Zitat von Brokenheaaart: Und wie geht man damit um, ohne irgendwann bei jeder Bemerkung genervt oder verletzt zu sein?
Mein Ex hatte das auch drauf. Ich dachte, ich könnte es an mir abperlen lassen und habe es nicht ernst genommen. Aber das war falsch. Wir hatten nur 9 Monate und die Trennung ist jetzt etwas mehr als ein Jahr her. Trotzdem kommen mir diese Ab- und Bewertungen immer wieder in den Sinn und mittlerweile entstehen in mir abgrenzende Gefühle und Antworten, die ich hätte geben sollen. Tatsächlich denke ich z.B. jedes Mal wenn ich mich föhne, an seinen damaligen Kommentar, obwohl es schon lange her ist. So ein Verhalten ist nicht ohne. Es zersetzt langsam und subtil das Selbstwertgefühl.
Es ist ein Dauerangriff. Er selbst hat sich selbst als Klugschei.ßer bezeichnet. Er hat auch laut darüber nachgedacht, dass es besser wäre, wenn wir uns trennen, da ich immer so verletzt bin. Das löste Angst in mir aus. Er kam gar nicht auf die Idee, dass er mich einfach nicht mehr verletzen will und deshalb damit aufhört. Er konnte nicht wirklich mitfühlen. Er brauchte es auch, weil er sich dadurch "größer" fühlen, seine Minderwertigkeitskomplexe ausgleichen konnte - auf meine Kosten.
Ich kenne das Kommentieren, "Verbessern" und das Abwerten auch aus meiner Ursprungsfamilie. Den Impuls, es steht niemanden zu, mich zu kommentieren und zu bewerten, hatte ich nicht. Der entwickelt sich jetzt erst im Nachhinein.
Ich denke, deine so starke emotionale Reaktion hängt damit zusammen, dass du dich alleine gelassen hast und nicht zu dir gestanden bist. Dadurch hast du dich schutzlos gemacht, dein Inneres schutzlos ausgeliefert. Hier ist eine Lernaufgabe für dich. Dich für deinen Wert einzusetzen und solche Angriffe abzuwehren, sofort, wenn sie stattfinden und mit einer Energie, die jedem zeigt, dass das nicht mehr stattfinden wird. Dann kommt die Angst, dass er dann die Beziehung beendet oder dass dadurch Abstand entsteht und man die Liebe nicht mehr leben kann, was man ja eigentlich will. Aber so kann man die Liebe auch nicht leben, weil man eingeht Stück für Stück.
Es geht um Grenzen setzen und diese zu halten, sich für seinen Wert, der angeboren ist, einzusetzen und diesen zu verteidigen. Zu sich zu stehen, so wie man ist.