Dan1
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In den letzten Wochen habe ich sehr viel hier mit gelesen. Beiträge über Personen denen es gerade genau so geht wie mir. Beiträge von welchen denen es jetzt besser geht. Beiträge der anderen Seite. Tipps gegen den Schmerz usw. Es hat wirklich geholfen und ich möchte Danke sagen an alle. In der letzten Woche nach einem riesigen Rückschlag lese ich noch mehr. Beinahe den ganzen Tag. Aber es hilft irgendwie nicht mehr. Es lenkt ab aber es hilft nicht. Ich habe das Gefühl mich zu verlieren. Innerlich zu zerbrechen. Das Gefühl das ich gestorben bin. Deshalb glaube ich das es an der Zeit ist meine Geschichte zu erzählen. Mir alles von der Seele zu schreiben und eure Meinung zu hören. Ich hoffe der Text ist nicht zu lange das ihn keiner liest.
Also, vor 7 Wochen wurde ich von meiner Freundin nach 11 Jahren verlassen. Wie toll alles war und weitere Einzelheiten überspringe ich bis zu einem gewissen Punkt da dies ja nicht so viel zur derzeitigen Situation beiträgt. Deshalb ist das folgende relativ Emotionslos.
Wir lernten uns über Freunde in unserer Heimat kennen. Ein kleines Dorf mit 2000 Einwohnern. Sie war 16 und ich 20. Wir sind nach 6 Monaten zusammen gezogen da sie Probleme mit ihrem Stiefvater hatte. Sie machte weiter Schule. Holte das Abi nach. Machte eine Ausbildung. Da ich bereits ein festes Gehalt hatte war das Finanzielle natürlich unausgewogen aber das war mir egal und es kam auch nie zu Streit deshalb. Vor vier Jahren nach ihrer Ausbildung wollte sie neben dem Beruf studieren. Dafür müsste sie aber aus unserer Heimat in die Großstadt. Zwei Stunden von der Heimat weg. Ich kündigte meinen Job und suchte mir einen neuen in der Stadt um mit ihr zu kommen. Um bei ihr zu sein. Waren ja immerhin schon 6 Jahre Beziehung. Ich bin nicht gerne aus meiner Heimat weg. Ich bin und war nie ein Stadtmensch. Ich war in sämtlichen Vereinen. Hatte Familie, Freunde alles hier. Aber sie war mir wichtiger und ich ging mit. Ich kann nicht behaupten ich war unglücklich in der Großstadt. Aber 100% bin ich nie wirklich angekommen. Aber es war mir egal. Hauptsache ich war bei ihr. Ihre Kariere ging stark Berg auf. Sie verdiente schnell mehr als ich und schrieb nur gute Noten in der Uni. Es war natürlich eine starke Doppelbelastung für sie weshalb ich mich neben meinem Job um alles andere kümmerte. Einkaufen, Haushalt, Kochen und und und. Aber auch das war in Ordnung für mich. Wir planten die Zukunft. Nach dem Studium wird geheiratet, wir bekommen Kinder. Sie geht weiter arbeiten ich mache Hausmann. Und ja das wollte ich auch so weil ich Lust darauf hatte. Vor 1,5 Jahren erfüllten wir uns einen Traum und holten uns einen Hund. Ich konnte ihn mit zur Arbeit nehmen und habe mich auch sonst um ihn gekümmert. Wir waren schon jetzt eine Familie und ich freute mich das diese irgendwann noch größer werden wird.
Jetzt kommt der wichtige Teil. Der schlimme.
Im August diesen Jahres machte ich ihr einen Heiratsantrag. Unter Tränen sagte sie ja. Es ging in einen gemeinsamen Urlaub. Der erste seid langem wegen ihrer Uni. Es war einfach schön. Wir machten Pläne für die Hochzeit. Sie suchte bereits nach einem Kleid. Ich schaute nach Locations usw. Ihre Uni stand natürlich noch weiter an weshalb wir nicht voll planten. Wir sagten im Dezember ist die Abgabe der Bachelorarbeit. Dann kommt die Zeit in denen wir das alles machen können. Wo wir unser Leben richtig genießen können. Mehr Urlaub. Mehr Freizeit. Mehr alles. Also warten.
