hallo, @No_Luck
Nun, so wie es aussieht, ist die Situation bzw ihre Verhaltensauffälligkeit ja nicht ganz unbekannt für dich - nach dem zu urteilen, was du über euren gemeinsamen Lebensweg berichtest.
Dennoch bist du mit ihr kontinuierlich Schritte weitergegangen in Richtung mehr Verbindlichkeit,, mehr - sagen wir mal - Abhängigkeiten.
Denn mehr
Nähe hat sich ja offenbar zwischen euch nicht eingestellt.
Im Moment bist du noch sehr stark mit deinem Fokus bei ihr, was in ihrem Elternhaus nicht stimmte, was sie für Päckchen zu tragen hat, was sie nicht sieht, aber sehen müsste, was sie für Fehler macht uvm.
Dabei erkennst du nicht (das ist in deinem jetzigen Schock noch völlig normal) dass der Fokus hin zu
dir gelenkt werden sollte, um zu verstehen, was
dich in diesem Von außen recht brüchig wirkenden Konstrukt bewegt hat, mit dieser Frau ein Kind zu zeugen und ein Haus zu bauen usw
ich könnte jetzt viele Dinge aufzählen und dezidiert auf Einzelheiten deiner Texte eingehen, aber alles in allem wirkt es auf mich so, dass ihr beide schon viele Jahre lang eine dysfunktionale Beziehung eingeübt und mit den Jahren fest zementiert habt.
Die gute Nachricht für dich ist:
du kannst nichts tun! du kannst nichts tun, um sie zu retten, um sie wachzurütteln, um sie dazu zu bewegen, endlich zu begreifen, was da gerade passiert! Vermutlich wird sich das für dich jetzt wie ein Schlag ins Gesicht anhören, aber bei näherem hinsehen es ist tatsächlich eine
gute Nachricht. Denn wenn ein kranker etwas an seiner Krankheit ändern möchte, hat er hierzulande alle Möglichkeiten, sich Hilfe zu suchen. Zumal sie ja auch bereits Therapieerfahren ist. Wenn jemand für sich entscheidet, Augen und Ohren zu verschließen und
keine Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist dieses (Zumindest in meinen Augen) zu respektieren. Was du tun kannst (sogar die Pflicht hast, es zu tun) ist, sich um deine eigene Genesung zu kümmern. Denn zweifellos kann über so viele Jahre keine dysfunktionale Familie existieren, in der der eine Part komplett krank und der andere komplett gesund ist. Daraus schlussfolgere ich, dass auch du deine - sagen wir mal - Baustellen hast, auf die du Deine Aufmerksamkeit und alle deine Heilungs Absichten lenken solltest. Deine Frau ist erwachsen, lass sie los.
Das ist in der Tat die am schwersten umzusetzende Botschaft, die ich dir mitgeben möchte. In einer Trennung müssen wir irgendwann immer loslassen, nur das loslassen befreit und öffnet uns für neue Perspektiven. Natürlich versuchen wir Verlassene mit Händen und Füßen, alles beim Status Quo zu belassen. Aber, der Weg führt tatsächlich ausschließlich über das loslassen!
Ob deine Frau dann irgendwann zur Besinnung kommt, sich Hilfe sucht, ihre Genesung zur obersten Priorität macht, eventuell ihre Liebe für dich neu entdeckt und einen Weg auf dich zugeht, steht im Moment vollkommen in den Sternen, und ist nach meiner Einschätzung auch nicht das zentrale Problem.
vielmehr ist das zentrale Problem, mit dir selbst ins Reine zu kommen und dein eigenes Leben auf die Kette zu kriegen. Und dein eigenes Leben heißt erst einmal: deine eigene psychische Gesundheit pflegen, für dich finanziell, körperlich, emotional gut sorgen, und selbstverständlich auch deine Rolle als Vater verantwortungsvoll wahrzunehmen.
Wenn ich lese, dass du dich für 30 Tage, ohne der Kindesmutter mitzuteilen, wo du bist, zu verdünnisieren, finde ich das hochgradig
verantwortungslos. Ein solcher Vorschlag kann doch nicht ernstgemeint sein! Auf der einen Seite kreidest du ihren Eltern an, dass, wenn dicke Luft war, Tagelang geschwiegen wurde, aber selber praktizierst du es doch genauso, und hast es auch in euren vermeintlich >>guten<< Zeiten genauso gehandhabt.
Zitat von No_Luck:und zerschlägt permanent weiter Porzellan.
ich glaube, das ist eine hoffnungslose Untertreibung! Für meine Begriffe liegt bei euch tatsächlich alles in Schutt und Asche. Ich würde sogar soweit gehen, dir und der Kindesmutter zu raten, weitere Schädigenden Einflüsse auf euer Kind nach Möglichkeit zu minimieren und euch schnellstmöglich jeder für sich ein neues, geruhsames und eigenverantwortliches Leben aufzubauen.
die gemeinsame Immobilie kann doch nicht der Grund sein, dass ihr jetzt in diesem Chaos weiterlebt, wo längst kein Respekt, keine Liebe, kein gegenseitiges wertschätzen mehr Grundlage des gemeinsamen Lebens zu sein scheint.
ich rate dir, such
du dir Hilfe, um das loslassen zu akzeptieren und deine Baustellen erstens zu erkennen, und sie dann im weiteren Verlauf Schritt für Schritt anzugehen.
ich wünsche dir viel Glück und kraft