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Nach 12 Jahren alles aus?

crZ

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Hallo ihr Lieben,

nachdem ich nun einige Zeit stiller Mitleser hier im Forum war, möchte ich gerne meine Geschichte zum besten geben. Ich versuche die Kurzfassung.

Ich bin mit meiner jetzt Ex-Freundin seit 12 Jahren zusammen. Sie hatte es sicherlich nicht immer leicht mit mir. Ich war sehr cholerisch und neigte zu schnellen Wutausbrüchen. Im Laufe unserer Beziehung konnte ich bzw sie mein Mindset und meine Persönlichkeit stark positiv beeinflussen. Aus unserer Verbindung entstanden zwei wundervolle Mädels (5 und fast 3).

Kurz nach Weihnachten 2019 offenbarte sie mir, sie hätte jemanden kennengelernt. Sie würden sich erst seit Anfang Dezember schreiben, hätten sich lediglich einmal getroffen und es fühlt sich bereits nach kurzer Zeit für sie wie nach Hause kommen an.

Zwischenzeitlich ist viel passiert. Wir haben unglaublich viel geredet, sie hat mir deutlich gemacht, dass ihr Trennungsprozess schon einige Zeit läuft und sie sich wohl auch ohne den anderen getrennt hätte. Er war für mein Empfinden wohl das Zünglein an der Waage.

Bin dann erstmal über Silvester ein paar Tage zu meiner Schwester gefahren. Ich war selbstredend völlig am Boden, hatte zwischenzeitlich allerdings auch Lichtblicke. Ich habe ihr viele Gedanken meinerseits in Form von Briefen, Nachrichten, Videos mit auf den Weg gegeben. Für sie ist ihre Liebe zu mir irgendwo im vergangenen Jahr entschwunden. Sie liebt mich als Papa der Kinder, nicht mehr jedoch als Mann, im eigentlichen Sinne.

Sie teilte mir auch mit, dass sie meine Bemühungen sehe, für sich aber einordnen müsse, was es mit ihr mache. Gleichzeitig schreibt und telefoniert sie mit dem anderen und hat auch schon dort übernachtet.

Unsere Kinder wissen es noch nicht. Die meisten Freunde und die Familien hingegen schon. Mit vielen hat sie und habe ich bereits geredet. Für mein Empfinden spricht sie allerdings nur mit Fürsprechern. Zu meiner Schwester hielt sie stets sehr engen Kontakt, den sie aktuell meidet. Sie wüsste wohl, was sie ihr zu diesem Thema mit auf den Weg geben würde. Meine Schwester hatte vor zwei Jahren eine ähnliche Situation in ihrer Familie. Hier hat sie sich stark engagiert und ihr immer wieder quasi ins Gewissen geredet. Nun ja .

Was mir unbegreiflich ist, den Schmerz und die Hoffnung aber schon etwas nimmt: sie sind nach so kurzer Zeit bereits so vertraut und tauschen sich über diverse Themen aus. Er wohnt auf einem Dorf in der Nähe in einem Haus. Meine große Tochter könnte in der Spielstraße Fahrrad fahren lernen. Wir könnten ihre Schuleinführung dort feiern. Er hat selbst zwei Kinder aus einer gescheiterten Beziehung (gleiches erlebt wie ich) und trägt die Tage, an denen seine Kinder bei ihm sind, in ihren Dienstplan ein. Unsere Katze kann dort wohnen (:D) Er will sich ein größeres Auto kaufen. Ihre Mama hatte Brustkrebs und sie solle sich doch in einem Zentrum in der Nähe seiner Eltern untersuchen lassen usw

Sie führt an, wir hätten unterschiedliche Vorstellungen vom Leben (was ich so nicht teile), ich würde sie selten verstehen und ihre Gefühle nicht einordnen können. Ich bin kein Kuschler, sie schon. Schlicht: ich habe sie nicht gesehen. Sie nicht ausreichend wertgeschätzt. Im Dezember 2018 machte ich ihr noch einen Antrag. Seither hat sich keiner von uns um einen Termin oder eine Location gekümmert.

