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So soll es sein, so kann es bleiben

S
Ich kenne das Gefühl, das du hast, auch.

Ich sage immer zu meiner Trennung:
Ich habe einige Zeit gebraucht, um mich von meinem Exmann zu lösen, aber noch viel länger hatte ich damit zu kämpfen, das Konstrukt "Mutter-Vater-Kinder" in meinem Kopf loszulassen.
Das fiel mir wirklich schwer!

Mir kam es am Anfang auch so vor, als würden plötzlich nur noch Paare mit Kindern existieren...Was natürlich Quatsch ist. Deine Wahrnehmung liegt nur einfach gerade darauf.
Ich war teilweise richtig angekotzt sogar von Trickfilmen, die diese Konstellation hatten, habe mich ausgeschlossen gefühlt! Warum zeigen die nicht mal ein Elternteil mit Kindern. Oder Patchwork oder IRGENDWAS, was eben nicht die Kernfamilie ist! 😡

Auf jeder Schulveranstaltung, bei jedem Kinderarztbesuch dachte ich: Ich bin allein, kann mich nicht mal austauschen währenddessen oder im Anschluss.

Irgendwann wurde es aber tatsächlich besser.
Ich kann nicht mal sagen, woran es genau gelegen hat.
Vielleicht eine Mischung aus Zeit (die vergangen ist) bzw. Gewohnheit und meiner tollen Familie und Freunden, die mir halfen, wo sie konnten.

Dann lernte ich irgendwann einen Mann kennen, der eine Art Situationship war und merkte in mir immer noch die Sehnsucht, einen auf Familie machen zu wollen. Sogar inklusive Kinder Wunsch, damit ich nochmal eine neue Familie mit meinen Kindern und dem neuen Kind + Partner zusammenbauen kann.
Das stand aber zum Glück gar nicht zur Debatte.

Danach lernte ich meinen jetzigen Partner kennen und damit war dann endgültig der Knackpunkt erreicht.
Ich wollte mich als Frau mit ihm fühlen. Und alles andere kam quasi von allein...

Heute bin ich manchmal immer noch unzufrieden bei Elternversammlungen usw. Aber das ist nur ein kleiner schwarzer Schatten, der vorbeizieht.

Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen!

x 2 #31


Zitat von Ameise_78:
Das kann ich so gut nachvollziehen. Mir geht es nichtmal in romantischer Hinsicht so, aber insgesamt.

So meine ich das ja auch. Das kann, aber muss nicht durch eine neue Beziehung sein.

x 1 #32


A


So soll es sein, so kann es bleiben

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Zitat von Fanta1:
Liebe TE, ich kann deine Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen. Ich war vor einigen Jahrzehnten in der gleichen Situation wie du. Auch ich ...

Danke für Deine Geschichte.
Es ist schön zu hören und macht Mut, dass andere ihren Weg gefunden haben.

Auch ich hatte mich ja sehr schnell in einen anderen (und die Idee einer Patchworkfamilie - also auch ein bißchen in seine Kinder) verliebt. Das war aber zum Scheitern verurteilt. Viele Gefühle, die nicht ausgelebt wurden, sonst nichts.
Dieser Mann läuft mir nun leider (samt seiner noch vorhandenen Ehefrau, mit der er laut Andeutungen nicht mehr wirklich glücklich ist) immer mal über den Weg. Dummerweise hauptsächlich bei den Hobbies meiner Kinder, so dass das auch kein Ort der Freude ist.


Meine Freunde leben alle ihr Familienleben. Das sei Ihnen auch gegönnt. Da komme ich aber natürlich erst hintendran. Ist ok. Würde ich nicht anders machen, aber frustriert mich natürlich schon auch.

#33


Zitat von Löwenzeh:
Ja, kennen wir, die Geschichte; der hat sich ja direkt ne neue Sprungfeder zugelegt, die sich verbiegen darf für ihn. Eine ohne Kinder, wenn ich ...

Nein, die Neue meines Mannes hat auch ein Kind. Wenn er dort ist, leben sie zu dritt, weil auf der Seite der Kontakt zum Vater nicht so gut ist/ das Kind nicht über Nacht hin möchte.

Tatsächlich bin ich überhaupt nicht der Typ für S. ohne Gefühle. Zieht mich null an. Ich hatte mich ja zwischenzeitlich auch in einen befreundeten Papa verliebt, aber der ist dummerweise noch verheiratet und scheint dies - trotz Andeutungen, dass er nicht mehr glücklich ist, auch nicht ändern zu wollen. Nur der Vollständigkeit halber. Es war keine körperliche Affäre. Man kann sich auch drüber streiten, ob es eine emotionale war. Nur Funken sind geflogen wie dumm.

Alle anderen Männer, die ich bisher kennengelernt habe, könnte man mir *beep* auf den Bauch binden. Gar kein Interesse.

