Zitat von HeavyDreamy:Ich gebe in soweit euch recht, dass eine Liebe da war - aber eine eher ungesunde Liebe in diesem Fall. Weil eben einseitig. Sie hat emotional genommen, aber eben kaum was zurückgegeben. Gemeinsame Fürsorge gab es also nicht wirklich oft. Und der TE schrieb ja auch: Er hat also immer versucht, zu funktionieren, egal ...
Ich würde das so auch nicht unterschreiben. Es ist nicht zwangsläufig ungesund, wenn einer vermeidend ist und der andere prinzipiell gut damit klar kommt. Es klingt natürlich für jemanden, der mit Vermeidern gar nicht klar kommt, ungesund, aber solange beide das vom anderen bekommen, was sie benötigen, ist es doch gut. Wenn es dann kippt und bei einem die Bedürfnisse nicht mehr erfüllt werden, ist das natürlich traurig, aber das passiert auch in Beziehungen, wo keiner Vermeider oder Bindungsängstler ist.
Ich kann jetzt nur für mich sprechen - aber für mich waren die schönsten und wichtigsten Dinge in der Beziehung Stabilität und Sicherheit, Humor, Leidenschaft, Aufrichtigkeit und Harmonie. Diese Bedürfnisse sind von meinem Vermeider-NM alle immer erfüllt wurden - und gegen Ende dann eben nicht mehr. Da hat es dann für uns beide nicht mehr gepasst. Beim Thema Fürsorge hätte er allerdings ein rotes, fettes X erhalten; ich bin aber auch niemand, der normalerweise groß umsorgt werden will und muss. Als ich es dann aber mal gebraucht hätte, ist er abgetaucht, ganz klassisch eigentlich.
Das Problem ist, dass wir als Verlassene leider nicht verstehen, wo die Beziehung gekippt ist, weil Vermeider nicht so gut in sich hineinhören können und somit können sie auch keine Unzufriedenheit artikulieren. Die schwimmen emotional immer irgendwo an der Oberfläche, auch sich selbst gegenüber. Aber die Unzufriedenheit ist ja trotzdem da, irgendwann können sie sie nicht mehr ignorieren und da wird halt dann nicht groß rumgefackelt. Mit einem Vermeider an einer Beziehung zu "arbeiten" ist einfach so gut wie unmöglich, weil sie einfach nicht in die Tiefe gehen wollen. Natürlich gibt es auch Glücksfälle, die trotzdem beginnen, an sich und der Beziehung zu arbeiten, das ist aber wohl eher die Ausnahme.
@Bjobo vielleicht kannst du dir davon etwas mitnehmen, weil man sich natürlich fragt: wann, wo und wie ist das aus dem Ruder gelaufen? Die Antwort bekommt man nicht, weil die Verlasser das oft selber nicht wissen.