crZ
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nachdem ich nun einige Zeit stiller Mitleser hier im Forum war, möchte ich gerne meine Geschichte zum besten geben. Ich versuche die Kurzfassung.
Ich bin mit meiner jetzt Ex-Freundin seit 12 Jahren zusammen. Sie hatte es sicherlich nicht immer leicht mit mir. Ich war sehr cholerisch und neigte zu schnellen Wutausbrüchen. Im Laufe unserer Beziehung konnte ich bzw sie mein Mindset und meine Persönlichkeit stark positiv beeinflussen. Aus unserer Verbindung entstanden zwei wundervolle Mädels (5 und fast 3).
Kurz nach Weihnachten 2019 offenbarte sie mir, sie hätte jemanden kennengelernt. Sie würden sich erst seit Anfang Dezember schreiben, hätten sich lediglich einmal getroffen und es fühlt sich bereits nach kurzer Zeit für sie wie nach Hause kommen an.
Zwischenzeitlich ist viel passiert. Wir haben unglaublich viel geredet, sie hat mir deutlich gemacht, dass ihr Trennungsprozess schon einige Zeit läuft und sie sich wohl auch ohne den anderen getrennt hätte. Er war für mein Empfinden wohl das Zünglein an der Waage.
Bin dann erstmal über Silvester ein paar Tage zu meiner Schwester gefahren. Ich war selbstredend völlig am Boden, hatte zwischenzeitlich allerdings auch Lichtblicke. Ich habe ihr viele Gedanken meinerseits in Form von Briefen, Nachrichten, Videos mit auf den Weg gegeben. Für sie ist ihre Liebe zu mir irgendwo im vergangenen Jahr entschwunden. Sie liebt mich als Papa der Kinder, nicht mehr jedoch als Mann, im eigentlichen Sinne.
Sie teilte mir auch mit, dass sie meine Bemühungen sehe, für sich aber einordnen müsse, was es mit ihr mache. Gleichzeitig schreibt und telefoniert sie mit dem anderen und hat auch schon dort übernachtet.
Unsere Kinder wissen es noch nicht. Die meisten Freunde und die Familien hingegen schon. Mit vielen hat sie und habe ich bereits geredet. Für mein Empfinden spricht sie allerdings nur mit Fürsprechern. Zu meiner Schwester hielt sie stets sehr engen Kontakt, den sie aktuell meidet. Sie wüsste wohl, was sie ihr zu diesem Thema mit auf den Weg geben würde. Meine Schwester hatte vor zwei Jahren eine ähnliche Situation in ihrer Familie. Hier hat sie sich stark engagiert und ihr immer wieder quasi ins Gewissen geredet. Nun ja .
Was mir unbegreiflich ist, den Schmerz und die Hoffnung aber schon etwas nimmt: sie sind nach so kurzer Zeit bereits so vertraut und tauschen sich über diverse Themen aus. Er wohnt auf einem Dorf in der Nähe in einem Haus. Meine große Tochter könnte in der Spielstraße Fahrrad fahren lernen. Wir könnten ihre Schuleinführung dort feiern. Er hat selbst zwei Kinder aus einer gescheiterten Beziehung (gleiches erlebt wie ich) und trägt die Tage, an denen seine Kinder bei ihm sind, in ihren Dienstplan ein. Unsere Katze kann dort wohnen (:D) Er will sich ein größeres Auto kaufen. Ihre Mama hatte Brustkrebs und sie solle sich doch in einem Zentrum in der Nähe seiner Eltern untersuchen lassen usw
Sie führt an, wir hätten unterschiedliche Vorstellungen vom Leben (was ich so nicht teile), ich würde sie selten verstehen und ihre Gefühle nicht einordnen können. Ich bin kein Kuschler, sie schon. Schlicht: ich habe sie nicht gesehen. Sie nicht ausreichend wertgeschätzt. Im Dezember 2018 machte ich ihr noch einen Antrag. Seither hat sich keiner von uns um einen Termin oder eine Location gekümmert.
Ja, ich sehe, dass ich Vieles versäumt habe. Ich sehe aber auch - am Tiefpunkt meines Lebens angelangt - dass ich verstehe und schon ganz anders über all das nachdenke. Dass ich mich schon nach so kurzer Zeit verändert habe. Sie versteht natürlich nicht, dass ich all das immer vor Augen hatte, aber nie wertgeschätzt habe. Sie versteht nicht, warum es mir erst jetzt auffällt, wenn es quasi kein zurück mehr gibt. Und ja, das kann ich nachvollziehen.
Was mich quält ist der schleichende Betrug. Wir lagen zusammen auf dem Sofa, haben Dinge mit den Kids unternommen und sie hat mit ihm geschrieben. Das tut ziemlich weh. Was bei den Treffen passiert ist, kann ich natürlich nur mutmaßen.
Ich habe innerlich eigentlich nahezu abgeschlossen. Am Wochenende möchte sie mit ihm bereits auf einen Geburtstag gehen. Aber wie sagt man so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt.
Sie möchte gerne, dass unser Leben als Familie achtsam und vernünftig weiter läuft. Ja, in ihrer Illusion sitzen wir alle mal gemütlich am Tisch (er eingeschlossen) und essen gemeinsam Abendbrot. Vielleicht ist das sogar tatsächlich mal möglich. Allein, mir fehlt der Glaube daran. Zumindest jetzt. Was wir beide niemals tun wollen: es auf dem Rücken der Kinder austragen.
Aktuell leben wir noch in unserer Wohnung zusammen. Sie hatte bereits eine Besichtigung Anfang der Woche. Im Moment passiert - soweit ich das beurteilen kann - nichts.
Naja, das reicht erstmal. Mir wird sicher noch mehr einfallen.
Danke vorerst fürs Lesen.