Zitat von Kaetzchen:...
Ich habe z.B. gelernt, dass es sehr kontraproduktiv ist als Frau, zu viel für die Beziehung zu tun. Also der "Macher" zu sein in der Beziehung, denn dadurch zwingt man den Mann dazu, zur Prinzessin zu mutieren und folglich nur noch die Füße hochzulegen. Ich habe jahrelang meine Ehe "geführt", in jeder (!) Hinsicht. Jede noch so kleine und auch große Entscheidung lag bei mir, mein Ex-Mann hat mir sein ganzes Leben in die Hände gedrückt und gesagt: Mach mal, Du machst das schon.
Und ich hab gemacht und gemacht, bis ich irgendwann nicht mehr konnte und total erschöpft war und gar nicht wusste, wovon überhaupt. ...
...
Gelernt habe ich daraus - wenn die Frau in der Beziehung zum Mann wird, muss der Mann zur Frau werden. Geht gar nicht anders, das ist immer so. Und wenn frau das ändern will, hat sie nur eine einzige Chance - selbst wieder zur Frau werden. Auch wenn die "Übergangszeit" brutal ist, weil die Beziehung dann temporär zum totalen Erliegen kommt, weil ja erstmal keiner von beiden noch irgendwas macht. Der Mann braucht halt auch seine Zeit, um aus dem Dornröschenschlaf aufzuwachen und zu merken, dass er wieder gefordert ist, sonst ...

Das mal nur so als Beispiel, welche Mechanismen in ganz vielen Beziehungen eine große Rolle spielen. Ich habe sehr viele Freundinnen, die über genau dieses männliche Verhalten klagen, aber durch Nörgeln und Meckern ändert man es halt nicht, sondern verschlimmert man es nur noch.
Komplexes Beziehungsgefüge schön vereinfacht. Aber irgendwie finde ich, da ist im Grunde was dran, weil ich es exakt, sogar im fast gleichen Zeitraum mit meinem Ex so wie Kätzchen erlebt habe. Den hab ich zur Sissi gemacht

. Möglicherweise träumen manche Männer auch davon, endlich Sissi sein zu dürfen. Gut, dass unsere Kleidergrößen doch zu unterschiedlich waren, sonst hätte ich meine Unterwäsche wohl noch bei ihm gesucht und seine Schlüpper passten mir auch nicht, egal wie rum angezogen

.
Ich hatte keine Affäre, um das zu merken. Ich konnte wirklich nicht mehr, ich habe die Beziehungsarbeit mehr oder weniger sein gelassen und habe mich um meine Bedürfnisse gekümmert. Da ist Sissi aufgewacht und hat sich ne neue "Mann-Mama" gesucht: eine die ihn wie Mama von vorn bist hinten pampert, bekocht und ihm als "Mann" alle Entscheidungen abnimmt. Er hat sich ein komplett neues Leben übergestreift, ich erkenne ihn einfach nicht wieder. Er macht halt alles, was sie sagt. Vorher musste ich das machen. An diesem energetischen Defizit mache ich immer noch rum. Aber es wird besser.
Glaube an die Liebe, klingt mir zu pathetisch. Die Liebe hat keine Form, sie ist. Sie ist immer da. Und manchmal steht man jemanden gegenüber und der aktiviert mit seinem Dasein diese "Liebesenergie", der bringt die Moleküle zum Schwingen, da findet man ein "Gegenüber" und fühlt sich halt "beschwingt". Es ist dann eines jeden selbst überlassen, ob er/sie sich diesem "Schwung" hingibt und es geschehen lässt und es geniesst. Oder nicht. Das hat mit Glauben an die Liebe nichts zu tun. Es geht mehr um das Zutrauen in sich selbst, es zuzulassen. Das hat mit Mut und Wagnis sich zu öffnen zu tun.
Auch wenn ich keine Affäre hatte bisher, darf ich dann auch ein böses Mädchen sein?
