@deion,
hm, das Hirn ist wahrscheinlich meistens nicht so dumm, das stimmt schon.
Das Hirn einzuschalten gelingt mir, wenn ich ihm nicht gegenüberstehe. Dann habe ich ähnliche Gedanken wie die von Dir geäußerten. Wenn ich ihn vor mir habe, hat bisher das Gefühl die Oberhand behalten (Ich betone: Es geht in diesem Moment nicht um S.!). Und per E-Mail sinngemäß einfach so sagen: Trenne Dich und dann kannst Du wieder anfragen!, erscheint mir auch nicht gut, das ist feige, das muss ich persönlich tun.
Es ist ein guter Rat von Dir, dem Hirn eine Zeitlang den Vortritt zu lassen. Und dennoch so schwer umzusetzen. Hast Du noch einen guten Tipp, wie ich mein Herz an die Leine nehmen kann ?

@sabine49:
Nein, ich will nicht warten, bis er mir seine Entscheidung mitteilt. Da komme ich mir ausgeliefert vor und im Fall einer Entscheidung für die Ehe ginge es mir sicher schlechter als jetzt. Bei einer Entscheidung für mich wäre es auch nur erst eine Aussage, die erst noch Taten nach sich ziehen muss. Somit komme ich um ein Augen zu und durch wohl nicht herum. Wenn seine Entscheidung für die Ehe gefallen ist, dann ist das Ergebnis dasselbe, mit dem großen Unterschied, dass meine Entscheidung seiner vorgegriffen hat. Bei einer Entscheidung für mich und einem Rückzug meinerseits, ohne die Tür zuzuschlagen, hat er immer noch Gelegenheit, mir zu beweisen, dass er es ernst meint.
@kuddel
Altlasten meinte ich in dem Sinne nicht negativ. Ich verstehe darunter, dass ich unbelastet von früheren Beziehungen (da bereits längst verarbeitet und abgeschlossen), ohne Kinder, für die ich verantwortlich bin oder ohne andere Hindernisse in eine neue Beziehung gehen könnte. Natürlich habe ich mit 55 zahlreiche Erfahrungen im Leben gemacht, positive und negative, habe meine Geschichte, meine Narben und auch die freudigen Momente im Leben!
Und ja, es geht um den Menschen, nicht um Mann oder Frau und ich sehe in erster Linie den Menschen. Dass mich dieser Mensch auch als Mann von sich einnimmt, kommt tatsächlich erst an zweiter Stelle. Das macht es ja so schwer.
Ja, größere Schritte wären sicherlich von seiner Seite aus zu unternehmen. Aber ohne die Anker zu lichten und in See zu stechen, gelangt ein Schiff nicht zu neuen Ufern. Und diese Entscheidung kann ich ihm nicht abnehmen. Dass dies nach einer jahrzehntelangen Ehe nicht einfach ist, auch wenn man es will, ist klar. Allerdings bin ich froh, dass seine Kinder schon erwachsen sind und ihr eigenes Leben leben.
Und ja, ich will nicht das Gefühl bekommen, hingehalten zu werden oder immer wieder warten zu müssen, im Verborgenen zu sein, heimliche Treffen, ich will das alles nicht!
Jetzt habe ich Wochenende und hätte Zeit für Zweisamkeit. Und was ist: Ich ziehe mein Programm allein durch. Auch schön, aber plötzlich fehlt wieder was, von dem ich jahrelang dachte: Brauch ich nicht.
Und es stimmt auch: Für solche Entscheidungen gibt es keinen richtigen Zeitpunkt. Und letztendlich weiß ich auch erst hinterher, ob die Entscheidung richtig oder falsch war wie immer. Aber mehr kann ich nicht tun als sorgfältig abwägen und entscheiden und sehen, was passiert.
Ich danke Euch!
Ich bin froh, dass Ihr Euch meiner Geschichte annehmt und mich nicht pauschal als Böse verurteilt.