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Spielsucht Trennung

FloraVita
Zitat von Plague:
Partnerwahl ist kein Zufall - wir suchen uns immer das, was wir schon kennen, auch im Negativen.


Das trifft nicht immer zu.
Es gibt auch Fälle, wo es in der Ursprungsfamilie/nahes Umfeld keine Personen mit Suchtproblemen (und damit oft verbundenem cholerischen Anfällen, da ja Impulskontrollstörung vorhanden) gab und dennoch an einen süchtigen Partner geraten wurde.

#91


Plague
Zitat von FloraVita:
Das trifft nicht immer zu.

Muss nicht immer die perfekte 1:1-Entsprechung sein.
Wenn in der Herkunftsfamilie bedingungslose Selbstaufopferung bis zur Selbstaufgabe immer sehr hoch gehalten und vom entsprechenden Kind internalisiert wurde, wird beim Zusammentreffen mit einem Süchtigen genauso ein Schuh draus: Heroisches Ausleben des eigenen Helfer- bzw. Retter-Syndroms mit extrem coabhängigen Strukturen und verharren in toxischen Beziehungsstrukturen über Jahre oder sogar Jahrzehnte.

x 1 #92


A


Spielsucht Trennung

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FloraVita
Zitat von Plague:
Muss nicht immer die perfekte 1:1-Entsprechung sein. Wenn in der Herkunftsfamilie bedingungslose Selbstaufopferung bis zur Selbstaufgabe immer sehr hoch gehalten und vom entsprechenden Kind internalisiert wurde, wird beim Zusammentreffen mit einem Süchtigen genauso ein Schuh draus: Heroisches Ausleben des eigenen ...


Ganz genau.

Zitat von Plague:
Wenn in der Herkunftsfamilie bedingungslose Selbstaufopferung bis zur Selbstaufgabe immer sehr hoch gehalten und vom entsprechenden Kind internalisiert wurde,


Nicht mal unbedingt Selbstaufopferung bis zur Selbstaufgabe. Es reicht starker Zusammenhalt und Unerfahrenheit mit Süchten. Und schon kann das zu Fehleinschätzung der Dynamik einer Beziehung mit einem Süchtigen führen. Genährt vom Glauben/Hoffnung/Naivität dass Familie bzw geliebter Mensch doch wichtiger ist als das Suchtmittel und schon hat sich derjenige im Spinnnetz verfangen...

#93


Scheol
Zitat von Jenna15:
Er hatte immer mal Phasen, in denen er dann in der Spielhalle 2000 Euro verzockt hat, dass konnte er aber locker auffangen. Das mit der Dro. und dem Cas. ist neu, dass ist in den letzten Monaten dazu gekommen. Seit sein Sohn ausgezogen ist, sozusagen. Der aber aber regelmäßig übers Wochenende mit seiner Freundin ...

Könnte es sein das er auch damit handelt um seinen eigenen Konsum und eben etwas das Spielen zu finanzieren?
Problematisch wird wenn er „anschreibt“, weil die erinnern ihn dann ans zahlen.

x 2 #94


Wulf
Zitat von Jenna15:
Das mit deinem Arbeitskollegen tut mir leid.

Zitat von Margerite:
und dafür werden ich Nahestehende beklaut - ohne schlechtes Gewissen

🎯
Muss dir nicht wirklich leid tun, er hatte Gelder vom Firmenkonto entnommen und es kam nur durch einen dummen Zufall heraus.

Zitat von Cocolores:
Ich zahle jetzt monatlich einiges mehr an Miete (fast das Doppelte) und habe aber trotzdem mehr Geld für mich.

🎯

Zitat von Jenna15:
Auch heute macht er ständig Druck, dass meine Tochter endlich ausziehen soll.

Mach deine Finanzen klar und reduziere unnötige "Kostenfaktoren" !
50k, verzockt. Nicht schlecht. Na wie ist so das Gefühl? "Beim nächsten Spiel schaffe ich es!"

