@Theboss
Abseits deiner veralteten Denkmuster lese ich dich im Burnout. Und das ist wichtig anzuerkennen.
Du hast mehrere Baustellen.
1. In der heutigen Zeit ist es schwer, der Alleinversorger für eine ganze Familie zu sein. Dann noch mit Haus, großem Garten, gleich drei Kindern. Das ist viel Verantwortung, unter der du offenbar zerbrichst.
2. Durch das ADHS bringt deine Frau nunmal wirklich viel Unruhe in die Situation mit rein. Das was du beschreibst, würde ich auch so nicht leben wollen. Und dabei geht es mir nicht, um ein unaufgeräumtes Haus und das Chaos von drei Kindern, sondern das offensichtliche Chaos in ihrem Kopf. Was sich auch auf die Kinder übertragen kann und deren Chaos wiederum verstärkt. Wenn du hingegen eine grundsätzliche Ruhe benötigst, um abschalten zu können, dann kann man dir daraus keinen Vorwurf machen. Denn jeder Mensch ist da anders. Dann verstehe ich auch dein Gefühl, dass du ihr Chaos nicht stehen lassen kannst, sondern es als Mammutaufgabe empfindest, das dauernd auszugleichen. Denn dabei geht es nicht um den Haushalt, sondern ihr ADHS.
3. Ihr ADHS, was sie bewusst nicht weiter behandeln lässt. Das darf wütend machen.
4. Insgesamt kommen deine Träume und Erwartungen mit der Realität gar nicht mehr überein. Auch das strengt an. Man kann dann einerseits auf Seiten der Träume ansetzen und sie einem Realitätscheck unterziehen und realistischere Träume entwickeln oder aber die Realität verändern. So oder so sollte sich das wieder mehr angleichen. Alles andere macht unglücklich.
Was also kannst du tun?
Im Zustand des Burnouts bringt es natürlich nicht, dir zu sagen, dass du noch mehr tun musst. Wobei es oft nicht das tun ist, sondern das Denken, was uns stresst. Ein gezielter Hausputz könnte dabei sogar entlastend sein. Muss er aber nicht.
Ich würde gezielt mit deiner Frau absprechen, dass ihr über die Situation reden müsst. Am besten gebt ihr dafür die Kinder ein paar Stunden zu deinen Eltern.
Dabei sollte alles erstmal möglichst unemotional auf den Tisch. Es sollte kein Streit werden. Was ihr braucht, ist ein konstruktives Gespräch.
Besprecht zum einen ehrlich, wie es euch mit der Situation geht. Beide sollten dabei reden dürfen ohne dass der andere die Gefühle bewertet. Wenn du sagst, du fühlst dich überlastet, dann ist das erstmal deine Wahrheit. Auch wenn sie das anders sieht. Genau das Selbe gilt für sie. Auch sie darf sich überlastet fühlen ohne dass du dem innerlich zustimmen musst.
Dann überlegt, an welchen Punkten es Entlastungen geben kann. Wenn ihr adhs für dich ein so großes Problem darstellt, dann darfst du sie darum bitten, dass sie ihre Medikamente wieder nimmt. Dafür muss ihr deine not aber klar sein. Und du kannst sie auch nicht drängen. Nur bitten.
Als nächstes wäre die Frage, ob die Kinder bereits in Betreuung sind. Ob es da mehr Möglichkeiten gibt, usw.
Nächster Punkt: externe Hilfe. Wo ist es möglich, wo entlastet es auch wirklich, was könnt ihr mit dem aktuellen Geld bezahlen. Dass sie jetzt in der Situation noch zusätzlich arbeiten geht, würde die Situation eher verschlechtern.
Aber genau darüber kann man natürlich generell sprechen: ist sie eigentlich glücklich mit dieser Entscheidung oder möchte sie vielleicht auch wieder arbeiten gehen? Lasst es euch als Option offen. Auch dein job dürftest du irgendwann mal ändern, wenn er dir nicht gut geht. Redet offen und ehrlich darüber!
Ich meine zu sehen, dass deine Frau, was die Kinder angeht, auch vieles dominiert und vielleicht nicht gut abgibt. In solchen Situationen, wie du sie beschreibst, kann es zum Beispiel den Part Mann geben, der die Kinder nie ins Bett bringen will, aber auch den Part Frau, die nicht will, dass es der Mann tut. Damit du aber mehr in die Verantwortung als Vater kommen kannst, musst du wollen und sie zulassen. Auch darüber muss man reden. Denn letztendlich seid ihr beide zu 100% Elternteil und ihr müsst beide wissen, wie das geht. Du musst das lernen und sie muss zulassen, dass du das lernst. Und eure Kinder müssen lernen, euch beide als Instanz zu begreifen.
Das sind alles Dinge, die ihr besprechen könnt. Und ja, externe Hilfe macht bestimmt Sinn. Das kann das Jugendamt sein. Und nein, die nehmen euch nicht wegen Chaos die Kinder weg. Da hätten die viel zu tun mit. In erster Linie wollen sie Familien erhalten und unterstützen. Mehr wird bei euch nicht passieren.
Eine Paartherapie ist eine weitere Möglichkeit. Und auch Therapie für dich alleine. Denn du kannst ja gut sortieren. Du darfst dabei aber auch Unterstützung haben.
Und nicht zuletzt der Hausarzt, um dich mal ein paar Wochen krank zu schreiben. Wer so am Limit ist, der braucht das.