Ja, ich sehe, dass ich Vieles versäumt habe. Ich sehe aber auch - am Tiefpunkt meines Lebens angelangt - dass ich verstehe und schon ganz anders über all das nachdenke. Dass ich mich schon nach so kurzer Zeit verändert habe. Sie versteht natürlich nicht, dass ich all das immer vor Augen hatte, aber nie wertgeschätzt habe. Sie versteht nicht, warum es mir erst jetzt auffällt, wenn es quasi kein zurück mehr gibt. Und ja, das kann ich nachvollziehen.

Was mich quält ist der schleichende Betrug. Wir lagen zusammen auf dem Sofa, haben Dinge mit den Kids unternommen und sie hat mit ihm geschrieben. Das tut ziemlich weh. Was bei den Treffen passiert ist, kann ich natürlich nur mutmaßen.

Ich habe innerlich eigentlich nahezu abgeschlossen. Am Wochenende möchte sie mit ihm bereits auf einen Geburtstag gehen. Aber wie sagt man so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt.

Sie möchte gerne, dass unser Leben als Familie achtsam und vernünftig weiter läuft. Ja, in ihrer Illusion sitzen wir alle mal gemütlich am Tisch (er eingeschlossen) und essen gemeinsam Abendbrot. Vielleicht ist das sogar tatsächlich mal möglich. Allein, mir fehlt der Glaube daran. Zumindest jetzt. Was wir beide niemals tun wollen: es auf dem Rücken der Kinder austragen.

Aktuell leben wir noch in unserer Wohnung zusammen. Sie hatte bereits eine Besichtigung Anfang der Woche. Im Moment passiert - soweit ich das beurteilen kann - nichts.

Naja, das reicht erstmal. Mir wird sicher noch mehr einfallen.

Danke vorerst fürs Lesen.

09.01.2020 13:15 • x 2 #1


Shiiiva


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Oh je! Das tut mir so verdammt leid für dich! Stecke in einer ähnlichen Situation, zwar nicht mit Haus und Kindern aber nach 9 Jahren Beziehung tut es trotzdem weh.
Ich kann dir leider keinen Rat geben da es bei mir noch ganz frisch ist aber ich kann dir sagen dass du damit nicht alleine bist und es viele Menschen gibt die aktuell eine schwere Phase durchmachen.
Ich hätte gerne wenigstens Hoffnung.. Hoffnung für irgendwas.
Jeder Mensch macht Fehler... man merkt es leider immer erst wenn es zu spät ist. Viel Kraft dir!

09.01.2020 13:44 • #2


EngelohneFlügel.


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Willkommen im Club und fühl dich gedrückt.

Tja, was soll man sagen......was bei dir (euch) passiert ist kommt momentan halt leider sehr oft vor. Siehe meine Geschichte. 21 Jahre zusammen, 9 Jahre verheiratet zwei Kinder und plötzlich der gleiche Spruch meiner NF, sie liebt mich als Vater der Kinder aber als Partner sei die Liebe weg. Tschöö mit Ö.
Das mit den Kindern sehen wir gleich wie ihr, sie können dafür gar nichts (unsere sind 6 und 3).
Und weil wir beide an den Kidies hängen machen wir das Wechselmodell. Seit 1.1.20 wohne ich jetzt vollständig in meiner Wohnung 8 km vom Haus der Mama entfernt und seit dem wissen auch die Kinder von der Wohnung. Auch wir haben dies erstmal so gut es ging vor den Kindern zurück gehalten. Insgesammt jetzt 6 Monate. Unsere Trennung war Ende Juli 19. Auch wir sind ohne Streit auseinander obwohl meine NF ein rechter Steithammel ist
Wir fühlen uns jetzt auf die neuen geschaffenen Tatsachen ein, die Kinder zum Glück haben damit die wenigsten Probleme bisher, ihnen gefällt es bei mir und der Mama, sie finden es halt doof das Papa nicht mehr im Haus schläft. Gut wenn es weiter nichts ist, daran werden sie sich gewöhnen.

Auf jeden Fall bist Du hier gut aufgehoben. Wenn Fragen sind stell sie hier in deinem Thread, da wird dir geholfen. Oder schaue dir die Themen hier an, es gibt auch Sammelthreads zu einzelnen Sachen.
Und wenn du dich einfach mal aussprechen oder so willst, mach.

Mir hat das hier sehr geholfen das Ganze durch zu stehen und wieder einen Weg zu finden. Besser als jede Selbsthilfegruppe. Das wird schon, glaube mir....