Zitat von Jenna15:
bescheuert bin und ungern alleine.

Dreh das mal um: Du bist ungern alleine und lässt dich zu bescheuerten Dingen hinreissen.
50k? Das ist ein sehr gut ausgestatter PKW der da stehen könnte.

x 1 #95


M
Zitat von Jenna15:
Weiß nicht ob das Helfersysndrom ist oder ich einfach nur bescheuert bin und ungern alleine.

Ich bin kein Psychologe, aber Helfersyndrom ist das erste, was mir einfiel. Jemand ohne dieses innere Bedürfnis Jemandem zu helfen, sucht sich keinen solchen Mann aus. Damit der Helfer helfen kann, greift er zu einer hilfsbedürftigen Person, weil er ja nur hier seine Tedenzen ausleben kann. Partnerwahl ist niemals Zufall, aber stark vom Unterbewusstsein gesteuert. Und "normale" Männer, die ihr Leben im Griff haben, gut für ihre Familie sorgen und zuverlässig und ehrlich sind und eigenverantwortlich handeln, fallen daher automatisch durchs Raster.

Norbert von nebenan mit einem stabilen Leben, einem sicheren Job und einem guten Einkommen wird dann als langweilig und öde empfunden, obwohl er objektiv betrachtet eine viel bessere Wahl wäre. Er wirkt öde und reizlos, aber dieser Mann mit seiner Spielsucht passt genau zum Helfersyndrom. Und weil er so gut passt und das Helfen ja eine unerschöpfliche Arbeit über Jahre ist, wird das dann als Liebe empfunden.

Dein Partner übernimmt für gar nichts eine Verantwortung. Deine Kinder sind Deine Kinder, aber eigentlich Störenfriede und die kosten Geld, das Du besser für etwas anderes verwenden könntest, z.B. für den Familienunterhalt. 300 Euro im Monat reichen für den Familienunterhalt und das bei ständig steigenden Preisen. ist ja toll, wie gut er sich damit auskennt! Und andere sind immer Schuld an seiner Misere. Auch das ist ein inneres Programm um Verantwortung abzulegen. Die mit ihrer Brut nervt mich bis aufs Blut. Ständig will sie was oder sie macht mir Vorhaltungen, natürlich ungerechtfertigterweise. Und der Sohn ist Schuld an diesem und jenem. Aber niemals er selbst!

Er braucht Zielpersonen die an der Misere Schuld sind, damit er sich von sich selbst ablenken kann. Er hat ja alles im Griff, er ist der Gute, aber alle Anderen in seinem Umfeld sehen das nicht. Sie sind undankbar und auf ihre Vorteile bedacht.
Jeder Dro gensüchtige handelt so. Ich bin nicht süchtig, ich könnte jederzeit damit aufhören, aber ich will es nicht. Warum auch, geht ja auch so und das gar nicht so schlecht.

Jenna, pass auf Dein Geld auf. Wenn das bei ihm knapp wird, nimmt er sich was und glaube nicht, dass er dabei auch nur einen Funken von einem schlechten Gewissen hat. Wie Arelia schon schrieb, seine einzige Geliebte ist die Sucht und die muss er finanzieren, egal wie.

Ich hatte vor Jahren einen Alki in der Abteilung. Er wurde zu uns versetzt, weil er in seinem eigentlichen Job mit laufenden Maschinen zu tun hatte. Alk und laufende Maschinen sind keine gute Kombination.
Ein herzensguter Mensch, sehr bereitwillig und wenn ich sagte, Herr S., könnten Sie dies und jenes übernehmen, sagte er. Ja, klar, mache ich doch gerne.
Das waren die guten Phasen. Alle paar Wochen aber trank er, kam betrunken in die Arbeit, lallte rum, sah aus wie ein Häufchen Elend mit seinem besuldelten Pullover. Es war grausam und nie vorhersehbar, wann diese Phase wieder eintreten würde. Dann wurde er nach Hause gebracht, denn ihn gehen zu lassen, wäre schon gefährlich gewesen, denn er hätte ja stürzen oder in ein Auto reinlaufen können. Das dauerte ein paar Tage und dann war er wieder da und der Engel von vorher. Er wurde vom Personalrat zu einem Entzug überredet und glaubte dann selbst daran. Während des Entzugs lief alles prima, er war sogar mal da und erzählte von der Kur, was er nun alles begriffen hätte. Und dass er künftig clean sein würde.