Ende September sagte sie mir das sie Zweifel an der Beziehung hat. Das ihr die Liebe fehlt. Und das auch schon länger. Schon vor dem Antrag. Sie hatte nicht unrecht. Wir haben uns wirklich auseinander gelebt. Wir hatten wenig intime Zeit. Wenig Zeit füreinander. Wir waren beide daran Schuld. Wir haben nur noch funktioniert wie ein gutes Uhrwerk. Ich unterstütze sie im Studium, sie mich als ich Bewerbungen schreiben musste da die Firma in der ich arbeitete schließen musste. Ich nahm das ganze aber irgendwie auch nicht ganz für voll. Ich sagte immer nur im Dezember wenn ich meinen neuen Job habe und sie Ihre Bachelorarbeit abgegeben hat wird alles wieder gut. Dann haben wir die Zeit um das alles zu reparieren. Um wieder füreinander da zu sein. Und sie sah das auch so. Sie hatte jetzt auch keine Zeit sich damit auseinander zu setzen. Also blieb es erst mal wie es ist.
Kurz darauf fing sie an sich immer öfters mit Freunden aus der Uni zu treffen. Feiern gehen in Clubs. Mit Arbeitskollegen Kaffe trinken. Ich lies das alles zu. Ich vertraute ihr. Ich sagte geh und habe Spaß. Ich bleibe mit dem Hund zu Hause. Amüsiere dich das hast du dir verdient. Sie schrieb mit einem Arbeitskollegen. Ich kannte ihn und auch er ist in einer langjährigen Beziehung. Sie hat doch einen Verlobungsring am Finger. Und wie doof es sich auch anhört aber wir kommen vom Dorf, da hat man einen Partner fürs Leben und vertraut sich einfach.
Am letzten Wochenende im Oktober fuhr ich in meine Heimat mit Freunden ein Wochenende verbringen da ich ab dem Montag in den neuen Job einstieg. Ich kam Sonntags wieder. Wir fuhren zusammen zu Freunden von ihr auf den Geburtstag dessen Kindes. Wir spielten gemeinsam mit dem Kind. Ich stellte mir vor wie es irgendwann sein wird wenn wir so eins haben.
Montags gings zum neuen Job. Erster Tag. War super. Ich liebte den Job jetzt schon. Das war auch am Dienstag so. Ich kam glücklich nach Hause. Sie saß auf dem Sofa. Der Hund begrüßt sie und ich ging zu ihr und gab ihr einen Kuss. Sie sagt sie muss mit mir reden. Sie erzählte mir das sie sich an dem Wochenende an dem ich weg war mit ihrem Arbeitskollegen getroffen hat und ihn geküsst hat. Es wäre nicht mehr gelaufen aber sie hätte ihn geküsst. Ich war fertig, ich war sauer, es wurde viel gestritten. Zwei Tage lang. Ich schlief im Gästezimmer. Ich sagte ihr mehrmals das es mir nicht um einen Kuss geht. Das kann passieren. Ich wollte nur wissen was es zu bedeuten hat. Ob sie es bereut. Ob es ein Fehler für sie war. Die klare Antwort war nein. Es war kein Fehler. Es ist mehr da. Am Donnerstag sagte sie mir mitten in der Nacht unter Tränen sie macht Schluss. Meine Welt brach zusammen. Ich weis das ihr Arbeitskollege am drängen war. Sie waren am schreiben. Aber in dem Moment dachte ich nicht daran. Nur das meine Welt zusammen bricht.
Sie sagte ich soll weiter im Gästezimmer schlafen aber das konnte ich nicht. Ich packte eine Tasche und fuhr zu Freunden. Wir lagen uns weinend in den Armen und sie sagte mir unter Tränen das sie mich liebt und ich das nicht verdient habe. Ich sagte sie soll sich klar werden was sie will und wenn sie das weis soll sie anrufen und wir gehen einen Kaffee trinken und reden.