09.01.2020 13:45 • x 1 #3


monchichi_82

monchichi_82


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Zitat von crZ:
sie sind nach so kurzer Zeit bereits so vertraut und tauschen sich über diverse Themen aus.

Er ist aktuell ein neues Kapitel, jemand den sie noch nicht kennt, er ist aufregend, es gibt für sie vieles neu zu entdecken. Das hat man logischerweise nach 12 Jahren Beziehung nicht mehr. Mit dir war es sicher auch mal aufregend und neu genauso wie sie mit ihm früher oder später Alltag leben wird (wenn es soweit kommt) und auch diesen erstmal meistern muss. Ob eine Verbindung hält oder nicht hält das zeigt sich nicht in der leidenschaftlichen rosa Brillen Phase sondern dann wenn Alltag gelebt wird.

Zitat von crZ:
Sie führt an, wir hätten unterschiedliche Vorstellungen vom Leben (was ich so nicht teile), ich würde sie selten verstehen und ihre Gefühle nicht einordnen können. Ich bin kein Kuschler, sie schon. Schlicht: ich habe sie nicht gesehen. Sie nicht ausreichend wertgeschätzt.

Warum kannst du das so nicht teilen? Sie scheint konkret gesagt zu haben was ihr fehlt und ich mutmaße, dass es in der Hinsicht schon einige Gespräche gab?! Wenn man so ein unterschiedliches Nähe-Distanz-Bedürfnis hat ist das sicher eine große Herausforderung auf Dauer in der immer einer unzufrieden sein wird. Entweder weil du mehr geben musst als du willst/kannst oder weil sie dauerhaft zurücksteckt. Das zermürbt.

Ich kann sie in der Hinsicht schon verstehen. Ich sehe auch nicht so diesen "schleichenden Betrug", von dem du schreibst wenn sie mit diesem Mann erst seit Anfang Dezember im Kontakt ist und mit dir 3 Wochen später das Gespräch führte.
Ich kann aber auch deine Situation verstehen und dass das für dich eine blöde Situation ist und jetzt ein Verarbeitungsprozess in Gang gesetzt wird der bei ihr schon längere Zeit vor sich hin brodelt.

09.01.2020 13:52 • x 1 #4


ChrisOha


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Hi

12 Jahre Beziehung, das ist schon ne lange Zeit
du solltest dir vor augen halten, egal was in der beziehung passiert ist, also wie du warst, es ist nicht deine schuld dass es vorbei ist
sie hat jemand neuen kennengelernt, und es ist halt leider oft so, dass die verbindung mit dem neuen partner erstmal idealisiert wird
es ist wissenschaftlich erwiesen, dass nach einigen jahren einfach die luft raus ist aus einer beziehung, bzw. es werden weniger hormone, glücksgefühle ausgeschüttet als am anfang
lernt man dann jemand neues kennen, verliebt man sich schnell, weil die hormone wieder anfangen zu sprudeln
die neue beziehung wird erstmal idealisiert, weil man ja so glücklich ist ... und nach einiger zeit merkt man, wenn die hormone nachlassen, dass es doch wieder so ist wie vorher, man hatte ja auch keine zeit sich selbst zu reflektieren, was überhaupt wirklich schief gelaufen ist in der alten beziehung ... es hat ja erstmal gereicht dem ex partner die schuld zu geben
da wird oft die "alte" beziehung verteufelt, man sieht nur noch die negativen sachen, man ist quasi blind dafür, dass es auch schöne zeiten gab, das ist schon ein verdrängungs mechanismus ...
deshalb schiebt sie jetzt gründe vor, warum sie sich trennen muss (lebensvorstellungen etc.)
das schlimme ist halt, dass sie die gründe nicht reflektiert, ihr reicht es, sich das einzureden und dann ist es so in ihrer welt ... und du als verlassener musst damit kämpfen, es kommen selbstzweifel und schuldgefühle
und dieser betrug ist auch ganz schlimm, passiert halt leider häufig ... es kann ja sein, dass es nicht so gut lief in der beziehung, aber dazu gehören immer beide ... du bist niemals alleine schuld
heutzutage ist das leider gang und gäbe ... wenn "die liebe weniger wird" in der beziehung spricht man nicht mit dem partner darüber, sondern harrt aus ... und wenn man dann durch zufall jemanden kennen lernt, schmeißt man das alte schnell weg, dann fällt es plötzlich leicht, sich zu trennen