Dann kam er wieder, in sein gewohntes Umfeld mit seinen Problemen und er trank wieder. Er wurde irgendwann früh pensioniert und fand sein Ende nach einem Sturz von einer Treppe. Es war schade um ihn, denn er war ein guter Mensch, aber der Sucht konnte er nichts entgegen setzen.

Einer meiner Onkel - the same. Starb mit 45 nach einem Sturz von der Treppe daheim. Hirnschlag, aber ob er aufgrund des Hirnschlags stürzte oder ob der Hinrschlag die Folge des Sturzes war, konnte nicht geklärt werden Auf jeden Fall war er wie so oft betrunken. Zwei Entzugsmaßnahmen waren umsonst gewesen..

#96


J
@Catalina Nein, du hast vollkommen Recht. In Moment kommt es mir nur so unwirklich vor alles.

#97


J
@Wulf Dafür hatte er auch gespart. Tja.

#98


J
@Margerite Oh Gott. Alk. ist fast die schlimmste Dro..

#99


Löwenzeh
Zitat von Jenna15:
Diese Nachricht habe ich ihm jetzt geschrieben und dann habe ich ihn blockiert.

Stark👍
Find ich gut, bleib bloß dabei; die Dämonen kommen nachts.
Vielleicht überlegst du dir was zur Ablenkung. Serie raussuchen, Buch besorgen, was zum Kochen einkaufen und dir heute was Gutes gönnen.

Bin noch auf Seite 2, hoffe das ist hier aktuell.

x 1 #100


J
@Löwenzeh Muss zum Glück arbeiten. Spätdienst. Morgen habe ich 1 Tag frei, da wird es bestimmt schwieriger. Gute Idee, ein neues Buch habe ich noch da tatsächlich.

x 1 #101


J
@Scheol Er kriegt das glaub ich günstig, wohnen an der niederländischen Grenze. Kennt da wohl jemanden. Ich weiß gar nicht mehr, was er so treibt. Entweder arbeite ich oder er ist sowieso unterwegs und geht nicht ans Handy stundenlang, hat er dann im Auto vergessen und sagt er war zocken, ich wüsste ja wie das dann ist.

#102


Scheol
@Jenna15
Wie sieht eine Beziehung aus wie du sie dir wünschen würdest ?
Was müsste ein Partnerin mit bringen und wie müsste ein Partner sein ?

( 10-15 Eigenschaften wenn dir welche einfallen. )

x 3 #103


CanisaWuff
Zitat von Jenna15:
@alleswirdbesser Jeder zahlt seine eigenen Rechnungen und ich habe die letzten Jahre für uns 5, eingekauft. Er hat dann wohl Ausflüge und sowas ...

Das hat sich ja nicht mal mein Drogi getraut, der hatte wenigstens noch so viel Hirn, dass er versucht hat das Geld vor mir zu verstecken.

#104


M
Zitat von Plague:
wir suchen uns immer das, was wir schon kennen, auch im Negativen.

Ja, das ist leider so. Jenna war schon im Elternhaus mit Dro. konfrontiert und sucht sich später einen Mann mit einer Suchtproblematik.
Sich aus dem Bekannten zu lösen, ist für den Menschen schwierig, denn selbst destruktive Verhaltensweisen bieten eine gefühlte Sicherheit. Das kenne ich, da docke ich an. Das Vertraute gaukelt eine Sicherheit vor. Viel schwieriger wäre es, einen komplett neuen Weg einzuschlagen und sich zu sagen, das kenne ich, das tat niemandem gut, das vermeide ich. Das kostet viel mehr Konsequenz und Klarheit und damit auch viel Energie. Das schaffen daher wenige.

