DieMadame
Gast
Ich habe vor einem knappen Jahr den Menschen kennen gelernt, mit dem ich alt werden will. Wir teilen so krass viele Sachen und haben einen so wundervollen Umgang miteinander.
Und letzte Woche sagte er, er fühlt sich noch nicht bereit für eine Beziehung. Er hat eine Vergangenheit im Elternhaus, in der er nicht frei war. Dann eine lange Beziehung wegen einem Kind, danach war er frei und hat dann mich kennen gelernt, das was er sich immer gewünscht hat an einem Menschen hat er mit mir.
Von Donnerstag bis gestern kein Kontakt, aber ich hab die Ungewissheit nicht ausgehalten, kann nicht schlafen, nicht essen nicht denken.
Dann war er gestern da. Wir haben ein sehr offenes, ehrliches und trotz der Situation ein wahnsinnig schönes Gespräch geführt. Und jetzt ist er weg. Ich liebe ihn so sehr, dass ich ihn gehen lassen kann. Ich weiß, dass er erst mit sich selbst glücklich sein muss, bevor er das mit jemand anderem kann. Trotzdem könnte ich schreien. Es ist einfach nur schwer und kaum aushaltbar. Eben weil er DER Mann ist und ich DIE Frau bin, die wir immer wollten. Ach man...
Die Zeit steht grade für mich. Meine Gedanken sind ständig bei ihm und obwohl ich weiß, dass ich an mich denken muss, komme ich nicht klar. Ich fahre heute weg zu einer Bekannten, weil ich nicht zu Hause sein kann. Ich kann nicht arbeiten und bin entsetzt von mir selbst, wie wenig ich mit der Situation umgehen kann. Ich fühle mich so gescheitert. Am schlimmsten fällt es mir stark zu bleiben und nicht zu rauchen, das habe ich vor 11 Monaten aufgehört, und dann denke ich wieder, was solls, es interessiert doch keinen was mit mir ist.
Das Leben danach ist das Schlimmste. Und dann nehm ich ein altes Tagebuch in die Hand und finde einen Spruch, den ich in einer anderen schweren Zeit irgendwo gelesen habe. "Es ist vorbei, aber es wird niemals zu Ende sein."
Ich wäre so gerne sauer und wütend auf ihn, weil er es nicht wert ist, mich zu haben. Aber genau das kann ich nicht sein. Weil ich weiß, dass er ein ganz toller Mensch ist, der erst noch mit sich aufräumen muss und der Verstand sagt es ist gut, wenn er geht und sich aufräumt, wir wären sonst nie glücklich geworden. Aber das Herz schreit vor Verzweiflung.
Und dann wieder die Hoffnung, dass wir in einem späteren Leben doch noch einmal zusammen fließen. Gleichzeitig weiß ich, dass ich nicht drauf warte, sondern mich finden muss.
Ich hab Angst, das nicht zu schaffen. Traurig