Freundinnen habe ich (aber eben in glücklicher Ehe und damit recht ausgelastet) oder lerne ich kennen, aber das ersetzt doch nicht den Menschen, der sein Leben mit einem teilt.

x 2 #34


alleswirdbesser
Zitat von 123456789:
Wie kommt man aus diesem blöden Tief?

Mit der Zeit, am Anfang muss man da durch, fällt sicher niemandem ganz leicht und ist keine leichte Zeit. Allerdings ist sie nicht nach einem Monat rum, das wäre utopisch.

Ich bin heute noch manchmal etwas wehmütig, wenn ich daran denke, dass mein Lebenskonzept nicht aufgegangen ist, Familie war mir immer am wichtigsten. Aber das ist nicht zu ändern und ich mache das Beste daraus. Was nicht geklappt hat, ein Familienleben 2.0 mit einem anderen zu starten. Das ist vielleicht ein Fehler, den manche kurz nach der Trennung begehen, zumindest nach einer langen Ehe. Sicher gibt es Fälle, wo es funktioniert, aber ich habe eine andere Erfahrung gemacht.

x 3 #35


Zitat von alleswirdbesser:
Mit der Zeit, am Anfang muss man da durch, fällt sicher niemandem ganz leicht und ist keine leichte Zeit. Allerdings ist sie nicht nach einem Monat ...

Ja, Du hast schon recht. Das ist etwas blauäugig von mir gewesen, der Gedanke, meine Familie jetzt einfach mir nichts Dir nichts in ein Patchwork umbauen zu wollen. Vermutlich hatte ich sogar Glück, dass er bei seiner Frau geblieben ist.

Aber es ist schon fies, dass es bei meinem Mann seit knapp 1 1/2 Jahren den Eindruck macht als hätte der nahtlose Wechsel einfach so funktioniert. "Kein Thema. Warum machst Du das nicht einfach auch?" War ja mit das erste, was mein Mann damals zu mir gesagt hat und auch meinem Sohn ist so etwas ähnliches neulich über die Lippen gekommen. Das tut schon sehr weh

x 3 #36


Löwenzeh
Zitat von 123456789:
aber das ersetzt doch nicht den Menschen, der sein Leben mit einem teilt.

Ja, das stimmt.
Würde ich heutzutage mich plötzlich alleine vorfinden, würde ich das auch nicht so einfach wegstecken.
Und eventuell feststellen, dass S. ohne Gefühle nichts mehr taugt; man ist ja doch nicht mehr die Gleiche wie vor 10 Jahren.

Weißt du, vielleicht ist immer irgendwas.
Sagte meine Oma gerne:
"Irgendwas ist immer."

Wärst du nicht getrennt, hättest du jetzt vielleicht Kind Nr 3 mit Midlife-Crisis an der Backe, würdest mit den eigenen versiegen Gefühlen kämpfen und verzweifelt die Ehe retten wollen.
Und dich dabei aufgerieben fühlen.

Auch wenn alles schöner und leichter war - irgendwas war ja doch.

Vielleicht ist das einzige, was du wirklich brauchst, ein Perspektivwechsel.
Und wir haben einfach noch nicht den richtigen Blickwinkel.
Gemeinerweise sieht man im Leben sowieso immer erst hinterher die Zusammenhänge.
Und oft auch das Glück, das man im Unglück hatte, ohne es zu ahnen.

x 2 #37


Zitat von 123456789:
Alle anderen Männer, die ich bisher kennengelernt habe, könnte man mir *beep* auf den Bauch binden. Gar kein Interesse.

Hier wird sogar das Wort für "unangekleidet sein" zensiert? Wow

x 1 #38


Löwenzeh
Zitat von 123456789:
War ja mit das erste, was mein Mann damals zu mir gesagt hat und auch meinem Sohn ist so etwas ähnliches neulich über die Lippen gekommen. Das tut schon sehr weh

Autsch.

Du darfst sagen, dass dir das wehtut.

Weiß ja nicht, wie der Ex drauf ist, aber dein Sohn würde das bestimmt akzeptieren und nicht erneut sagen.

Das Kind darf ruhig lernen, dass Worte verletzen können und auch Mama Gefühle hat. Das ist doch was Gutes.

x 2 #39


Löwenzeh
Einmal wurde mein Witz viel versauter als beabsichtigt, als aus "Na.c.kt.schnecke"
-*beep*- wurde.

#40


alleswirdbesser
Zitat von 123456789:
Aber es ist schon fies, dass es bei meinem Mann seit knapp 1 1/2 Jahren den Eindruck macht als hätte der nahtlose Wechsel einfach so funktioniert.

