Hallo @Yingyang,
ich bin gerade selbst schwanger, noch ziemlich am Anfang, und ja, die Hormone spielen komplett verrückt!
Ich kann versuchen, es dir aus meiner Sicht zu erklären: Als ich den positiven Test in der Hand hielt, hatte ich von der einen Sekunde auf die andere plötzlich das Gefühl, mir nicht mehr selbst zu gehören. Der Körper spielt komplett verrückt und reagiert auf eine Weise, die mir noch fremd ist. Mir ist dauerhaft übel, nichts schmeckt und riecht mehr und alles, was mir vorher Spaß gemacht hat, geht oder darf ich nicht mehr. Der Körper tut jetzt alles, damit es dem Baby gut geht und manchmal frage ich mich: und wo bleibe ich dabei? Es ist wirklich eine ganz schöne Umstellung. Daneben überwiegt natürlich die Vorfreude, aber es ist eine Herausforderung, damit erst zurechtzukommen.
Bei euch ging ja alles recht flott und ich kann mir vorstellen, dass sich deine Freundin erst mal sortieren muss, um wieder zu sich zu finden. Ich bin mit meinem Mann schon lange zusammen und trotzdem hoffe ich jeden Tag, dass er meine Launen erträgt und meine Stimmungsschwankungen mit Humor sehen kann. Plötzlich ertrage ich den Geruch seines Duschgels nicht mehr, das Essen, was er mit Liebe gekocht hat, kommt nach einem Bissen wieder retour und beim Gynäkologen dachte ich mir zuletzt, mein Gott, was hast du nur für ein Glück, als Mann geboren worden zu sein!
Was ich dir raten würde: Du hast es schon sehr gut gemacht, in dem du ihre wünsche hinsichtlich etwas Abstand respektiert hast. Ich denke, du kannst auch zu deinen Eltern offener sein und sagen, dass sie momentan sehr unsicher ist. Es ging ja auch schnell! Trotzdem finde ich, dass du gewisse Rechte als werdender Vater hast und deshalb in ihrer Nähe sein möchtest. Vielleicht kannst du dich ihr so wieder annähern, wenn du ihr beispielsweise den Vorschlag machst, bei Untersuchungen dabei zu sein, oder Dinge, die das Kind betreffen, auch mit dir besprochen werden. Mach keinen Druck, was die Paar-Beziehung betrifft, sondern findet mal in Ruhe als künftige Eltern zusammen. Ich bin sicher, sie wird eines Tages über deine Unterstützung sehr froh sein. Momentan scheint sie das Bedürfnis nach Sicherheit zu haben, und die findet sie bei ihrer Familie. Trotzdem darfst du sie immer wieder dezent darauf hinweisen, wenn sie sich für dich daneben benimmt. Dass deine Eltern traurig sind, wenn du zu ihr ziehst, halte ich für vollkommen normal. Sie wird es auch wissen, wenn sie Mutter ist. Mein Mann sagte zu mir, auch für ihn ist es eine totale Umstellung und auch er braucht Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Habe ich dann total verstanden!
Halt den Kopf hoch!