"Für sie ist ihre Liebe zu mir irgendwo im vergangenen Jahr entschwunden."
das ist kompletter blödsinn
das ist nur für sie eine ausrede, damit sie sich nicht schlecht fühlt, weil es jetzt doch so schnell gegangen ist
und für dich macht es das doppelt schwer, weil du ständig drüber nachgrübels, was du hättest anders machen können
damit schiebt sie dir quasi den schwarzen peter zu
ausserdem musst du sehen: wenn ihre liebe wirklich "entschwunden" ist, ist es eigentlich ihre pflicht, dir das zu kommunizieren
dann abwarten, und letztlich abhauen sobald sich was neues ergibt, mit dem argument, dass es ja "langsam entschwunden" ist, ist nur ein verdrängungs und idealisierungs mechanismus
sieht man auch schon daran, dass sie sich nicht mehr mit "kritikern" abgibt, sondern nur mit menschen, die ihr recht geben, diese "fürsprecher"

sie ist ja schon in einer neuen "beziehung"
ihr hinterher laufen bringt nichts, aber das weißt du bestimmt selbst ... damit machst du dich nur noch mehr abhängig und daran wirst du kaputt gehen
ja, es tut sch. weh aber es hilft nichts
besser ein ende mit schrecken als ein schrecken ohne ende ... also lass sie ziehen, wenn das ihr wunsch ist
achte auf dich selbst

hier bist du auf jeden fall gut aufgehoben (denke ich) ...
meine trennung ist schon fast ein jahr her, und manchmal heul ich noch wie als wärs ganz frisch
so ist das halt, da muss man durch
dafür hab ich mich persönlich viel weiter entwickelt, auch ich habe fehler gemacht, keine liebe gezeigt ... ich hatte monatelang schlimme selbstzweifel, hab mich gefühlt wie ein monster, das keine liebe geben kann ... und das es nicht wert ist, geliebt zu werden
ich hoffe, du ersparst dir das ein wenig .... es ist nicht deine schuld

09.01.2020 13:59 • x 7 #5


T4U

T4U


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Zitat von ChrisOha:
ist es eigentlich ihre pflicht, dir das zu kommunizieren

Rätsel über Rätsel, du warst folglich aktiv dabei und hast ihre Bemühungen bzw. Nicht-Bemühungen mitbekommen - dafür, das du die selbsternannte Maus bist, die zusieht, ohne zu piepsen - bist du jetzt aber Recht scharfzüngig unterwegs

09.01.2020 14:08 • #6


ChrisOha


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ich war natürlich nicht dabei
und habe sicher nicht immer recht mit dem was ich sage
ich weiß ich bin manchmal etwas unreflektiert, aber ich will mich auch nicht beschränken und 1000x abwägen ob es jetzt richtig ist ... ich hoffe einfach, dass man sich aus meinen aussagen das rauspickt, was auf einen zutrifft und selbst entscheiden kann, ob etwas nicht zutrifft
bei mir war es so, dass sie ein halbes jahr nach ende der beziehung immer noch gesagt hat, dass sie mich liebt und in ihrem leben braucht
nur um dann einen monat später zu säuseln, dass die liebe ja schon im letzten jahr der beziehung weniger geworden ist

auf solche aussagen sollte man sich eben nicht verlassen
es ging mir darum, dass man sich nicht in selbstvorwürfe verstricken soll ...

edit:
ich finde es bedenklich, wenn man noch nicht mal richtig aus der alten beziehung raus ist, aber schon was neues anfängt
meiner meinung nach braucht man erstmal zeit zu reflektieren, was schief gelaufen ist
sich nach langjähriger beziehung gleich neu zu verlieben mag sich ja wie glück anfühlen, ist aber meistens nur selbstbetrug, da man früher oder später wieder mit den selben problemen zu kämpfen hat ... man nimmt den ballast einfach unreflektiert mit

09.01.2020 14:35 • #7


crZ


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Danke für den Zuspruch und auch vielen Dank für die ein oder andere kritische Bemerkung.