Wie die nächsten Tage auf der Arbeit mitten in der Einarbeitungsphase waren brauche ich euch glaube ich nicht sagen.
Sonntags, drei Tage später ging mein Telefon. Sie fragte ob wir uns treffen können. Wir trafen uns zwei Stunden später in der Stadt. Ich machte mich hübsch. Wollte gut aussehen. Als ich sie sah war mir aber bereits klar was passieren wird. Ich konnte es in ihrem Gesicht sehen. Und so war es auch. Sie holte ihr Handy raus mit Notizen um mir zu sagen das Schluss sei und wieso weshalb warum und alles. Es ging ständig darum das wir nicht zusammen passen. Das sie nicht mehr wüsste wer sie ist. Das ich das nicht verdient hätte und ich zu gut für sie bin. Die typischen Floskeln die keiner hören möchte. Wir gingen danach noch spazieren und essen. Ich konnte nicht glauben das es zu Ende sein soll. Ich bettelte regelrecht dem ganzen eine Chance zu geben aber keine Emotionen ihrerseits. Ich sah ihr an das es eine Qual für sie war gerade so lange in meiner Nähe zu sein. Wir verabschiedeten uns mit einer Umarmung und sie fuhr in unsere Wohnung. Ich fuhr zu den Freunden bei denen ich unterkam. Kaum da brach ich in Tränen aus. Ich konnte es nicht glauben. Ich wollte es nicht wahrhaben. Zwei Stunden später fuhr ich in unsere Wohnung um paar Sachen zum anziehen zu holen. Sie saß auf dem Sofa. Und es passierte was passieren musste. Ich habe gebettelt wie ein jämmerlicher Waschlappen. Ich wollte alles nur nicht das Schluss ist. Und schon kam der erste von noch einigen Katastrophen die kommen sollte. Das einzige was sie dazu sagte ich soll gehen sie möchte mich nicht noch mehr verletzen. Ich fragte was noch verletzender sein kann als das. Die Antwort war: ich möchte mit ihm schlafen. Wow. Mir bricht mein Leben zusammen und sie denkt an . mit einem anderen. Ich war schockiert. Aber es wurde mir schlagartig klar das es kein zurück mehr geben wird. Das ist nicht mehr die Frau die ich so sehr geliebt habe. Sie hatte sich verändert ohne das ich es mit bekam. Ich fuhr wieder. Bei meinen Freunden weinte ich wieder bitterlich. Ich schrieb unter Tränen eine sehr sehr lange Nachricht. Voller liebe und Mitgefühl. Teilweise sogar mit Verständnis. Sie schrieb eine Nachricht zurück. Das es die schönsten Worte währen die sie je gehört hat. Aber es gut so sei wie es jetzt ist und auch endgültig.
Die folgenden Tage und Wochen waren der Horror. Ich wusste nicht das ein Mensch so viel Schmerz empfinden kann. Ich machte mir Vorwürfe ob ich anders hätte reagieren können. Sie umstimmen. Ich fing an zu trinken. Jeden Abend. Viel. Hauptsache betäuben. Kurze Zeit später fing ich an zusätzlichen zu *beep*. Nach 7 Jahren Abstinenz. Und was soll ich sagen es funktionierte. Es kamen Momente in denen ich nicht nur an sie dachte.
