(Hab nur den Eingangspost gelesen und die ersten Kommentare grob überflogen.)
Für mein Verständnis:
Zitat von Nebelherz: Das Schlimmste ist, dass unsere Welpen jetzt zu Pfingsten geboren werden und wir danach über viele Wochen gemeinsam funktionieren und uns um sie kümmern müssen.
Das bedeutet, dass Distanz praktisch unmöglich sein wird. Wir werden weiterhin eng miteinander zu tun haben, obwohl in mir gerade alles zusammenbricht.
Zitat von Nebelherz: Aber min. morgen z.B. trifft sie sich mit ihrem Toyboy, hat sich bis Dienstag abgemeldet - während ich die Hunde versorge.
Zitat von Nebelherz: Da bei ihr die Hundezucht und die Rasse eine große Rolle spielen, kam eigentlich nur ein Haus infrage. Diesen Traum haben wir gemeinsam verwirklicht: Wir kauften ein altes Haus und renovierten es über die letzten vier Jahre hinweg mit unglaublich viel Arbeit, Energie, Geld und gemeinsamer Zukunftsplanung.
Bevor ihr beide zusammen gezogen seid, hattest du einen Job und die Hundezucht war ihre Einkommensquelle/Leidenschaft.
Eigene Jobs habt ihr beide trotzdem noch oder wie kann ich mir das vorstellen?
Ich frag deswegen so blöd, weil die Hundezucht dir in den letzten 5,5Jahren sicher auch ans Herz gewachsen ist, aber ursprünglich ihr Ding war und daraus ergibt sich mir die Frage, ob es nicht vlt. sinnvoll wäre dich aus dieser geteilten Verantwortung bzw. Hobby etwas zurückzuziehen.
Dir wird diese Zeit unnötig emotional zusetzen.
Zum einen weil gemeinsam verbrachte Zeit viel Möglichkeiten bietet dich noch intensiver zu verletzten. Das können Aussagen in Gesprächen sein, es kann aber auch ihre Gleichgültigkeit gegenüber deinen Gefühlen bzw. deinem Schmerz sein. Du bekommst sehr viel intensiver ihr Affärenleben mit, was sehr verletzend und demütigend sein kann. Außerdem förderst du die Affäre im Grunde mit, weil du ihr durch die Hunde-Care-Arbeit den Rücken freihälst und dadurch eben überhaupt erst ermöglichst weg sein zu können.
Zitat von Nebelherz: Sie will das Haus, ich will das Haus (habe das meiste selbst gemacht). Grundbuch 50/50.
Bei Verkauf sind wir beide am Ar***, und zwar richtig. Von den finanzierten 130K ist nach 4 Jahren kaum etwas abgetragen. So freut sich ein Dritter und wir zahlen weiter die Schulden.
Zitat von Nebelherz: Ein Hausverkauf wird Schulden hinterlassen, große.
Hast du darüber schon mit der Bank gesprochen?
Das Haus hat durch die Renovierung eine Wertsteigerung.
Sich gegenseitig nicht auszahlen zu können ist nicht ungewöhnlich.
Es ist sehr wichtig das du hierzu mit Fachleuten redest, damit du deine Entscheidungen aufgrund von Fakten und nicht irgendwelcher Vermutungen treffen kannst.
Was ist die Immobilie nach den Renovierungen wert?
Bleiben beim Verkauf des Hauses tatsächlich noch Schulden?
Wie kann mit den Restschulden umgegangen werden (50/50 Aufteilung) und wie sehen deine Konditionen bei der Bank dann aus?
Zusätzlich würde ich dir ein Termin beim Anwalt empfehlen. Einfach um dich über die Rechtslage zu informieren, welche Rechte du in dem Szenario hast wenn du ausziehst und sie im Haus bleibt. Bin nicht im Thema, aber ich meine sie müsste dir dann eine Nutzungsentschädigung zahlen oder sowas in der Art. Zusätzlich wäre klar zu regeln und festzuhalten wer welche Kosten zahlen muss, etc.
Nach den beiden Terminen kannst du für dich entscheiden welcher Weg (Hausverkauf/sie bleibt allein im Haus) der finanziell und emotional bessere Weg ist.
Tut mir leid das ich jetzt nicht so viel über deine emotionale Verfassung schreibe.
Was du durchmachst ist der Wahnsinn.
Zitat von Nebelherz: Sie sagte sinngemäß, das Problem sei eigentlich ich, weil jeder normale Mensch erkennen würde, dass es bei dieser Affäre „nur um Sex“ gegangen sei und das deshalb gar nicht so wichtig wäre.
Lass dir die Schuldumkehr nicht einreden. Das ist eine völlig verrückte Sichtweise.
Ihre Affäre ist nicht deine Schuld. Du bist dafür nicht verantwortlich, es ist ihre Entscheidung gewesen und es ist auch ihre Entscheidung die Affäre nicht zu beenden.
ABER und das ist wichtig: Es ist deine Entscheidung aus dem Zug der Selbstzerstörung auszusteigen!
Zitat von Nebelherz: Außerdem sagte sie, mit diesem Mann sei alles „leicht und unbeschwert“ – etwas, das sie mit mir nicht mehr hätte. Gleichzeitig meinte sie aber auch, er sei weder besonders attraktiv noch der Sex besonders gut.