Ich finde auch und das werfe ich ihr vor: sie hätte mit mir darüber reden müssen. Sie meinte, sie hätte irgendwann nicht mehr die Kraft dazu gehabt, etwas zu sagen. Zu oft und zu sehr hat sie gekämpft für ihr Glück. Ich hätte es all die Jahre vor Augen gehabt und es nicht angenommen.

Wenn ich jetzt hier in unserer Wohnung stehe und diese Schildchen sehe Familie im Herzen - nie aufgeben usw, dann kommt mir das etwas heuchlerisch vor. Aber ich kann ohnehin nichts ändern. Ich muss es nehmen wie es ist. Die Vergangenheit ist nicht änderbar. Ich kann nur die Zukunft beeinflussen.

Leider verstehe ich auch seinen Charakter nicht. Er durchlitt exakt dasselbe, meinte (durch ihren Mund gesprochen) er wüsste, wie ich mich fühle. Und doch hat er nicht den Anstand zu sagen: Klär für dich deine Gefühle, beende die Beziehung mit allem was dazu gehört und wenn es tatsächlich vorbei ist, stehe ich gerne bereit. Aber wahrscheinlich ist das nur meine Idealvorstellung von gegenseitigem Miteinander.

Ich bin grds ein sehr selbstreflektierter Mensch und gestehe mir ein, dass wir beide einen Teil der Schuld (wenn man es denn überhaupt so nennen mag) tragen. Ich bin ehrlicher Weise auch nicht mehr so ganz extrem down und akzeptiere gerade. Vielleicht mach ich mir auch was vor und die Ernüchterung kommt bald. Wobei ich die ersten Tage extrem fertig war, viel geweint habe und mittlerweile einigermaßen souverän damit umgehen kann. Möglicher Weise habe auch ich schon in Teilen mit der Beziehung abgeschlossen, es mir aber nicht eingestehen können. Wer weiß.

Sie war meine erste große Liebe. Ich bin jetzt 33 Jahre und mache mir dennoch große Sorgen um meine persönliche Zukunft.

Ich würde sie vermutlich sogar zurücknehmen und wäre bereit, komplett von vorn zu beginnen, alles zu hinterfragen und einen gänzlich neuen Blick auf unsere Beziehung zu werfen. Einiges in meinem Denken hat sich schon enorm gewandelt. Ich könnte mir auch eine Therapie allein oder gemeinsam vorstellen. Allerdings scheint es dafür wohl zu spät.

09.01.2020 15:17 • x 2 #8


monchichi_82

monchichi_82


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Er spielt in dem Konstrukt gar keine Rolle. Egal ob er jetzt da ist oder nicht da ist: sie sagt ja ganz klar, dass sie sich ohnehin getrennt hätte. Das ist ein Nebenkriegsschauplatz der seit ein paar Wochen existiert. Dem gegenüber stehen aber 12 Jahre die in Teilen schief gelaufen sind.
Sie hat sich emotional von dir entfernt weil sie, wie schon geschrieben, ein anderes Nähe-Distanz Bedürfnis als du hat und das hat sie dir mitgeteilt.


Zitat von crZ:
Ich würde sie vermutlich sogar zurücknehmen

...ich bezweifle, dass sie das möchte. Dafür bezieht sie einen sehr klaren Standpunkt mit wenig bzw. keinem Spielraum.

09.01.2020 15:26 • #9


EngelohneFlügel.


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Damit du mal siehst wie gleich diese Geschichten doch immer sind hier mal "aufgedrösselt"......

Zitat von crZ:
Ich finde auch und das werfe ich ihr vor: sie hätte mit mir darüber reden müssen. Sie meinte, sie hätte irgendwann nicht mehr die Kraft dazu gehabt, etwas zu sagen. Zu oft und zu sehr hat sie gekämpft für ihr Glück. Ich hätte es all die Jahre vor Augen gehabt und es nicht angenommen.


Bei mir die gleiche Aussage obwohl unsere beider "Beziehungen" durch die Beteiligten sicherlich komplett unterschiedlich sind. Ich wollte von ihr wissen was denn so die Kleinigkeiten sind die sie mir bei der Trennung anprangerte. Als Antwort kam von ihr, sie sage da jetzt gar nichts dazu, sie hätte es jahrelang immer wieder und ich müsse es selber herausfinden. Meine Meinung heute dazu....Ausrede. Sie hat halt was gesagt um sich raus zu reden aus der Situation. Wenn ihr was daran liegen würde an der Beziehung und der Partner danach fragt weil er es vielleicht einfach nicht wahr genommen hat selbst wenn sie was gesagt hatte, dann würde sie es auch noch ein 101. Mal sagen.