Kurz später wurden diese freien Gedanken mehr. Nicht viele, hauptsächlich war Trauer aber es gab diese klitze kleinen Momente. Ich reduzierte den Alk.. Hörte wieder auf zu *beep*. Ich fing an nach einer Wohnung zu suchen, Pläne für die Zukunft zu machen. Ich rekapitulierte und kam zu dem Schluss das es kein zurück mehr geben wird und es vielleicht in ferner Zukunft besser so war. Vielleicht waren wir zu unterschiedlich. Vielleicht besser jetzt als in zwei drei oder fünf Jahren wenn wir verheiratet sind und Kinder hätten. Dann doch besser jetzt. Die meiste Zeit trauerte ich. Sie fehlte mir. Aber zwischendurch waren klitze kleine gute Gedanken dabei. Ich hielt Kontaktsperre. Komplett. Ich wusste nicht was sie macht. Ob der neue schon da ist. Ich dachte es zwar aber wusste es nicht. Es war ein Funke von Hoffnung da das sie mich vielleicht wenigstens bisschen vermisst. Das sie vielleicht denkt es war besser so aber trotzdem fehlt er mir. Das reichte mir.
Ich konnte wieder bisschen schlafen. Meine Pläne gingen weiter in die Zukunft. Das ich nach dem ich eine Wohnung in der Stadt habe dann meine Wohnung in der Heimat renovieren kann. Dort meine Wochenenden verbringe und irgendwann wieder ganz zurück gehe. Die Freunde bei denen ich wohnte halfen mir sehr. Trösteten mich. Nahmen mich in den Arm wenn ich wieder mal heulte. Die Wochenenden fuhr ich in die Heimat. Traf mich mit meinen Freunden. Ging mit Ihnen einen trinken. Konnte auch dort meinen Kummer abladen. Ich war traurig aber reich beschenkt an so viel Anteilnahme und Liebe. Ich wusste es kann alles besser werden. Es wird sehr sehr lange dauern aber ich kann wieder glücklich werden. Es waren sogar kurze Momente an denen ich gerne jemanden schreiben würde. Eine Frau die ich schon lange kenne und sehr mag und es vor einigen Jahren mal geknistert hat ich aber bevor irgendwas passiert ist aufgehört habe da ich ja vergeben war. Ich wusste es war zu früh aber hey, irgendwann kann ich ihr schreiben. Vielleicht an Weihnachten einfach mal Frohe Weihnachten wünschen. Vielleicht aber auch warten bis Karneval wenn ich sie eh sehe. Egal, ich kann wenn ich so weit bin. Ich habe zwar weiterhin hauptsächlich getrauert, vermisst, geweint aber diese kleinen Momente halfen mir jeden Tag irgendwie zu überstehen.
Sie brach die Kontaktsperre. Rief mich an das sie unseren Hund vermisse, wie gut es ihr mit der Entscheidung gerade geht und ich soll und darf mir auf gar keinen Fall mehr Hoffnungen machen. Was soll so was? Warum ruft man an um zu sagen ich darf mir keine Hoffnungen machen. Hat mich wieder runter gerissen.
Dann kam eine Nachricht sie möchte meinen Schlüssel für Haustür und Wohnung haben. Ich war außer mir. Natürlich direkt gedacht das sie den Schlüssel für den neuen brauch. Ich schrieb ihr das ich entsetzt bin das sie jetzt schon den Schlüssel brauch für jemand anderen aber den Schlüssel in den Briefkasten werfen werde. Sie schrieb das sie den Schlüssel deshalb will weil sie Angst hätte ich würde mir Hoffnungen machen und einfach in der Wohnung auftauche. Ob das stimmte? Keine Ahnung. Aber es ging mir besser damit.
