Grundsätzlich bin ich der Überzeugung, dass jede Form des Zusammenlebens, ob Kommune, WG, Ehe oder Familie einer regelmäßigen guten Kommunikation bedarf, wo Regeln immer wieder neu definiert und angepasst werden.
Ich weiß jetzt. nicht, was da bei Euch in der Vergangenheit stattgefunden hat, nachdem der Vorschlag unterbreitet wurde, bei Euch einzuziehen.
Ich wohne ja auch mit meinem erwachsenen Sohn zusammen, bin ebenfalls chronisch krank, und wir halten einmal pro Woche zu einem festen Termin eine Familiensitzung ab. Da bringt jeder auf den Tisch, was ihn stört, was er sich wünscht, womit er Probleme hat, aber auch was ihn freut, was gut gelaufen ist, was so bleiben soll. Also Kritik UND Lob. Wir suchen dann gemeinsam nach Lösungen, kreativen Ideen, Kompromissen, wie wir das Zusammenleben weiterhin gestalten können, so dass sich alle wohl fühlen.
Jeder macht sich dann im Vorfeld eine Liste mit seinen Themen.
Viele Dinge kann man ja vorher gar nicht einschätzen und man weiß nicht, welche Veränderungen einen belasten könnten. Sollte mein Sohn z.B. irgendwann eine Freundin haben, die hier regelmäßig übernachtet, müsste sicher nachtariert werden, welche Regeln dafür nötig sind, damit das für alle angenehm ist. Das könnte dann sein, den Besuch rechtzeitig ankündigen, nur am Wochenende, nicht mehrere Nächte hintereinander - keine Ahnung. Vielleicht würde es mich ja auch überhaupt gar nicht stören. Das muss man dann eben sehen.
Erst war es eben okay für Euch, dass in der Garage geschraubt wird. Da seid Ihr vielleicht von einem oder zwei Autos ausgegangen. Nun sind es aber immer mehr geworden und vielleicht habt Ihr (bzw. Du) da zulange tatenlos zugesehen. Der Schrauber merkte vielleicht gar nicht, dass Euch das stört, weil er ja davon ausging, dass er unbegrenzt schrauben darf.
Dann hätte man z.B. direkt beim ersten Ölfleck in Ruhe und konstruktiv darüber sprechen können, wer den nun wann beseitigt, falls nicht geschehen. Apropos Ölflecken:
https://www.putzen.de/oel-und-oelflecke . ersteinen/Dann kann man auch detailliert festlegen, was diese Woche im Garten vorrangig gemacht werden muss, was genau Dir da wichtig ist und hat nicht so ein schwammiges "Ihr kümmert Euch um den Garten".
Wenn man halt solche regelmäßigen Gespräche nicht führt, staut sich alles an. Man erwähnt vielleicht mal was zwischen Tür und Angel, was aber nicht so dringend empfunden wird, nicht ankommt, wie auch immer. Und irgendwann läuft dann das Fass über und der Frust ist groß. Dann kommt auch sehr viel Emotion mit rein, die sich angesammelt hat.
Vielleicht wäre das nochmal einen Versuch wert. Fester Termin einmal pro Woche, wo alle mindestens 1 Stunde, besser 2 Stunden Zeit haben und man wirklich ungestört ist (die Kleine schon im Bett). Für das, worauf man sich geeinigt hat, zusammen und einvernehmlich Fristen setzen und
gemeinsam vorher festlegen, welche Konsequenzen folgen, wenn diese nicht eingehalten werden.
Mein Sohn hat z.B. eine Zeit lang sein Bad putzen immer so weit nach hinten verschoben, dass es erst kurz vor meinem Putz-Termin gemacht wurde. Er schlug dann selber vor, dass er das nächste mal 5 Euro pro Verzögerungstag zahlt, wenn es keinen triftigen Grund für das Verschieben gab. Seitdem macht er es pünktlich.