Zitat von crZ:
Wenn ich jetzt hier in unserer Wohnung stehe und diese Schildchen sehe Familie im Herzen - nie aufgeben usw, dann kommt mir das etwas heuchlerisch vor.


Meine hat kurzerhand alles entfernt und nur noch selbstverherlichende Spruchtafeln aufgehängt so nach dem Motto du schaffst das...du bist toll...
Du weißt was ich meine. Mittlerweile erkenne ich unser Heim (Haus) kaum noch wieder.

Zitat von crZ:
Aber ich kann ohnehin nichts ändern. Ich muss es nehmen wie es ist. Die Vergangenheit ist nicht änderbar. Ich kann nur die Zukunft beeinflussen.


Das ist so richtig. Gute Einstellung.

Zitat von crZ:
Sie war meine erste große Liebe. Ich bin jetzt 33 Jahre und mache mir dennoch große Sorgen um meine persönliche Zukunft.


Warte ab, in deiner Situation sieht man das "nur" so. Habe ich auch. Heute sehe ich da anders darauf und fühle mich sehr viel besser. Noch nicht perfekt aber besser.

Zitat von crZ:
Ich würde sie vermutlich sogar zurücknehmen und wäre bereit, komplett von vorn zu beginnen, alles zu hinterfragen und einen gänzlich neuen Blick auf unsere Beziehung zu werfen. Einiges in meinem Denken hat sich schon enorm gewandelt. Ich könnte mir auch eine Therapie allein oder gemeinsam vorstellen. Allerdings scheint es dafür wohl zu spät.


Auch normal, habe ich auch erst gedacht. Würde ich aber ehrlich gesagt nicht mehr. Nicht so wie sie jetzt ist. Und bei mir bzw. ihr wohl gemerkt ist kein neuer Mann der Grund gewesen. Sie ist Solo wie ich seit der Trennung. Wie oben erwähnt, der neue Mann ist ein Nebenkriegsschauplatz der bei dir oben drauf kommt.
Und so eine Therapie......kann für dich allein eine Möglichkeit sein. Das wird die Zeit zeigen. Dachte auch anfangs darüber nach. Aber eine Paartherapie zusammen wird sie ablehnen. Da würde ich fast wetten. Meine wollte das kategorisch nicht. Ich weiß auch warum. Es stimmt, zu einer Trennung gehören immer zwei. Ich sage nicht ich bin frei von Schuld. Aber, vieles was meine NF mir anlastet ist eine Spiegelung ihrer Probleme auf mich. Ein typischer Zustand den hier viele kennen. Sie will sich nicht reflektieren, sie will in ihrer Welt recht haben. Ein Therapeut, Mediator wie auch immer würde letztendlich ihr einen Spiegel vorhalten und aufzeigen, das die meißten Punkte mit der sie sich die Trennung schön redet und begründet, durch sie selber kommen. Und nicht vom ach so "bösen" Partner.

Du siehst, es ist oft immer das gleiche Schema. Deshalb wirst du hier sicher vieler deiner Fragen beantwortet bekommen. Das wird.....gib dir Zeit.

09.01.2020 16:01 • #10


HairyPotter


Zitat:
Wir lagen zusammen auf dem Sofa, haben Dinge mit den Kids unternommen und sie hat mit ihm geschrieben.

Ist sicher auch eine Frage von ob man sowas mit sich machen lässt. Bei mir hätte sie das nicht machen können.

09.01.2020 16:05 • #11


crZ


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Haben uns gestern Abend nochmal sehr harmonisch unterhalten. Es war sehr schön und ich merke, dass mir darüber reden mit ihr gut tut. Ich weiß grds woran ich bin und mache mir keine Hoffnungen mehr (oder doch?) Sie sagt zwar, ihr ginge es auch schlecht, sie weine viel und hätte Zweifel. Sie kann aber einfach nicht verstehen, warum ich das Glück all die Jahre direkt vor Augen, quasi zum Greifen nah hatte, aber einfach nicht hingesehen habe.
Die tiefe Einsicht, die ich jetzt erlangt haben soll, nimmt sie mir nicht ab. Sie meinte: Was, wenn ich zu dir zurückkehre? Dann läuft es eine Weile gut und irgendwann stehen wir am selben Punkt.

