@Matroschka
also, wenn man es sich genau anschaut, dann sind es mehrere Ebenen.
Erstens: dein "Mitgefühl" für ein Mädchen, das deiner Meinung nach einen inakzeptablen Namen bekommt.
Zweitens: dass du dich in eine Verantwortung genommen siehst, weil deine Großmutter als Namenspatin fungiert
Drittens: dass du das auf eine obsession seinerseits mit dir beziehst
Viertens: Dass es dich ärgert, darauf angesprochen zu werden, und dich in einem Rechtfertigungsdruck siehst.
Also, die Fragen, die man sich in meinen Augen in so kompliziert anmutenden Situationen stellen sollte, sind:
A. Kann ich sinnvollerweise etwas tun?
B. Ist es meine Aufgabe, sinnvollerweise etwas zu tun?
C: Ist es notwendig, etwas zu tun?
Also,
Erstens: Ein Mädchen, das deiner Meinung nach einen inakzeptablen Namen hat.
A: Du kannst den Namen des Mädchens nicht ändern, du kannst nichts tun, um die Situation des Mädchens zu verbessern. So die Situation denn so schrecklich ist, wie du es dir vorstellst.
B: Ist es deine Aufgabe etwas zu tun? Du bist nicht die Eltern, du bist nicht die Patin, du bist keine Verwandte, du bist nicht mal mit den Eltern befreundet. Warum sollte es deine Aufgabe sein?
C: Es ist keine Gefahr im Verzug für irgendjemand, also kein Handlungsbedarf
Zweitens: Deine Verantwortung, als die Person, die den Vater auf den Namen gebracht hat.
A: Du hattest es nicht in der Hand, was solltest du dagegen tun? Dass sich die Eltern von dir nicht zu einem anderen Verhalten bewegen lassen, hast du ja schon gesehen.
B: Diese Verantwortung ist ja nur eine gefühlte. Weder ist es deine Verantwortung, wie die Eltern das Kind nennen, noch kannst du etwas dafür, wie deine Großmutter hieß, noch ist es deine Verantwortung, was die Eltern dem Kind über die Motivation zum Namen erzählen.
C: Wieder, keine Gefahr, wie auch immer im Verzug
Drittens: Seine Obsession
A: Was willst du sinnvollerweise gegen eine Obession tun? Wie @eclaire richtig geschrieben hat, selbst wenn es eine weirde Art der Kontaktaufnahme ist, ist es ziemlich sicher das schlauste, diese Obsession nicht durch eine wie auch immer geartete Reaktion zu füttern
B: Wie soll seine Obsession aka Fehlverdrahtung deine Aufgabe sein? Wie solltest du der Obsession entgegenwirken können?
C: Da er dich ja nicht zu stalken scheint, keine Gefahr im Verzug, als kein Handlungsbedarf
Viertens: der Rechtfertigungsdruck, der daraus entsteht, dass du regelmäßig daruaf angesprochen wirst.
A: Was willst du mehr tun, als das gegenüber den Leuten, die dich darauf ansprechen klar zu stellen? Nochmal: Sein Verhalten, bzw. das Verhalten der Eltern kannst du nicht beeinflussen
B: Diese Situation ist die einzige, wo du zu einer Reaktion aufgefordert bist. Insofern war das vielleicht nicht das blödeste, das ein für alle mal öffentlich social Media zu tun.
C: Es ist keine Gefahr im Verzug, und wie auch immer du reagierst, es wird an der Situation an sich nichts ändern.
Also, vielleicht zusammengefasst:
Es gibt nichts, womit du die Situation für das Mädchen verbessern kannst. Du hast auch keinerlei Verantwortung, die Situation für das Mädchen zu verbessern, und ein wenig ist es übergiffig, zu suggerieren, die Eltern würden nicht das wohl des Kindes im Auge haben.
Dass dich dieses unfreiwillige Herstellen einer dauerhaften Verbindung nervt, mit den dazugehörigen Nachfragen, das kann ich schon verstehen. Aber mehr als eine nervige Aktion eines längst Exes ist es halt auch nicht. Jede Reaktion in dessen Richtung würde die Situation nur verschlechtern, ganz besonders falls du mit deiner Obsessionsvermutung recht haben solltest.