Zitat von unbel Leberwurst:Auch wenn sich Kilian hier sicherlich in seiner Wortwahl vergriffen hat, hat er aber in einer Sache eindeutig recht:
Der Eisbär steckt in vielen Dingen zurück und nimmt eine bewundernswerte Rücksicht, die bestimmt nicht viele Personen in dieser Form mitmachen würden. Ich weiss zB nicht, ob ich dauerhaft auf Zärtlichkeiten verzichten könnte.
Und wenn ich dann erfahren müsste, dass sich meine Partnerin dann das woanders holt, was ich selber so sehnsüchtig mit ihr vermisse, dann wäre ich davon auch alles andere als begeistert.
Was der Eisbär und Kilian und ganz viele andere Männer in dieser Lage nicht sehen (wollen/können?) ist, dass es einen Grund hat, wenn eine Frau keine Lust mehr auf ihren Mann hat. Und sorry, Jungs, aber Frauen sind und werden nicht einfach "frigide" und verlieren ihre Lust. Sie verlieren nur die Lust auf einen (ihren) Mann. Wenn dann einer kommt, der diese Lust wieder aufweckt, ist halt Polen offen. Statt hier also auf eine Frau einzuschlagen, die in so einer Situation feststeckt (und noch gar nichts "Schlimmes" getan hat bislang) kann man ja auch mal schauen, was der Herr Eisbär eigentlich in seiner Rolle als freundschaftlicher Unterstützer und Versorger wohl falsch macht, was seiner Frau die Lust auf ihn nimmt?
Es gehören da immer zwei dazu, wenn in einer Beziehung so was passiert. Männer wachen aber erst auf wenn sie feststellen, dass ihre frigide geglaubte Frau bei einem anderen plötzlich gar nicht mehr frigide ist, sondern das genaue Gegenteil davon. Wenn ich als Mann jahrelang (!) zustimme, auf S. zu verzichten, dann mache ich schon allein damit einen gewaltigen Fehler. S. ist ein Grundbedürfnis in einer Beziehung, und wenn mein Partner mir das über einen zu langen Zeitraum verweigert, muss ich eine Lösung dafür finden. Dann heißt es: entweder, ich stille mein Bedürfnis woanders, oder ich bin weg.
Warum macht Ihr Männer das nicht in so einem Fall? Warum stimmt ihr stillschweigend zu, leidet, fühlt Euch auch noch besonders stark "liebend", weil Ihr ja für die Frau so viel Verzicht übt? Wo ist denn da Euer Anteil an der Misere? Und wo hättet Ihr ansetzen und das Ding zu Euren Gunsten drehen können, wenn Ihr nicht vor lauter Verlustangst nicht gewagt hättet, den Mund aufzumachen und EURE Bedürfnisse in der Beziehung durchzusetzen?
"Bewundernswerte Rücksicht" ist so ein Verhalten jedenfalls aus der Sicht einer Frau mit Bestimmtheit nicht. Es ist schwach, erbärmlich, nimmt mir den Respekt vor meinem Partner und macht ihn in meinen Augen ganz klein. Denn ich WEISS ja, dass er natürlich ein Bedürfnis nach S. hat. Wenn ich ihm das verweigere und er das jahrelang klaglos mitmacht und sich gefallen lässt, degradiert er sich damit selbst zum absoluten Weichei und Volltrottel. Was natürlich auch noch den letzten Funken Verlangen, den ich vielleicht noch in mir hatte, erlöschen lässt.