Es war nun an der Zeit wirklich einen endgültigen cut zu machen. Ich wollte nichts mit ins neue Jahr nehmen. Ich wollte mich gedanklich befreien. Meine Sachen waren noch in der Wohnung. Wir hatten Bankkonten, Bausparverträge, Wohnung, Telefon und Handy, Testamente und und und. Wir waren immerhin lange zusammen. Viel zu erledigen. Ich schrieb ihr also Sonntags eine ganz nüchterne Nachricht was zu klären ist, wer was zu machen hat und das ich die Woche drauf Samstags (also letzten Samstag, drei Tage vor Weihnachten) kommen werde um meine Sachen zu holen und mich mit ihr zusammen zu setzen wegen den Unterlagen. Meine Nachricht war nüchtern aber nicht angreifend. Es kam prompt eine voller Glück und Energie strotzende Nachricht zurück. Man merkte wie glücklich sie gerade ist. Zudem kam wieder zur Sprache wann sie den Hund sehen kann. Sie ging davon aus das ich ihn so alle paar Wochen mal für ein Wochenende vorbei bringe. Weiter Kontakt habe. Weiter diesen Schmerz spüren muss wenn ich sie sehe. Gar nicht mehr los lassen kann. Mich finden kann. Mir Platzte der Kragen. Ich heulte wie ein Schlosshund und schrieb ihr eine lange und nicht immer unbedingt nette Nachricht. Ich sagte was ich davon halte das sie gerade so glücklich ist, ob sie überhaupt weis wie viel Schmerz ich gerade fühle. Ob sie weis das wir vor nicht einmal 6 Wochen noch über die Hochzeit am reden waren. Und ich sagte ihr das ich den Hund mit bringe wenn wir uns zusammen setzen und ich die Sachen aus der Wohnung hole damit sie sich verabschieden kann und ich ab dann keinen Kontakt mehr möchte weil ich Zeit zum heilen brauche. Und wenn ich den Hund vorbei bringen würde hätten wir weiter Kontakt. Die Nachricht die zurück kam war sehr wirr. Komische Sachen. Das sie kein schlechtes Gewissen hätte. Gott hätte ihr verziehen. Und sie hätte mit Gott gesprochen und sie wüsste das es mir bald wieder gut gehen würde. Darauf antwortete ich nicht.
Die Woche über klärte ich die Verträge. War schlimm aber es ging. Zwischen dem heulen war ich irgendwo froh das jetzt doch so schnell zu machen und nicht mit ins neue Jahr zu nehmen. Zwei Tage vor dem Tag x schrieb ich ihr eine Nachricht in der ich sie höflich und ohne Vorwürfe darum bat wenn es wirklich schon so weit ist das ich ausgetauscht wurde sie bitte alles weg räumen soll das ich es nicht sehen muss. Wie gesagt ich wusste es nicht sicher auch wenn ich es ahnte aber das nicht wissen half mir.
Der Tag x war gekommen. Ich hatte zwei Freunde dabei. Wir kamen in die Wohnung. Wir waren kühl zueinander aber nicht angreifend. Sie freute sich riesig den Hund zu sehen. Was ja Verständlich und in Ordnung war. Es tat aber weh. So hat sie sich jeden Abend gefreut wenn ich mit ihm heim kam. Es war wie früher. Ich musste schlucken aber ich blieb standhaft. Meine Sachen waren alle schon gepackt. Alles stand schon fertig in Kartons im Flur. Dachte es würde mich treffen aber ganz ehrlich ich hätte es genau so gemacht also alles gut. Meine Freunde räumten die Kartons in die Autos und wir setzten uns zusammen für die Papiere zu klären. Es war kühl aber irgendwie habe ich mich gefreut bei ihr zu sein. Es war zwischendurch fast wie früher. Mit einem kleinen Lächeln auf beiden Seiten. Wir waren mit allem durch. Ich hatte ihr versprochen das sie danach mit dem Hund eine Runde spazieren gehen darf bevor ich wieder fahre. Noch mal mit ihm alleine sein darf. Sie wollte nicht das meine Freunde in der Wohnung bleiben in der Zeit was ich in Ordnung fand.
Und dann sagte sie den Satz der mich zu dem machte was ich gerade bin. Sie sagte geh aber bitte nicht ins Schlafzimmer wenn du hier bist. Mir war sofort klar warum ich das nicht machen sollte. Ich hätte es auch nicht getan. Aber jetzt wusste ich es. Die Katze war aus dem Sack. Ich wurde tatsächlich ausgetauscht. In all den Nächten in denen ich die ganze Nacht geheult habe hat sie sich schon mit einem neuen vergnügt. Zwei Monate nach unserer Verlobung. Ich habe in jeder meiner Körperzellen gefühlt das der Mensch der ich war in dem Moment gestorben ist und nie wieder kommen wird. Ich wurde sauer. Beschimpfte sie wie ekelhaft das doch ist und ob ich ihr jemals etwas wert gewesen bin. Ich fragte warum sie mir das unbedingt sagen musste. Warum sie mich absichtlich noch mehr verletzen musste. Ob sie einfach alles vergessen hat was wir mal hatten. Ich nahm meinen Hund und verlies sofort die Wohnung. Beim rausgehen hörte ich sie nur sagen es tue ihr leid. Ich knallte die Tür zu und ging.
