Zitat von Tin_:Es ist wirklich so, dass ich auch mal zu Dates gegangen bin aber NICHT in der Absicht eine Partnerin zu finden, sondern einen lustigen/interessanten Nachmittag/Abend zu verbringen und einen Menschen zu finden, mit dem man vielleicht ab und an mal die Freizeit teilt.
Zitat von Tin_:Ich war auch mal bei Tinder! (nun ist es raus).
Ich habe da im Gegensatz zu vielen anderen es ernst gemeint, als ich in mein Profil schrieb "Ich suche hier primär nette Bekanntschaften, bin weder auf S. noch Partnerschaft aus". Warum? Weil ich es für mich auch so empfunden habe. Ich bin keine männliche H*re, die alles bespringen will, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Ich bin auch kein Mensch, der UNBEDINGT eine Partnerschaft braucht um sich komplett und zufrieden zu fühlen.
Zitat von Tin_:Primär habe ich mich mit Interessengruppen bei Facebook verabredet: Stammtische, Sportgruppen, Gemeinsames Grillen... Das hat mir unfassbar gut getan und es war so toll, dass ich so viele tolle Menschen kennengelernt habe. Das mache ich übrigens heute noch.
Zitat von Tin_:Grade WEIL diese Dating-Apps so eine spezialisierte Absicht haben, empfinde ich das als Druck und Erwartung. Ich möchte selbst nicht "abgecheckt" werden und merken, dass bei der Dame grade eine Checkliste im Kopf abgearbeitet wird, weil so dediziert gesucht wird. So fühle ich mich nicht als Menschen wahrgenommen, sondern als Partnerschaftsmaterial.
Zitat von Tin_:Sowas will ich für mich nicht. Wenn ich mich verliebe, dann passiert es halt oder eben auch nicht. Aber es vermeintlich darauf "anlegen", weil ich jemanden treffe, der weiblich und Single ist (grundsätzliche Anforderungen) - Nein, Danke. Da gehört schon einiges mehr zu. Vor allem keine Erwartungshaltung.
Zitat von Tin_:Gegenfrage: Wenn du auf Partnersuche wärst und auf so einer Plattform angemeldet bist, ist der Fokus dann wirklich nur auf Partnersuche beschränkt? Für mich hätte das wirklich was von "Ich brauche/muss/will/soll....". Ich möchte weder so drauf sein, noch möchte ich Menschen in meinem Leben, die so ticken - denn die haben Defizite, die wohl auch eine "einfache" soziale Beziehung sehr erschweren.
Zitat von Tin_:Ich glaube eben, dass man Dinge, die ich grundlegend (für mich) für eine Partnerschaft braucht, nicht wirklich "suchen" kann. Man kann die Chance erhöhen, auf diese Dinge in einem Menschen zu treffen, aber mehr auch nicht. Ich glaube eben nicht, dass man nach Liebe suchen kann. Ich glaube, sie trifft einen einfach.
Zitat von Tin_:Was sehe ich aber auf diesen Plattformen? So viele Menschen, die sich anbieten/(-biedern), weil sie ihr Bedürfnis danach stillen wollen. Und doch denke ich dann: Tjo, hier wirst du nicht das finden, was du möchtest, weil es eher Viehmarkt ist.
Zitat von Tin_:Btw, ich empfinde es als bedürftig, wenn jemand - egal ob Männlein oder Weiblein oder Diversilein eine Beziehung SUCHT und das auch genauso kommuniziert. Ich störe mich ganz stark an diesem Wort in Verbindung mit Partnerschaft.
Ich resümiere mal:
Du registrierst Dich bei
Partnerbörsen, um platonische
Freunde oder
Freizeitpartner zu finden - mit denen sich dann in weiterer Folge zwar auch gern was ergeben darf (solange Du inzwischen nicht längst eine Beziehung hast), aber mehr erst mal nicht.
Du schreibst auf diesen Börsen auch niemand selbst an, sondern hast das klipp und klar so in Deinem Profiltext stehen. Wer sich davon angesprochen fühlt, darf Dir gern schreiben, fertig. Von Partnersuche an sich hältst Du aber aufgrund des latenten Erwartungsdrucks grundsätzlich nichts, im Gegenteil: Du empfindest Menschen als "bedürftig", die so etwas gezielt betreiben und das Geschehen auf der Partnerbörse erinnert Dich sogar an einen "Viehmarkt" - wovon Du Dich ausdrücklich distanzierst.
Zitat von Tin_:Ich habe keine Ahnung, was du mir vermitteln willst.
