@DerMitfuehlende
Danke für Deine Worte - gerade dass mit dem Zeitrahmen hat mir jetzt gerade sehr geholfen. 6 Monate... kommt mir sehr realistisch vor.
Auch dass ich jetzt am liebsten ständig mit ihr schlafen will ist sogar typisch, während meines Morgenlaufs (die Zeit, in der ich die meisten Dinge des Vortages ver-bzw. aufarbeite) fiel mir auch auch auf, dass es durchaus ein Problem werden kann wenn sie irgendwann will und ich bereits wieder aus dieser "Sucht nach Sex mit dem untreuen Partner" (dafür gibt es sogar einen Fachbegriff, den ich gerade wieder vergessena habe) wieder heraus bin. Danke, dass Du mir gezeigt hast, dass ich damit nicht alleine bin.
Update Mittwoch 22.08.2017Gestern haben wir angefangen die kurzen (englischsprachigen) Filme auf Youtube zu schauen um unsere Sichtweisen zu synchronisieren bzw. unterschiedliche Sichtweisen des anderen transparenter zu machen (Darf ich hier Hyperlinks posten?).
Dabei wird mir immer klarer, dass wir an zwei ganz anderen Punkten der Verarbeitung sind: Ich muss erstmal diesen massiven Treuebruch verarbeiten - den Verlust meiner Zukunft wie ich sie mir ausgedacht hatte. Sie möchte an den Beziehungsproblemen arbeiten. Immerhin erzählt sie mir (relativ) bereitwillig Dinge, die ich wissen möchte.
Ich wollte lange nicht wissen, was tatsächlich im Bett gelaufen ist. Aber wie soll ich irgendwann verzeihen, wenn ich nicht weiß was ich verzeihen soll? Sie erzählte mir also mit etlichen Nachfragen was alles passiert war und wie lange es gedauert hat. Wichtig war ihr, dass er ihr die gesamte Zeit gezeigt hat, dass er sie will. Zusätzlich fand fand ich überraschend (zunächst) die Gesamtdauer von über 3 Stunden

Auf Vor- und Nachspiel entfiel dabei irgendwie 2,5h oder mehr. Sex soweit normal.
Ich dachte mir gestern so: Könnte ich auch wenn ich wollte... .
Aber heute morgen fiel mir der Denkfehler auf. Zunächst fiel mir während ich so beim Laufen darüber nachdachte auf, dass sie die ganze Zeit erzählt hat, was er alles mit ihr gemacht hat ... aber wo waren ihre Aktionen um ihm etwas gutes zu tun in dem Bild? Genau - da waren keine. Ich vermutete also, dass sie das einfach genossen hat, was er alles mit ihr angestellt hat. Und dann habe ich mich gefragt, ob ich das eigentlich für mich so will. Das ich auch da wieder Dienstleister sein muss, neben Hauswart und Fuhrparkbetreuung auch noch der Liebesjunge der der Prinzessin maximale Befriedigung und Erfüllung verschafft.
In mir kam also der Gedanke hoch, dass wir uns eigentlich beide als unfreiwillige Dienstleister gesehen haben.
Sie erzählte mir gestern, dass sie überall Komplimente bekommt nur von mir nicht ... .
Und dann wurde mir auch klar, ich hätte das alles garnicht gekonnt, selbst wenn ich gewollt hätte, Für 3 Stunden Vorspiel und Sex war einfach keine Zeit (und nerv). Komplimente gebe ich jemandem, in dessen Nähe ich mich geliebt (oder wenigstens wohl) fühle.
Durch die schlechte Behandlung war das Bedürfnis ihr Komplimente zu machen aber bei -11 (auf einer Skala von 0 bis +10).
Heute morgen war ich natürlich nach dem Lauf mal wieder nachdenklich und verschlossen. Habe ich sie darauf angesprochen - und tatsächlich: Sie hat sich da im Bett wie vermutet so richtig verwöhnen lassen und einfach genossen - ihm eigentlich nichts gutes getan. Ich habe ihr dann auch gesagt, dass im Moment von meiner Seite da nicht mit Komplimenten zu rechnen ist und dass es ziemlich schwierig werden dürfte, wenn sie erwartet dass ich mir in Zukunft (immer) so viel Mühe gebe, wie er das getan hat UND dass das meiner Meinung nach auch auf Gegenseitigkeit beruhen sollte (Ich kann mir ja durchaus vorstellen, dass ich das ab und zu mal mache - aber dann will ich nicht nur so eine Art Dienstleister sein.
Kurz davor gab es von ihr mal wieder eine Standardbemerkung (das war eigentlich der Gesprächseinstieg) als sie meine Tagesplanung gehört hat (ich will mich über SportKurse bei meinem Fitnessverein informieren und mich über die Ausbildung zum Piloten (Segelflugplatz) am Flugplatz erkundigen. Sie sagte "Ich habe das Gefühl Du willst aussteigen - wenn Du das ganze beenden möchtest, ist das für mich auch in Ordnung". Lustigerweise habe ich bereits gestern gesagt, dass es nicht hilfreich ist, wenn sie jede Selbstverwirklichung von mir als elementare Bedrohung unserer Beziehung sieht. Ich habe sie dann auch noch einmal darauf hingewiesen, dass ich den Weg zu ende gehe und nicht versuche aus der Ehe auszubrechen.
Tatsächlich glaube ich, dass meine Frau nach 17 Jahren in denen ich immer der sich-selbst-auflösende-lieb-Sklave war, jede Bewegung in Richtung Selbständigkeit (unbewußt) als Angriff auf ihr Lebensmodell sieht. Aber damit wir Gemeinsamkeiten nicht völlig verlieren - dafür haben wir ja morgen wieder Ehetherapie. Ich möchte gerne meinen Traum testen/verwirklichen (fliegen). Dann kann ich mir wenigstens nicht vorwerfen es nie probiert zu haben. Es ist nämlich tatsächlich so: Dass ich das Fliegen immer vor mir her geschoben habe, hat meine Ehe auch nicht gerettet.