Wir fuhren in die Wohnung wo ich zur Zeit unter komme. Meine Freunde blieben. Sind nicht zurück in die Heimat gefahren. Wir tranken B.. Ich war wie betäubt. Konnte nicht reden. Ein-zwei Stunden später ging ein Schalter in meinem kopf um. Ich brach zusammen. Ein ausgewachsener Nervenzusammenbruch. Ich lag eingekauert heulend auf dem Boden. Mich konnte nichts und niemand beruhigen. Ich schrie schlug und weinte bitterlich. Sehr lange. Meine Freunde waren überfordert aber blieben. Irgendwann konnte ich aufhören zu weinen. Wir tranken. Vor allem ich trank. Sehr sehr viel. Bis ich umfiel. Schlaf. Oder eher Koma. Am nächsten Tag wurde ich wach und es ging mir schlecht. Sehr schlecht. Die Gedanken in meinem Kopf brachten mich um. Ich dachte so kann ich nicht weiter leben. Wenn ich für jemanden den ich mein ganzes Leben, meine ganze Liebe gegeben habe nichts wert bin was bin ich dann für irgendjemanden wert. Es kamen selbstmordgedanken auf. Ich wollte so nicht leben. Meine Freunde bei denen ich wohne redeten auf mich ein. Trösteten mich. Sagten mir all die guten Sachen die ich die Tage und Wochen davor gesammelt habe. Erzählten mir von der Zukunft die ich haben werde. Was ich für ein wertvoller Mensch bin. Aber ich hörte nichts. In meinem Kopf sind nur noch negative Gedanken. Da ist keine Zukunft mehr.
Ein Tag später bin ich in die Heimat. Es ist Weihnachten. Meine Freunde holten viele Sachen mit in meine alte Wohnung in die Heimat. Ich richtete mir mein altes Wohnzimmer ein. Fernseher dran. X Box dran um Nerflix gucken zu können. X Box an. Drei mal die Nachricht: falsches Passwort. Ich habe bisschen gebraucht bis mir auffiel das da auf meiner x Box nicht mehr mein Account angemeldet war sondern der von ihm. Von dem neuen. Ich weinte wieder bitterlich.
Jetzt sind die Weihnachtstage vorbei. Die schlimmsten Tage meines Lebens. Ich habe keine einzige Sekunde mehr in denen die Gedanken nicht in meinem Kopf sind. Die Gedanken wie egal ich ihr sein muss. Gedanken ob sie mich nur ausgenutzt hat (immerhin pünktlich zur Abgabe der Bachelorarbeit werde ich raus geschmissen. Schon seltsam). Gedanken einfach so nicht mehr weiter leben zu wollen. Gedanken das das eine Wunde ist die nie wieder zu schließen ist. Die mich nachhaltig verändert. Ich bin gestorben.