Zitat von Tin_:Dein Vergleich mit dem Tennisclub hinkt etwas. Hier geht es um ein Hobby und nicht die Hoffnung sein Leben (alle Bereiche betreffend) zu verändern. Liebe und Intimität sind dann doch nicht so einfach mit Tennis zu vergleichen.
Ich hatte keinen Direktvergleich zwischen "Liebe und Intimität" mit "Tennis" gezogen. Was ich Dir rüberbringen wollte war, daß eine
Partnerbörse - sofern sie ausdrücklich auf das Anbahnen von Intimbeziehungen ausgerichtet ist und
nicht auch spezielle Unterforen für reine Freizeitpartnerschaften
vorsieht - IMO ein denkbar ungeeigneter
Rahmen dafür ist, sich
letztere zu suchen. Du schreibst ja selbst, daß Du darüber hinaus auch auf
Interessensgruppen aktiv bist - offenbar scheinst Du letztlich auch dort die meisten Deiner (platonischen) Bekannten kennengelernt zu haben und eben
nicht auf der
Partnerbörse. Oder nicht?
Natürlich
kann man sich auch auf einem
Beziehungsportal anmelden und eine Profilseite einrichten, auf der deutlich erklärt ist, daß man selbst bittschön weder 6 noch Romantik sucht, sondern lediglich einen Nette-Leute-Stammtisch gründen will oder sowas. Verbieten werden die Betreiber Dir das wohl nicht - vor allem wenn Du ihnen für die Registrierung auch noch Gebühren zahlst. Aber wie sinnstiftend ist es,
dafür ausgerechnet in
so einem Teich zu fischen?
Anders gesagt:
Wenn ich
Partnerbörse lese und mich da tatsächlich anmelden sollte (was ich aber gar nicht erst tue, denn schon der Gedanke an so ein "Abcheckdate" treibt mir mindestens so sehr die Nackenhaare hoch wie Dir), so ganz sicher
nicht, weil ich meinen
Bekanntenkreis erweitern möchte; dafür wäre mir die Aussicht viel zu hoch, ständig mit
gänzlich anderen Erwartungen konfrontiert zu werden - und zwar unabhängig davon, was in meinem Profiltext drinsteht. Denn so wie Du diese Plattform für Dich zweckentfremdest,
könnten (und würden) andere eben dies ja auch mit meinem Profiltext
tun... Ich schreibe hier insofern aus Erfahrung, als ich mich vor Jahren nach einem Städteumzug tatsächlich mal kurz auf einem Internetportal anmeldete, wo es verschiedene Rubriken für ONS/Affairen, Partnersuche und eben auch Freizeitinteressen gab. Auf letzterer schaltete ich dann mein Gesuch; aber was ich da an Zuschriften erhielt war.... ähem... erschütternd. Müßig zu erwähnen, daß mein Profiltext ebenso wie Deiner einen ausdrücklichen Hinweis enthielt, daß ich
nicht auf Partnersuche
bin, auch
keine Affaire
will und es mir ausdrücklich nur jemand für die genannten Freizeitinteressen
geht: Das wurde rundweg ignoriert und zwar so nachhaltig, daß ich mich schon nach einer Woche wieder abmeldete.
Wobei ich letztlich noch "dankbar" war, schon angesichts all dieser Zuschriften gemerkt zu haben, wo der Hase letztlich langlief. Wie groß wäre der Reinfall erst bei jenen geworden, die eloquent und geschickt genug sind, aufrichtiges Interesse an meiner Freizeitaktivität vorzuheucheln - um erst beim Date von jetzt auf gleich die Maske fallen lassen? Für sowas will ich mir a) keine Zeit nehmen und b) hatte ich auch keine Lust auf derlei Begegnungen der 3. Art.
Da bist Du als Mann tatsächlich in einer etwas besseren Position, da Du allzu bedürftige Frauen relativ leicht wieder abwimmeln kannst. Als Weiblein hingegen erschien mir die Gefahr, auch an Stalker & Co. zu geraten schon nach Sichtung dieser Zuschriften schlicht zu hoch - also nur um jemand zu finden, mit dem ich am Wochenende mal joggen oder auf einen Café gehen kann.
Seither sind
Partnerbörsen für so ein simples Vorhaben für mich keine Option mehr und letztlich ergaben sich auch im Realleben genug Kontakte, sie nicht für sowas zu brauchen, also alles gut - und auch gar nicht so weit von Dir weg.
Zitat von Tin_:und mittlerweile denke ich: hättest du mal nichts gesagt.
Warum? Ich finde es prima, daß Du das so geschildert hast.
