Svenja85
Gast
nachdem ich mich viel durch das Forum gelesen habe und die Tipps gegen Liebeskummer und auch sonst nichts zu helfen scheint, hoffe ich, dass es mir hilft, mich hier mit euch auszutauschen.
Ich bin Svenja, 38 Jahre alt, und war mit meinem Expartner knapp 10 Jahre zusammen. Wir wohnen in einem kleinen Appartement im Haus seiner Familie. Wir hatten in letzter Zeit viel zu tun, da wir viel am Haus gemacht und uns auch neu eingerichtet haben, beide neue Jobs angefangen haben usw., auch war ein Familienmitgield zeitweise pflegebedürftig, - das war sehr anstrengend und zeitaufwändig aber ansonsten war in der Beziehung aus meiner Sicht alles wie immer, wir haben Urlaube geplant, über unsere Zukunft gesprochen,zusammen eine neue Küche ausgesucht. Und eines Abends kam er nach Hause, so wie jeden Tag, und meinte wir müssen reden. Er würde mich nicht mehr lieben und sehe keine gemeinsame Zukunft mehr und beendet sofort die Beziehung. Ich war geschockt und habe die ersten 2 Tage und Nächte nur durchgeweint. Er war aber ab dem Moment auch so klar und entschieden, dass ich wusste es gibt kein zurück mehr. Es kam so unendlich unerwartet und tut unendlich weh.
Eine Woche später kam dann der nächste Schlag. Er sagte er mir dann, dass er nun eine neue Freundin hat und ab sofort bei ihr wohnt, bis ich eine neue Wohnung gefunden habe. Er bestreitet, dass mit ihr schon vor der Trennung etwas lief und nach der Trennung hätte er dann gemerkt, dass er Gefühle für sie hat - ehrlich gesagt ist es eigentlich auch egal, ändert an meiner Situation jetzt auch nichts. Die Trennung ist jetzt ungefähr 4 Wochen her und ich habe immernoch diese tiefe Trauer in mir, egal was ich mache. Ich schaffe es einfach nicht irgendwie Freude zu empfinden, ich gehe raus und versuche mich abzulenken, aber nichts funktioniert. Ich versuche irgendwie zu arbeiten, aber das funktioniert auch nicht richtig und ich bin in der Probezeit, deswegen geht auch krankschreiben nicht. Und selbst wenn ich das machen würde dann wäre ich auch alleine hier den ganzen Tag. Leider habe ich hier auch keine beste Freundin oder so, die mich auffangen kann
Ich fühle mich so alleine und einsam, und bei ihm geht alles so schnell. Ich komme mit meinen Gefühlen gar nicht hinterher und er hat schon ein neues Leben. Ich fühle mich wie ausradiert, durchgestrichen, ausgetauscht innerhalb von Sekunden. Er besucht mit ihr hier im Haus auch immer wieder seine Familie, gibt mir aber vorher Bescheid, so dass ich gehen kann wenn ich möchte - was ich auch tue, da hier alles so hellhörig ist und ich mir ihr Lachen usw nicht antun kann. Ich bin auf der Suche nach einer Wohnung, aber der Wohnungsmarkt hier ist eine Katastrophe. Hotel oder Pension kommt für mich finanziell nicht in Frage und ich sehe es irgendwie auch nicht ein mein Erspartes dafür aufzuwenden, was ich für die Einrichtung einer neuen Wohnung brauche. Ich kann einfach nicht mehr und es wird einfach nicht besser
Für mich war mit unserer Beziehung einfach viel mehr verbunden - ein gemeinsames Leben, gemeinesame Ängste und Sorgen, gemeinsames Glück und gemeinsame Zukunft. Er kann scheinbar überhaupt nicht nachfühlen, wie ich empfinde. Er meint es sei ja quasi nur die Beziehung beendet. Für ihn scheint das zu sein als wenn man in der Jugend jemand datet und dann datet man halt jemand anderen. Das empfinde ich als unreif und erschreckt mich total, ich meine wir waren fast 10 Jahre zusammen und nicht 10 Tage. Und ich weiss einfach nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich würde so gerne, sagen ich nehme jetzt mein Leben in die Hand und schaue nach vorne - aber bei allem was ich tue habe ich ihn im Kopf und möchte ich ihm erzählen usw. Ich kann das einfach nicht.
Dazu kommt dass ich in meinem Leben insgesamt 2 sehr lange Beziehungen hatte und noch nie alleine war. Nach Hause zu kommen und es ist niemand da, der mich fragt wie mein Tag war oder mich in den Arm nimmt. Dem ich über den Schmetterling im Garten erzählen kann und wieder über die verrückten Nachbarn lachen kann. Es ist so eine riesige Leere in mir.
Ich weiss einfach nicht wie ich das überstehen soll.
Danke euch für's "zuhören", ich freue mich auf eure Kommentare, egal welche, aber dann fühlt es sich wenigstens nicht ganz so einsam an.
Svenja