Fast eine Woche ist es jetzt her und es wird von Tag zu Tag schlimmer. Ich schlafe maximal eine Stunde am Stück. Liege wach, esse nichts mehr. Meine Freunde versuchen mich abzulenken. Sind alle für mich da. Raus gehen spazieren mit meinem Hund und den Hunden von einer Freundin. Bei Freunden zusammen sitzen Musik hören und reden. Zusammen PlayStation spielen. Es ist immer einer da wenn ich will. Das ist eigentlich was unbezahlbares. Aber egal was ich unternehme, egal was ich mache. Die Gedanken sind in meinem Kopf. In jeder einzelnen Sekunde. Nichts lenkt mich ab. Ich bin zwar dabei aber ich bin nicht da. Nicht anwesend. Weil es mich nicht mehr gibt. Jeder Tag ist schlimmer als der vorherige und ich will und kann einfach nicht mehr. Die Gedanken werden immer bildlicher. Wie sie mit ihm in meinem Bett liegt noch bevor ich meine Sachen aus der Wohnung geholt habe und das zwei Monate nach der Verlobung. Das bald Silvester ist und sie ihm um den Hals springt und küsst ohne einen Gedanken an mich während ich besoffen auf einer Party bin und mich als den einsamsten Menschen der Welt fühlen werde (Party nur mit Pärchen) Was sie für ein Mensch ist sich auf einen einzulassen der selbst vergeben war und trotzdem ohne Skrupel sich an eine Verlobte ran macht. Der kein Problem hat in eine Wohnung einzuziehen wo noch Bilder von mir an der Wand hängen. Das ist doch nicht meine Freundin mit der ich so viele Jahre geteilt habe? Oder war ich einfach so blind? Ich bin am Ende meiner Kräfte. Ich will nicht mehr.
Ich habe solch eine Angst sie zu sehen. Die beiden zu sehen. Aber es wird passieren. Wir leben in der gleichen Stadt nicht weit voneinander entfernt. Wir kommen aus dem gleichen kleinen Dorf. Sie war Weihnachten auch bei ihrer Familie. Ich kann das Haus fast aus meinem Wohnzimmer sehen. Ich bin mehrmals dran vorbei gefahren wenn ich zu Freunden bin. Es wird Veranstaltungen im Dorf geben wo ich ihr nicht aus dem Weg gehen kann. Und dann mit ihm. Ich weis nicht was dann mit mir passieren wird.
Wie anfangs erwähnt habe ich hier viel gelesen und vieles gelernt.
Ich weis das es irgendwann wieder gut wird. Aber ich habe nicht die Kraft Monate oder eher Jahre dafür zu kämpfen. Das schaffe ich nicht. Und selbst wenn ist das ein Leben mit einer Narbe die mich für immer begleiten wird.
Ich habe keine Hoffnungen sie wieder zu bekommen. Ich will sie auch nicht mehr. Sie ist nicht mehr die Frau die ich kannte und liebte. Aber ich will mein altes Leben wieder. Ich will kein neues Leben beginnen. Nicht alleine. Nicht bei null. Keine Lust und Kraft zu kämpfen während sie genau so weiter macht außer das ich ausgetauscht wurde.
Ich weis das Freunde und Familie helfen. Und damit bin ich zum Glück gesegnet. Aber auch die helfen nicht mehr.
All diese Erkenntnisse. Alles was ich in den Wochen vor Tag x erreicht habe (was nicht viel war aber es war ein kleiner Schritt) ist vergessen. Nichts mehr relevant. Kein Licht mehr zu sehen. Keine Gedankenfreie Sekunde.
Ab dem 02.01 muss ich wieder arbeiten. Die letzten Wochen arbeiten war schwer aber möglich. Jetzt glaube ich nicht das ich das auch nur eine Stunde aushalten werde.
Ich bin ratlos und am Ende meine Kräfte. Muss ich jetzt wirklich so weiter leben? Den Schmerz einfach ertragen bis es mir in 1-2 Jahren vielleicht wieder besser geht? Das schaffe ich nicht und will ich nicht!
Ich habe bereits über eine Therapie nachgedacht. Aber der Weg bis da hin. Zum Arzt gehen. Termine machen. Und bis es dann los geht. Das ist gerade auch einfach zu viel und zu lange.
Und warum hat mich genau diese eine Erkenntnis wieder so aus der Bahn geworfen und das Loch in eine unendliche Tiefe vergrößert?
Vielen Dank an alle die sich die Mühe gemacht haben das alles zu lesen.
Ich mache mir jetzt ein B. auf und weine weiter

