NineN
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Ein paar Dates hatte ich in den letzten Monaten ja bereits, aber da war nie groß was. Es war auch eher, um mal zu schauen was da gerade so los ist und wie ich auf neue Männer reagiere. Eventuell neue positive Erfahrungen sammeln.
Jetzt habe ich einige Zeit mit einem Mann geschrieben und meine Einstellung war da recht ähnlich wie bei den vorherigen Dates. Und dann kam das erste Treffen. Man, war ich hin und weg von ihm! Also danach erneut Kontakt aufgenommen. Er hat ebenfalls Kinder und durch die Ferien und Urlaub lagen 3 Wochen zwischen dem 1. Und 2. Date. Beim zweiten Date war es noch besser. Er ist sehr zugewandt, motiviert und ich habe das erste mal das Gefühl, von einem Mann wirklich gut behandelt zu werden.
Ich würde nicht hier schreiben, wenn es nicht ein Aber gäbe. Er sagte mir, er hätte letztes Jahr um die 15 Dates gehabt und es nie weiter verfolgt, weil es sich für ihn leer
angefühlt hätte und er immer das Gefühl hatte, er würde mit diesen Frauen seine Freiheit verlieren. Er sprach von Bindungsangst. Er meinte er hatte bei mir das erste mal das Gefühl, dass er nichts zu verlieren hätte, sondern der Kontakt eher sein Leben positiv beeinflussen könnte.
Öffentliche Zärtlichkeiten möchte er nicht und genauso ist es ihm wichtig, einen Exit zu haben. Er ist wirklich viel beschäftigt, sein Leben ist gut ausgefüllt. Meines ja auch und ich hab ja auch ein Recht großes Autonomiebedürfnis.
Aber ich merke, wie Teile meines ängstlichen Bindungsstils anspringen. Dank Therapie kann ich das aber gut aus der Metaperspektive managen. Gehe nicht jedem Gefühl nach, erkenne die anspringenden Muster und bleibe bei mir. Ich muss dennoch immer wieder auch aktiv aufpassen, dass auch mein Bedürfnis erfüllt wird, mich gefühlsmäßig ausdrücken zu dürfen, auch auf die Gefahr hin, dass es seine Bindungsangst triggert.
Mir ist bewusst, dass seine Bindungsangst sein Thema ist und nicht meines. Das meine Bedürfnisse nach Nähe normal sind. Und wenn wir Kontakt haben, dann gibt er mir die Vibes, die ich von einer festen Beziehung erwarten würde. Er selbst sprach von einem Wunsch nach einer Situationship mit dem Potential der Entwicklung in eine echte Beziehung.
Jetzt steh ich natürlich wieder mal ziemlich unschlüssig da, ob das alles wirklich eine gute Idee ist. Ich dachte, ich geh das einfach ganz locker an, schau was passiert. Ich merke aber, dass der Kontakt mit ihm etwas mit mir macht. Das ist schön und ängstlich gleichzeitig.