Ja, das kann ich hervorragend nachvollziehen. Es muss sie tatsächlich innerlich zerfressen und das tut mir wiederum leid. Dieses ständige Auf und Ab der Gefühle ist schon echt merkwürdig. Gestern Abend ging es mir gut, heute morgen war ich ziemlich fertig. Aktuell geht es wieder.

Zu wissen, man hätte nur ein wenig aufmerksamer, wertschätzender, einfach näher dran sein müssen und alles wäre wahrscheinlich anders gekommen. Das schmerzt. Aber gewaltig. Natürlich ist das auch nur der Blick in die Glaskugel. Hätten sich aber ihre Anforderungen, ihre Wünsche an eine Beziehung erfüllt, wäre dieser Punkt, an dem wir heute stehen, wahrscheinlich nie erreicht worden.

Aber gut, was der Vergangenheit nachtrauern. Es hilft ja nix.

Hab mich heute schon einmal nach Wohnungen umgesehen und ein, zwei Anfragen gestartet. Schau mer moi, wa.

Alles in allem kommen wir aber sehr gut miteinander aus. Die aktuell unbefriedigende Wohnsituation ist natürlich eine Belastung. Bis 30.04. müssen wir noch drin bleiben. Aktuell behelfen wir uns damit, dass wir entweder doch alle im großen Familienbett (3m) schlafen, was in der Tat merkwürdig ist. Oder einer von uns schläft auswärts.

Und doch ist uns beiden Harmonie wichtig. Wir wollen füreinander da sein und insbesondere die Mädels schützen. Auch, wenn wir uns hier und da in den vergangenen Tagen verletzt haben, bleich unterm Strich doch, dass wir als Erwachsene vernünftig mit der Situation umgehen müssen. Es leiden ja schließlich schon genug darunter. Da müssen die Kinder sich nicht auch noch grottenschlecht fühlen.

Ich danke euch einstweilen und werde weiter berichten. Tut ziemlich gut, einfach mal bissl zu schreiben.

10.01.2020 13:21 • #12


unbel Leberwurs.


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Wieso ist sie dann schwanger geworden, wenn sie schon so viele Jahre an der Beziehung zweifelt?

10.01.2020 13:29 • #13


EngelohneFlügel.


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Sorry wenn ich da so "reingrätsche" aber ich habe das ja auch gehabt....deine Geschichte ist ja wie meine.....
Als jemand der schon weiter ist und mehr sieht als wenn man noch mitten drin ist.....sie versucht so wie du schreibst dir die Schuld zu zu schieben! Du hättest das Glück vor Augen gehabt usw. usw. und hast es nicht wahr genommen.....
Sie will die Trennung aber du sollst die Schuld daran tragen? Ja ganz klar. Und wo ist ihr Part? Dazu gehören immer zwei.....

10.01.2020 13:36 • x 1 #14


ChrisOha


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schön, dass ihr geredet habt und dass es harmonisch ist

Zitat:
Zu wissen, man hätte nur ein wenig aufmerksamer, wertschätzender, einfach näher dran sein müssen und alles wäre wahrscheinlich anders gekommen. Das schmerzt. Aber gewaltig. Natürlich ist das auch nur der Blick in die Glaskugel. Hätten sich aber ihre Anforderungen, ihre Wünsche an eine Beziehung erfüllt, wäre dieser Punkt, an dem wir heute stehen, wahrscheinlich nie erreicht worden.


das sind gefährliche gedanken
klar muss man sich selbst reflektieren
aber du machst das, was viele machen, die verlassen werden: du suchst die schuld bei dir selbst ... ihr kommt das grade recht, wenn sie alles auf dich schieben kann
lass das besser gleich bleiben ... hier hat keiner die schuld
auch für dich war die beziehung nicht immer rosig ... also könntest du auch die schuld bei ihr suchen

du machst das schon
viel glück

10.01.2020 13:37 • #15