicht nur, dass sie das so sieht, sondern auch, dass ich diese Sichtweise übernehme.
Gegen Ende der Beziehung begann ich allgemein, mich stärker zu wehren und Grenzen zu setzen. Das führte immer häufiger zu Konflikten. Bis schließlich der 28.03. kam.
An diesem Tag stellte sie mich vor die Wahl: Entweder ich gebe meinen Freund auf beziehungsweise stelle sie über alles andere, damit ich ihr endlich beweise, dass sie der wichtigste Mensch in meinem Leben ist, oder die Beziehung sei vorbei.
Ich habe es nicht getan. Obwohl ich wusste, wie stark diese Trauma-Bindung inzwischen war und wie sehr mich das alles zerstörte.
Entschuldigt den langen Text. Das sind nur einige Situationen, die mir im Nachhinein besonders negativ auffallen. Vielleicht auch deshalb, weil ich die negativen Dinge oft viel zu schnell vergesse. 😊