Zitat von Ricky: Die Personen, die dann "weglaufen" oder zurück ziehen, brauchen eben einen Partner an der Seite, die dann eben sagen können: "Mach Du mal."
Ich hake hier mal ein, weil ich das nun auch erlebt habe..bis vor kurzem.
Natürlich kann man die Art kennenlernen, wie jeder Mensch das händelt.
Entweder man kommt damit zu recht...weil es einem ähnlich geht. Oder man ähnlich ist.
Oder man lernt damit zurechtzukommen, wenn man es erklärt bekommt,
bzw. sich daran im Guten gewöhnt.
Oder: Man ist ein ganz anderer Typ Mensch, der Dinge zeitnah klärt und sich dem Ganzen stellt,
dann passt es nicht zusammen mit so einem "Menschen, der sich bei Streit zurückzieht und für sich die Dinge klärt".
Es hilft sowieso nicht, den Menschen auf links zu drehen. Er wird sich nicht wirklich mehr verändern.
Aber an sich arbeiten kann man. Sein Leben lang. Für sich. Weil man merkt und spürt, dass es mit Öffnen und sich erleichtern besser geht. Für was führt man denn dann Beziehungen?
Um weiterhin verstockt im stillen Kämmerlein zu sitzen und alles für sich zu klären?
Aber gut. Ansichtssache.
Ich kann die TS schon verstehen, dass sie das als respektlos empfindet. So ein Zurückziehen.
So ein sich Entziehen aus einer Situation. Und ja, man mag sich dann nicht vorstellen, wie das im restlichen Leben sein wird/könnte. Denn es gibt dann Situationen, die kommen werden, an denen man nicht einfach paar Tage sagen kann, ich verarbeite für mich..ich rede nicht mehr...ich stoße laufend unterbewusst vor den Kopf. Wenn Kinder da sind. Usw.
Ist das reif? Erwachsen? Beziehung auf Augenhöhe?
Das hat dann was mit sehr viel Verständnis zu tun, wenn man mit so einem Menschen dauerhaft eine Beziehung führen kann...und für mich, persönlich, das weiß ich jetzt,
hat das aber nichts mit beziehungskonstruktivem Zusammenleben zu tun.
Und generell hat es auch etwas damit zu tun, für was eine Beziehung für jeden Menschen steht.
Kommunikation, sich Öffnen, Fallenlassen, Ankommen, Verstanden werden, ein Rückhalt, usw.
Ich hatte jetzt die Erfahrung mit einer Frau gemacht, die so tickte, dass sie sich zurückzog.
Von jetzt auf gleich. Es war nicht mehr möglich zu reden. Ich nahm sie so, wie sie war.
Und stiefelte dem Ganzen nicht hinterher oder "zwang" sie so zum Gespräch, wenn sie nicht wollte.
Ich ging auf sie zu, auch wenn ich in dem Bereich ein völlig anderer Mensch bin.
Ob ich mich verbogen hatte? Zu sehr? Ich weiß es nicht.
Aber für mich gehört eben auch Verständnis für das Gegenüber in einer Partnerschaft dazu.
Fakt ist, dass mir das auf "sie zugehen" (im Sinne von, dass ich sie ließ, wie sie ist)
auch zum Verhängnis wurde, da sie mein Akzeptieren ihres Schweigens in die Richtung deutete, dass mir das nicht wichtig genug wäre und man mir nicht vertrauen könnte. Da gibts dann irgendwann keine Win-Win mehr. Und das ist das Schlimme an der Sache.
Wer auf der einen Seite nach Aufmerksamkeit heischt und wenn die mal nicht gegeben ist,
warum auch immer, gleich alles in Frage stellt, auf der anderen Seite, es aber auch nicht, im Gespräch richtig zulassen kann, wenn man versucht einen Zugang zu finden, ist nicht an einer ernsthaften Bindung interessiert oder in dieser Phase nicht fähig. Das ist nur meine Meinung.
Natürlich gibt es Menschen, die damit klarkommen. "Cool" sind. Darüber stehen.
Aber ich hatte ab einem bestimmten Punkt den Eindruck, dass man es doch garnicht "richtig" machen konnte. Und dieser ewige Abnutzungskampf in Sachen Kommunikation, die erwiesenermaßen zu den wichtigsten Säulen in menschlichen Beziehungen gehört, macht mürbe und jegliche Natürlichkeit kaputt.
Ein letzter Punkt, der noch erschwerend hinzukommt, ist der Umstand, dass man irgendwann garnicht mehr richtig weiß, wann man was kommunikativ lösen kann oder eben nicht.
Man fühlt sich dauernd, als ob man sich auf dünnem Eis bewegt. Ein Schritt vor und es bricht.
Weil es dem Gegenüber zuviel war. Ein Schritt zurück, empfindet das das Gegenüber als Rückschritt und mangelnde Wertschätzung.