Guten Morgen tesa,
Zitat:Und wo dus sagst, ich habe überhaupt das Gefühl, dass mein ganzes Leben ein einziger Kampf ist!
über genau dieses Thema habe ich die letzten Monate viel nachgedacht und mir ist etwas aufgefallen: es gibt einerseits für jeden Menschen viele private und berufliche Herausforderungen, Arbeit, usw. Und es wäre gelogen, würde ich behaupten, das sei nicht anstrengend. Aber was mir bei mir selbst aufgefallen ist, ist etwas, das auch Giulietta einmal im Thread der Expartner von Narzissten beschrieb oder zitierte (finde das Zitat nicht auf die Schnelle).
Ich beschreibe es mal aus eigener Erfahrung: mir wurde klar, dass ich meine Hauptenergie nicht einmal in meine Aufgaben und Herausforderungen gstecke, sondern sie in Angst verpulvere. Also sagen wir einmal, dass ich eine große berufliche Herausforderung habe. Ich habe bei mir beobachtet, dass ich innerlich stark kämpfe, sehr angespannt bin, voller Sorge und in einer Art Existenzmodus- überleben! Im Kleinen drückt sich das dann z.B. aus, indem ich schon völlig angespannt aufwache, mir selbst sage, wie schwer oder sogar unmöglich alles ist, oder was geschehen könnte, wenn es mir nicht gelingt. Ich habe mal drauf geachtet, wie ich mich dann fühle: ich atme flach oder auch gar nicht, der Solarplexusbereich ist ein einziger Knoten, die Schultern angespannt und etwas nach oben gezogen, ganzer Körper angespannt. Im Grunde im Kopf und Körper Sorge, Angst.
Und genau das alles frisst bereits die ganze Energie, die ich gut für die Bewältigung meiner Aufgaben bräuchte. Ich übe und mir gelingt es nun immer mal wieder ganz ohne diese Anspannung und Angst meine Aufgaben- auch psychische, zwischenmenschliche- anzugehen. Wenn ich dabei entspannt bin, nicht im Überlebensmodus, dann bin ich sogar noch leistungsstärker. Dazu braucht man also auch nicht unbedingt eine Auszeit nehmen, wenn es nicht geht.
Es spricht erstmal nichts dagegen, auch im Beruf sehr viel zu leisten, aber das geht auch ohne diesen Überlebensmodus. Bei mir zeigte er sich nicht explizit: oh Gott! Angst und Schrecken! Aber wie beschrieben, wirkte er so selbstverständlich im "Untergrund", dass ich mir dessen gar nicht bewusst war und dachte, das alles ist eben anstrengend!
Das fängt schon bei Kleinigkeiten wie morgendlichen Selbstsuggestionen wie "Boah, das wird ein harter Tag!" an. Zack, wieder etwas angespannter und weniger Energie für die eigentliche Aufgabe.
Ich beobachte seit längerem eine Bekannte, die da ganz offenischtlich eine andere innere Haltung hat. Sie ist eine super erfolgreiche Geschäftsfrau und ohne zu flunkern, habe ich sie nochh nie angespannt erlebt. Das gab mir zu denken. Sie leistet sehr viel, ist aber nie in diesem Überlebensmodus. Wenn ich sie sehe, bekomme ich oft das Gefühl, sie sei gerade im Urlaub.
Sogar ihre Tonlage, ihre Bewegungen sind stets harmonisch, entspannt.
Leistung etc. muss gar nicht immer Kampf und Krampf sein. Das ist mir erstmals in diesem Jahr bewusst geworden!