Bei meinem Ex hielt es etwa 3,5 Jahre, dann war es auch vorbei. Dabei hatte er die Kinder ja nur selten und Patchwork einige Male im Jahr. Wenn die Kinder bei einem die meiste Zeit sind, ist es eine ganz andere Geschichte mit dem Patchwork.

x 1 #41


S
@123456789
Ich hatte nie eine eigene Familie, aber trotzdem kann ich einiges Nachfühlen. Ich habe alles gelesen und bei mir kommt an, dass es an deinem Selbstwertgefühl nagt, weil du nicht mehr zu zweit bist, wie die anderen die du kennst. Dass du dich nicht komplett fühlst, weil du ohne Partner lebst. Das Leben der anderen, die in Partnerschaft leben, scheint wertvoller zu sein. Du scheinst dich am Rand des Lebens zu fühlen, den anderen beim Leben zuzuschauen und nur noch durchzuhalten, aber nicht mehr selbst zu leben.
Der Selbstwert ist angeboren und fest mit uns verwachsen, wie bei allem, was existiert. Nur das Selbstwertgefühl kann schon mal trügerisch sein. Du bist genauso viel wert, wie die anderen, die in Partnerschaft leben.
Ja, es ist bestimmt anstrengender, alles alleine zu wuppen. Aber in vielen Beziehungen mit Kindern ist es noch anstrengender, weil zu den Kindern auch noch die Probleme und der Stress mit dem Partner hinzukommen. Wie z.B. dieser Fastfreund von dir, der seiner Frau eine Affäre zumuten wollte. Es gibt so viele Variationen, bei denen es mit speziellen Partnern schwerer ist, als ohne Partner, auch wenn Kinder da sind.
Du bist auch ohne Partner ein kompletter wertvoller Mensch. Alles andere ist eine Illusion.
Vielleicht gibt es eine Möglichkeit, andere allein erziehende Mütter kennen zu lernen. Vielleicht könnte auf diesem Weg eine Freundschaft entstehen, die trägt.
Ich weiß nicht, ob ich es bei dir getroffen habe. Aber vielleicht ist es ein kleines Samenkorn, das du auch gebrauchen kannst.

x 3 #42


Liv225
Soo viele Gedanken kann ich so gut nachvollziehen.

@Fanta1

Danke für Dein Erzählen. Da finde ich mich in vielem wieder.
zum Beispiel mit einem neuen Partner danach wieder Familienleben haben zu wollen… was - heute sage ich „natürlich“ - nicht gleich möglich war.

@1234567

Was ich anfangs im Thread geschrieben habe, das war ein langer Weg.
Ich kann Deine Gefühle wie so viele hier absolut nachfühlen.
Diese unendliche Last und das Funktionieren müssen. und wie hab ich es gehasst, wenn Freundinnen (natürlich in „ganzen“ Familien steckend) gesagt haben:
„Du machst das so toll, was bist Du stark“🙄

Jaa, weil mir nichts anderes übrig blieb.

Es kamen dann noch ein paar zusätzliche „Baustellen“ dazu und ich bin komplett in der Erschöpfung/ Burnout gelandet.

Ich wünsche Dir so sehr, dass Du vorher wieder in Dein Leben findest. Und Glück darin entdecken kannst.
Das „Wie“… das ist schwer.
Ich bin überwiegend zufrieden und versuche Gutes zu sehen. Das wirklich durchaus da ist. Aber manchmal k… es mich immer noch an, wenn ich Wichtiges (zum Beispiel wenn es um Sohn geht) allein entscheiden muss und Ex nicht zur Verfügung steht.

Puh , ich würde wirklich so gern sagen: mach das, dann passt es wieder. Aber das gibt’s nicht.

Es wird besser, das ja. Eine Wehmut bleibt. Und ich finde es sooo gut, hier zu lesen, dass ich mit allem nicht alleine bin.

x 3 #43


Zitat von alleswirdbesser:
Bei meinem Ex hielt es etwa 3,5 Jahre, dann war es auch vorbei. Dabei hatte er die Kinder ja nur selten und Patchwork einige Male im Jahr. Wenn die ...

Ja, manchmal glaube ich, er hat sich unbewusst diese Fernbeziehungskiste ausgesucht, um keinen normalen Familienalltag mehr Leben zu müssen. Meine Kinder waren jetzt ca. 4-5 x da und haben zwei Urlaube mit Ihnen gemacht. Wenn er die Kinder hier hat, hängt er mit Ihnen oft bei seinen Eltern rum.

Er verbringt ja fast mehr Zeit in ihrem Patchwork, sieht ihre Tochter im Alltag fast mehr als unsere Kinder.

Mein Kopf weiß, dass sein Modell auch nicht das Gelbe vom Ei ist, aber mein Herz blutet trotzdem

x 1 #44


Zitat von SonnenschWein:
Ich kenne das Gefühl, das du hast, auch. Ich sage immer zu meiner Trennung: Ich habe einige Zeit gebraucht, um mich von meinem Exmann zu lösen, ...

Und wie lebt ihr jetzt? Dein neuer Partner und Du? Und die Kinder? Hat er auch welche? Wohnt ihr zusammen?

#45


A


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