@paul258
Hallo Paul, erstmal 1.000 Dank für deinen langen Text mit deinen Erfahrungen, Tipps und ohne Vorwürfen. Es hat mir sehr gut getan ihn zu lesen. Danke danke danke!
Zitat von paul258: Besteht irgendwie die Möglichkeit das zu ändern?
Auch wenn du es jetzt nicht sehen magst, aber es wird früher oder später eh dazu kommen müssen. Damit meine ich nicht, dass du morgen loslaufen sollst dir eine Wohnung suchen - aber denken wir mal rational: Es wird nicht so bleiben, dass du im Haus der Familie deines Ex Partner wohnst. Entweder werden die damit irgendwann ein Problem haben, oder noch schlimmer: Es wäre ihnen egal und dann läuft dein Ex permanent mit seiner Neuen vor deiner Nase rum. Das ist doch die Hölle!
Also ist ja nett, dass er dir gerade noch bescheid sagt usw., aber wenn ich tippen müsste, würde ich sagen, dass das auch irgendwann mal aufhören wird. Und dann wird es eklig für dich.
Ich sehe das ganz genauso wie du und bin auch schon intensiv dabei eine Wohnung zu suchen, nur leider ist das gerade in unserer Stadt nicht leicht. Es ist jetzt schon "eklig" und wie du sagst, nur eine Frage der Zeit bis ich gehen muss.
Zitat von paul258: Ob er danach ins Kloster geht oder ein Harem eröffnet ist für DICH nicht wichtig.
Auch da hast du recht, aber sag das mal meinem Herzen :/
Zitat von paul258: 4 Wochen sind NICHTS! Also fang bloß nicht an dir hier Vorwürfe zu machen!
Ich lag 2 Wochen im Bett, war dann Wochenlang down, dann Stress, Umzug usw. Mittlerweile sind es gute 7 Monate her und ich habe vorgestern noch mal geweint. Es ist einfach so. Eine Trennung nach so lange Zeit ist einfach ein enorm krasses Erlebnis.
Es tut mir sehr leid, dass du das durchmachen musstest! So wie du schreibst bist du ein sehr einfühlsamer und starker Mensch - ich wünsche dir weiterhin ganz viel Kraft!
Zitat von paul258: Das liegt sogar in der menschlichen DNA. Bis vor paar ca. 150 Jahren bedeutete eine "Trennung" dass man "alleine" ist, was gleichzeitig eine blanke Angst um das Überleben bedeutete. Als Höhlenmensch war das der sicherer Tod, da ändern auch nicht 1000 Jahre Zivilisation etwas dran.
Vielen Dank für die Erklärung, das hilft daran zu glauben, dass es besser wird! Zumindest der "Liebeskummer". Das Alleine sein ist dann nochmal ein anderes Thema.
Zitat von paul258: All das hat der Trennende zu 99% nicht. Im Gegenteil, er wird sich gut fühlen, weil er ja quasi "die Wahl" hatte - warum sollte er was ändern? Warum sich verbessern? Trennende bleiben meist einfach die Menschen, die sie waren - dabei hat doch jeder Mensch Baustellen, die er angehen kann, wenn wir mal ehrlich sind.
Bei der Trennung meinte er zu mir dass er sich jetzt auch selbst finden möchte, also eigentlich alles das, was du geschrieben hattest. Und er könne das aber zusammen mit seiner neuen Freundin. Das bezweifle ich tatsächlich. Von daher hast du recht, da habe ich nun eine Chance, die er nicht hat - auch wenn er sich einredet es sei nicht so.
Zitat von paul258: Lass dein Sein nicht bestimmen von einem anderen Menschen!
Du stellst dich in die Welt und so kann er dich auch nicht "durch streichen". Oder hat dich das definiert? "Die Freundin von X?" - ich denke ja mal nicht.
Vielleicht habe ich das, ich weiss es ehrlich gesagt nicht. Aber wie du es geschrieben hast, macht es auf jeden Fall Sinn. Ich bin was Verarbeitung von Themen angeht ein sehr starker Kopfmensch - von daher hilft mir dieser Hinweis sehr!
Zitat von paul258: Für was hat man sonst Erspartes, um es nicht in Extremsituationen im Leben anzuwenden?
Auch das sehe ich wie du, allerdings möchte ich es eher für andere Dinge ausgeben, die mir die nächste Zeit gut tun z.B. Verreisen, wenn mir die Decke auf den Kopf fällt. Wenn ich hier raus muss, dann ist das wohl so, und ich muss ein AirBnB zahlen, wenn ich keine andere Option habe.
