Zitat von MMeine: Die Reise wurde von ihrer Mutter "verlangt". Ihre Kinder mussten den Urlaub nach ihr richten..
Zitat von MMeine: Jetzt wollte aber Ihre Mutter 1 Woche gemeinsamen Urlaub mit allen Kindern machen (2 Kinder + 4 Enkel). Dazu hatten sie sich ein Haus gemietet um gemeinsam viel Zeit miteinander zu verbringen. Da habe ich mich raus genommen, weil mir das einfach zuviel mit Ihrer Familie ist. Jetzt ist daraus aber eine Traumkreuzfahrt geworden, die die Schwiegereltern bezahlen damit die kleinen Kinder auch mitgenommen werden. Dies wurde innerhalb von 14 Tagen gebucht ohne mit mir darüber zu reden.
Schwierig. Du schreibst selbst, daß Du Dich bei der ursprünglichen Planung rausgenommen hast, weil das nicht so ganz Dein Ding war. Und an dieser Situation hat sich jetzt geändert, dass es kein Haus geworden ist, sondern eine Kreuzfahrt, die emotional sehr für Dich besetzt ist.
Dass man Dich nicht in die Planänderung mit einbezogen hat, erscheint mir unter zweierlei Aspekten noch recht nachvollziehbar. Erstens die Grundkonstellation hat sich ja eigentlich nicht verändert, es ist ja noch immer ein "zu viel" an Familie und so wie Du es beschreibst, ist es ja nicht eine Reise, die Deine Frau plant, sondern eine Reise bei der SchwiMu die Zügel sehr fest in der Hand hält. Wie viel Einfluss hat Deine Frau denn tatsächlich auf die Planung nehmen können?
Demgegenüber steht, dass die Kreuzfahrt jetzt super emotional für Dich besetzt ist. Erstens gibt es Parallelen zu eurer Hochzeitsreise. Sprich, in dem Moment als es sich von einem Haus gewandelt hat in eine Kreuzfahrt zu "Euren" Zielen, hätte dies bei Deiner Frau dazu führen müssen, das mit Dir zu besprechen oder noch mal nachzufragen, ob Du unter diesen geänderten Umständen nicht doch mitkommen möchtest. Zweitens, Du beschreibst die Zeit Eurer Ehe so, als hättest Du in all den Jahren zurückgesteckt, was den Urlaub angeht. Etwas, was Dir unglaublich wichtig ist, hat so nicht statt gefunden und um die Zeit zu überbrücken, hast Du die Erfüllung Deines Wunschs nach hinten vertagt, denn irgendwann ist das Kind ja aus dem Haus.
Jetzt wäre es so weit gewesen und Du erlebst erneut, dass die Familie Deinen Wünschen und Bedürfnissen vorgezogen wird. Das kränkt natürlich.
Dieses Thema scheint aber sehr viel tiefer zu sein, als nur eine Urlaubsplanung und scheint schon länger an Dir zu nagen. Und zwar so sehr, dass Du Dich an der Stelle schon rausgezogen hast. Es klingt danach, als wäre das schon häufiger Grund für Konflikte zwischen Dir und Deiner Frau und grundsätzlich eher ungelöst.
Für das Thema würde ich ein Coaching empfehlen, weil es nicht besonders wahrscheinlich ist, daß ihr das nach all den Jahren in der Tiefe besprechen könnte, auf der das Thema eigentlich liegt. Da geht es um Wertschätzung und Rollenverteilungen in der Familienkonstellation und es klingt auch danach als gäbe es neben dem Thema zwischen Deiner Frau und Dir, auch ein Thema zwischen Mutter und Tochter.
Um das Urlaubsthema als reines Urlaubsthema anzugehen, würde ich vorschlagen, dass Du ihr Deinen über Jahre gehegten Wunsch nach Paarurlaub mitteilst und ihr gemeinsam endlich einen solchen plant.
Wobei Du an der Stelle aufpassen musst, nicht völlig aus der bisher empfundenen Kränkung heraus zu agieren.
Bitte hab im Blick, dass sich zwei Dinge nämlich nicht geändert haben: Ersten der sohn ist am ausziehen, die Zeit also ist jetzt da, auf die Du vieles hin vertagt hast und das ist ein Grund sich zu freuen. Und Traumurlaub hin oder her, dass es Dir im kommenden Urlaub zu viel an Familie wäre, hat sich überhaupt nicht geändert! Ob mit Schwiegerdrachen in einem Haus oder auf einem Schiff "eingesperrt" zu sein, es läuft eigentlich auf das Gleiche hinaus.
Also ran an den Speck und endlich einen eigenen Urlaub planen.