Die TE kann eine Menge für sich daraus ziehen, wenn sie unseren Austausch mitliest. Zeigt er doch, mit welch unterschiedlichen Vorstellungen Menschen sich auf solchen Partnerbörsen anmelden und daß sie mitunter auch zu völlig anderen Zwecken verwendet werden als eigentlich von ihren Betreibern vorgesehen - einfach, es möglich ist.
Womit ich den Bogen jetzt mal wieder rüber zu ihrem Hilfsanliegen schlage:
Zitat von Cienne:Ich hab da etwas Sorge, weil ich mir wirklich eher Zeit lasse. Meine Beziehungen sind früher aus einer vorangegangen Bekanntschaft/Freundschaft entstanden und das fand ich immer sehr schön. Leider hab ich nun das Gefühl, dass mit Beginn von Arbeit und Alltag, ich eher weniger Leute "einfach so" treffe, zumal ich auch eher introvertierter bin, sodass ich keine andere Wahl habe, als mein Glück über solche Apps zu versuchen. Nur wenn die Erwartungshaltung so schnell und rasch ist, dass man direkt beim ersten Date weiß, was Sache ist, dann weiß ich nicht, ob ich nicht die Komische bin.
Liebe Cienne,
ich denke wenn die Beiträge in diesem Thread (also alle, nicht nur die von Tin und mir) eines gezeigt haben, so daß Menschen ungefähr so vielfältig sind wie die von ihnen gehegten Erwartungen an solche Partnerbörsen und die Art, wie man Beziehungen eingeht (sofern man überhaupt ernsthaft eine solche sucht oder will).
Was mich betrifft, ich melde mich dort gar nicht erst an - aus denselben Gründen, mit denen Tin sich schon im Profiltext von einem Großteil der Nutzer dort abzuheben sucht und die nun auch Dich nun veranlaßt haben, diesen Thread hier einzustellen: Ich mag den Erwartungsdruck hinter solchen Dates einfach nicht, also kommt mir sowas auch nicht in die Tüte.
Wenn ich Dich recht verstehe, so hast Du in erster Linie ein Zeitproblem, denn "früher" haben sich Beziehungen für Dich ja sehr wohl ergeben und verliefen auch angenehm genug, daß Du die Art ihrer Anbahnung auch jetzt noch als "schön" einstufst. An Deiner Stelle würde ich mir überlegen, ob Dating-Apps für Dich wirklich das geeignete Medium sind. Man muß ja nicht alles mitmachen, nur weil es hipp ist.
Es gibt auch andere Orte, wo man auf interessante Menschen treffen kann: Du könntest VHS- oder ASG-Kurse buchen, Dich wie Tin ein paar Freizeitgruppen anschließen, vielleicht aber auch irgendwo bei Dir vor Ort engagieren - etwa in Kirche, Politik, Umweltschutz o.ä.; auch Singlereisen sind eine Idee, wenngleich COVID da jetzt natürlich ein wenig arg reingegrätscht hat dieses Jahr. Natürlich solltest Du schon ein ernsthaftes Interesse am Hauptthema der Gruppe mitbringen, denn nirgendwo wird es gern gesehen, wenn sie allzu offen für Partnersuche zweckentfremdet wird - da würde man Dich dann zu Recht zurück auf die Datinapp verweisen.
Aber dazwischen gibt es doch auch noch was, also bilde Deine Interessen, finde neue Freunde und laß Deine Antenne immer schön halb ausgefahren, um Dir ein wenig Offenheit dafür zu bewahren, falls sich auch mal die Chance auf Romantik ergibt. Der Rest ist reine Glücksache und hat mit "Erfolg" herzlich wenig zu tun. Bitte laß Dich da auch nicht von all den Fassaden täuschen, die Menschen um Dich herum so aufbauen - in vielen Beziehungen werden Kompromisse eingegangen, die man für sich selbst so nicht will und deshalb ist dieser "Erfolg" auch entsprechend relativ.
Man muß nicht um jeden Preis eine Partnerschaft führen, aber wenn man einen geeigneten Menschen dafür findet, dann fühlt sich das auch entsprechend an und das passiert einem nun mal weder auf Bestellung, noch auf Kommando, noch jedes Jahr. Also gib Dir diese Zeit und laß Dir dazwischen nicht einreden, Du seist "defizitär", weil Du keinen Partner hast. Leider versuchen die Massenmedien uns eben dies seit den 1990ern subtil zu suggerieren, aber das ist schlicht Quatsch und nur weil Millionen Menschen sich davon manipulieren lassen, muß man es ihnen nicht nachtun.
Bleib Dir und Deinen Ansprüchen treu und lebe nach Deinen Bedürfnissen - solange Du niemand die Butter vom Brot nimmst damit, ist das völlig o.k. so.
In diesem Sinne,