Zitat von paul258: Das Problem ist, wie hier schon oft geschrieben wurde, dass bei Trennungen ist immer so ist, dass der Trennende direkt danach in ein Hoch kommt. Er wird ja nicht morgens aufgestanden sein und dachte sich "Boah heute mal Trennung", vermutlich hat er sich das lange überlegt - und nun ausgesprochen. Also hat er nun erstmal gute Laune. "Endlich habe ich mich getraut!". Das ist immer schlimm mitzuerleben warum auch kein Kontakt wichtig ist. Aber glaub mir, auch das Strohfeuer wird vergehen und seine Laune sich verschlechtern. Ihr seid einfach erst 4 Wochen getrennt..
Tatsächlich glaube ich - aufgrund seines eigenwilligen Charakters und seinem schwierigen Zugang zu eigenen Gefühlen - dass er die Entscheidung sehr impulsiv getroffen hat. ABER nur auf der geistigen Ebene, gefühlsmäßig passiert das natürlich nicht von heute auf morgen und es wird sich langfristig entwickelt haben. Und seine Gefühle für die Neue waren dann eben der letzte Punkt.
Zum Thema kein Kontakt: Ja das ist nach 10 Jahren nicht so einfach, wenn man noch Dinge zusammen besitzt, Sachen klären muss und eben die Wohnungssituation. Aber eigentlich will ich ja nicht gar keinen Kontakt - gibt es da denn keinen Zwischenweg der Freundschaft ohne gleich gar kein Teil mehr vom Leben vom anderen zu sein? Erhöht das immer die Qual oder kann es nicht auch eine Stütze sein, wenn der Kontakt bleibt?
Zitat von paul258: Vielleicht wäre es mal ganz gut, oder?
Das ist ja der Unterschied zwischen einsam und alleine. Einsamkeit ist nicht gewähltes Alleinesein.
Aber gleichzeitig kann man da viel machen - wie etwas hier im Forum schreiben. Aktiv werden, rausgehen, alte Freunde anrufen, Familie, neue Sachen machen, Vereine, Arbeitskollegen kennenlernen usw. Menschen sind meistens viel offener als man denkt.
Da stecke ich mittendrin, da hier in der Wohnung alles noch viel schlimmer ist - stürze ich mich in die Ablenkung und treffe Menschen, probiere neue Sachen aus usw. Aber irgendwie erfüllt mich das alles nicht und die Leere und Traurigkeit ist ein ständiger Begleiter und aus ungeklärter Ursache kippt die Stimmung bei mir dann plötzlich. Aber ich hoffe das ändert sich noch, aber aktuell erfüllt mich nichts und ich fühle mich trotz Aktivitäten einsam.
Zitat von paul258: Ansonsten was mir geholfen hat: Ich hatte immer in der Wohnung Musik laufen, obwohl ich eigentlich nicht so ein Typ dafür bin. Auch habe ich viel Podcast/Hörbuch gehört womit man auch nie wirklich "alleine" war.
Das ist ein guter Tipp, das werde ich ausprobieren! Musik kann ich tatsächlich gerade keine hören, ob fröhlich oder traurig, alles zieht mich runter

Aber Hörbuch probiere ich aus!
Zitat von paul258:
Noch bist du im "Nicht Wahrhaben"...kannst dich ja mal zu den 5 Phasen des Trauerns belesen, wenn du magst.
Danke dir, das habe ich gerade gemacht. Dort steht: Wut entsteht oft, wenn Menschen glauben, dass der Verlusteines geliebten Menschen von jemandem verschuldet wurde.
Da ich das nicht glaube - Gefühle sind Gefühle, da gibt es für mich keinen Schuldigen - glaube ich auch nicht, dass die Phase kommt. Und zum Thema nicht Wahr haben wollen, mir war von ANfang an klar, dass es kein zurück mehr gibt. Aber vielleicht rede ich mir das auch alles ein und ich wäre in den Phasen einfach zu gerne schon viel weiter....
Zitat von paul258: Wichtig ist vielleicht nicht die Frage nach dem Warum, sondern zu verstehen, dass er nicht mehr der Mensch ist, dessen Gedanken und Gefühle du einschätzen kannst. Was nichts schlimmes ist! Aber es bringt Abstand.
Ja das stimmt, ich kann ihn wirklich nicht mehr einschätzen. Als wäre er von heute auf morgen ein anderer Mensch bzw. als gibt es den Menschen, den ich liebe, so nicht mehr

Ist dann doch irgendwie wie ein Verlust eines Menschens und Trauer um ihn - nur, dass man nicht versteht warum es den Menschen nicht mehr gibt bzw. es einfach nicht greifbar ist.