Du hast für dich schon seit längerem erkannt, dass ihr zwei völlig unterschiedliche Auffassungen von Beziehungen habt. Meiner Meinung nach empfinde ich deine Vorstellung von einer Beziehung sehr gesund, wünschenswert und auch sehr realistisch ihm Hinblick darauf, wie dauerhaft echte Nähe und Verbundenheit geschaffen werden kann.
Wie du festgestellt hast, teilt nicht jeder diese Ansicht oder ist aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Lage "tiefere" Beziehungs-oder Persönlichkeitsarbeit zu leisten.
Das sind Menschen die denken es muss alles automatisch ganz ohne zutun "leicht und unbeschwert" sein und dieser "leichte und unbeschwerte" Gefühlszustand soll natürlich der Dauerzutsand sein, denn nur dann hat man den richtigen Menschen fürs Leben an seiner Seite. Ich halte die Sichtweise für sehr realitätsfern, aber diese Menschen gibt es (Männlein wie Weiblein).
Das Problem bei dieser "leicht und unbeschwert"-Einstellung ist, dass sobald ein Problem auftritt nicht das Problem das Problem ist, sondern direkt der Partner oder die Beziehung das Problem wird und somit eher auf kurz statt auf lang komplett in Frage gestellt wird. Mal ganz banal gesagt, muss ich auch nicht erklären, weil du das leider selbst in deiner Beziehung erleben musstest. Was mir aber wichtig ist zu schreiben ist, dass es nicht deine Schuld ist. Denn solche Menschen suchen das "leicht und unbeschwerte" dann im Außen oder in einer komplett neuen Beziehung, sobald es unbequem wird. Das ist wie Luftschlösser jagen.
Ihre Affäre ist nur das i-Tüpfelchen. Im Grunde wäre es dir ohnehin, auch ohne die Affäre, nicht möglich gewesen eine Beziehung zu führen die deinen Vorstellungen entspricht.
Wie du sehr gut beschrieben hast, hast du dich in der Beziehungsdynamik -abgesehen vom körperlichen- nicht gut gefühlt. Auch wenn der Seggs sehr gut war, wärst du auf Dauer trotzdem unglücklich gewesen, erst recht wenn deine Vermutung mit dem Narzissmus stimmt. Ihr hattet keine Beziehungsdynamik in der ihr euch gemeinsam entfalten und wachsen konntet. Ihr hattet nichtmal die Möglichkeit euch richtig kennen-und verstehen zu lernen. Denn ein ständiges Kennen-und Verstehenlernen kommt durch eine gesunde Konfliktverarbeitung statt Konfliktvermeidung.
Natürlich sind 5,5 Jahre auch viel Lebenszeit, viel Energie, viele Träume und Hoffnungen...und viel Geld. Dennoch ist es an dem Punkt besser das Ruder endlich in eine andere Richtung zu lenken und diese ganzen Ressourcen in dich zu investieren, statt in eine Beziehung deren Kerndynamik ganz krass im Gegensatz zu deinen Vorstellungen und Werten steht.
Zitat von Nebelherz: Für mich empfinde sie nur noch Mitleid. Sie wolle mich aber als guten Freund behalten.
Dieser Satz hat mich heute getötet.
Ja, der Satz hätte mir auch zugesetzt.
Eine Freundschaft mit ihr würde ich ablehnen.
Wird Zeit das die "Dame" wieder Respekt vor dir hat und dich ernst nimmt.
Zitat von Nebelherz: Wie bekomme ich die nächsten Wochen hin?
1. AbgrenzenSo wenig Kontakt zu ihr wie möglich. Keine Beziehungsgespräche (macht kein Sinn, sie bereut nichts gibt dir die Schuld und hat ohnehin ein komplett anderes Verständnis). Falls du dich in der Hunde-Care-Arbeit nicht zurücknehmen kannst, dann nur das nötigste reden.
2. Nimm die Zeit für dich!Geh raus, verabrede dich oder geh alleine spazieren.
3. Hol dir Unterstützung!Ab zur Bank und zum Anwalt um fundierte Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können.
Du bist in einem Schockzustand und hast viel erlebt, es ist keine Schande sich für die Zeit der Verarbeitung auch emotionale Unterstützung in Form von therapeutischer Begleitung zu suchen.
4. Sei geduldig, ehrlich und gut mit dir!Du fühlst dich zurecht verraten, verletzt, betrogen, etc.
Deine körperlichen Symptome sind Resultate deiner emotionalen Verletzung. Du befindest dich in einem emotionalen und körperlichen Ausnahmezustand. Es ist nicht deine Aufgabe so zu tun als wäre nichts passiert. Sei geduldig mit dir, denn die emotionalen Wellen ("der Zug oder Bus der dich überrollt") der wird dich in nächster Zeit immer mal wieder überrollen. Die körperlichen Symtome verschwinden auch nicht von heute auf morgen, denn die haben ihre Berechtigung und erfüllen meist ihre Funktion.
Sei also ehrlich mit dir und übernimm dich nicht. Achte auf dich und deinen Gemütszustand und handle danach (abgesehen von Körperverletzung, wenn da Wut und Aggresion hochkommt

). Was ich damit meine ist, zwing dich zu nichts also ruh dich aus wenn du Ruhe benötigst, drück nicht sofort alle negativen Gefühle weg und achte darauf die ruhigen und positiven Momente/Gefühle nicht zu verlieren.