Zitat von Jenna15:
Alk. ist fast die schlimmste Dro..

Alk ist besonders hinterhältig, aber im Grund genommen sind das alle Dro.. Aber der Alk kann sich unbemerkt ins Leben schleichen, ist noch dazu leicht beschaffbar und gegen "ein Gläschen in Ehren" ist doch nichts einzuwenden.
Ich habe da einigermaßen Glück, denn wenn ich traurig und enttäuscht bin, trinke ich keinen Alk, denn er verstärkt die Stimmung, in der ich mich befinde. Also scheidet Alk als Seelentröster aus und auf andere Dro. habe ich keinen Zugriff und das soll auch so bleiben. ich möchte mich nicht wegbeamen.

Und gegen Spielsucht bin ich immun. Ich mag die Atmosphäre in Spielcafés oder Casinos nicht. Mir täte mein Geld leid.

Für Dich steht jetzt eine harte Zeit an. Du musst Dich umgewöhnen, Deinem Leben neue Strukturen geben und das gewohnte Terrain hinter Dir lassen. Das fühlt sich nach Angst und Ratlosigkeit an. Werde ich das schaffen? Oder laufe ich Gefahr, mich wieder in eine destruktive Situation zu verlieren?
Das verlangt jetzt viel von Dir. Da musst Du durch, das ertragen und aushalten und manche Stunden werden leer und trüb sein. Eine Rückfallgefahr ist auch gegeben, weil die Gefühle jammern und am liebsten den gewohnten Standard wieder herstellen möchten. Nur mal ein Anruf, nur mal fragen, wie es so geht - die Gefahr ist hoch. Und da konsequent zu bleiben, ist nicht einfach.
Die Rückfälle kennst Du ja auch und auch sie kamen, weil die Gefühle den Urzustand wieder herstellen wollten, auch wenn der Verstand was anderes sagte.

Ich habe mir seinerzeit dei 24-h-Regel gemacht. Wenn es mich wieder fürchterlich juckte, Kontakt aufzunehmen (nur mal seine Stimme hören, nur mal dies und nur mal jenes), sagte ich mir: ich tue JETZT gar nichts. Wenn ich morgen um diese Zeit den Drang immer noch verspüre, dann kann ich immer noch zum Hörer greifen oder einfach mal so schreiben.
Meist war der immense Druck am nächsten Tag um diese Zeit nicht mehr spürbar und wenn doch, verlängerte ich um weitere 24 Stunden. Irgendwann war der Druck dann weg und man wundert sich, wie das ging.

Damit kommen die Gefühle zur Ruhe, denn selbst sie kapieren dann irgendwann, dass er weg ist und weg bleibt und dass es gut so ist. Und man merkt, man kann ja prima ohne diese Person leben, auch wenn man es vorher nicht glaubte.
Die Gefühle müssen Abschied nehmen, auch wenn er ein Ar.... ist. Und dazu brauchen sie Zeit, viel Zeit. Und am Ende steht dann auf einmal die gefühlte Freiheit und die fühlt sich hervorragend an. Eine große Erleichterung und auch eine Freude darüber, dass man nicht wieder den Gefühlen gefolgt ist.

Ich habe es geschafft, ich brauche ihn nicht mehr, ich habe ihn in sein Leben entlassen und meines neu aufgestellt. Ich allein habe es geschafft. Das ist dann ein richtiges Hochgefühl. Was er macht oder auch nicht, ist mir egal, ich muss es nicht wissen. Null Kontakt ist das beste Medikament, aber es schmeckt anfangs bitter.

Zieh es durch, tue es jetzt und Du wirst merken, es hat sich gelohnt und es ist viel besser als das, was Du hattest.

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